Missa Beatissimae Virginis Mariae
MH 15, 1758-1760 (?)
Die Missa Beatissimae Virginis Mariae entstand etwa 1758–1760, zwischen dem Ende von Haydns Zeit als Kapellsänger zu St. Stephan in Wien und seiner ersten Anstellung als Kapellmeister des Bischofs von Großwardein (im heutigen Rumänien). Zur Besetzung mit vierstimmigem Chor (chorisch wie solistisch) und dem „Kirchentrio“ treten noch zwei Trompeten (Clarini), Pauken sowie zwei Posaunen, welche die vokalen Alt- und Tenorstimmen im Tutti verstärken, im „Et incarnatus est“ aber auch obligat eingesetzt werden. Als Frühwerk steht die Messe einerseits in jener festlich-baro-cken Stiltradition, wie sie im süddeutschen Raum bis zur Jahrhundertmitte die Norm der kirchenmusikalischen Praxis darstellte; andererseits zeigt sie bereits subjektive Inspiration, wodurch sich das Werk von vielen Messvertonungen der Zeitgenossen abhebt.
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Zusatzinformationen zum Werk
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Komponist*in
Johann Michael Haydn
| 1737-1806Johann Michael Haydn wirkte ab 1763 am renommierten geistlichen Fürstenhof in Salzburg. Stilistisch schlug er in seinem 43-jährigen dortigen Wirken die Brücke von der Frühklassik zum musikalischen Biedermeier. Entsprechend seinen dienstlichen Verpflichtungen hat Haydn praktisch zu allen in der katholischen Liturgie gepflegten Gattungen beigetragen: Das Wissen um die liturgische Funktion und die musikalische Ausdeutung der religiösen Texte zeichnet Haydns Kirchenmusik aus. Johann Michael Haydn wurde von den Zeitgenossen zunächst als gleichberechtigt neben Joseph Haydn gesehen. Erst der steile Aufstieg des älteren Bruders zum bedeutendsten Instrumentalkomponisten der Zeit rückte Johann Michael Haydn in den Schatten, aus dem ihn die musikalische Entdeckerfreude der letzten Jahre zunehmend herausholt. zur Person