Haydns erste Messe zeigt bei aller volkstümlichen Melodik einen andächtigen Wesenszug, der, ebenso wie ihr jugendlicher Schwung, noch den alten Haydn begeisterte, der 1805 sein Erstlingswerk neu instrumentierte. Als Entstehungszeit der Erstfassung gelten die Jahre 1749 oder 1750. Um die gleiche Zeit befasste sich Papst Benedikt XIV. in seiner Enzyklika „Annus qui“ mit Fragen der Kirchenmusik. Er verurteilt darin ihren oftmals opernhaften Stil und fordert eine liturgische Musik, die sich ihrer religiösen Aufgabe bewusst ist und sie mit einfachen musikalischen Ausdrucksmitteln zu erfüllen sucht. Haydns erste Messe steht in ihrer liturgischen Haltung auf dem Boden dieser Anschauung, die weitgehend der allgemeinen kirchlichen Auffassung des 18. Jahrhunderts entsprach.
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Zusatzinformationen zum Werk
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Komponist*in
Joseph Haydn
| 1732-1809Als Kapellmeister des Fürsten Esterházy schuf Haydn neben zahlreicher Instrumentalmusik und verschiedenen Opern auch gewichtige Beiträge zur Kirchenmusik, u.a. die vierzehn lateinischen Messen, von denen allerdings nur zwölf authentisch bzw. vollendet sind; dazu Motetten und Offertorien, zwei gewichtige Te Deum-Vertonungen, zwei Salve Regina, ein Stabat Mater sowie die unterschiedlichen Fassungen der Sieben Worte des Erlösers am Kreuze. Die Messen sind, mit Ausnahme der Jahre 1783–1795, zwischen 1749 und 1802 kontinuierlich entstanden und bilden damit die Gattung, mit der sich Haydn am längsten beschäftigt hat. Die bis 1782 komponierten sechs (authentischen bzw. vollständigen) Messen sind stilistisch sehr unterschiedlich, neben kurzen Missae breves stehen auch ausgedehnte Messen mit reicher Orchesterbesetzung; dagegen bilden die sechs, ab 1796 entstandenen sog. späten Messen eine vergleichsweise homogene Gruppe groß besetzter und umfangreicher Werke. Mit seinen beiden großen Oratorien Die Schöpfung (1798) und Die Jahreszeiten (1801) begründet Haydn die Tradition des bürgerlichen deutschen Oratoriums. zur Person