Antonín Dvorák / Joachim Linckelmann (arr.): Stabat mater - Noten | Carus-Verlag

Antonín Dvorák / Joachim Linckelmann (arr.) Stabat mater

Bearbeitung für Kammerorchester (arr. J. Linckelmann) op. 58, 1876-1877/2016

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Antonín Dvoráks eindrucksvolles Stabat Mater für Soli, Chor und Orchester ist wohl das bekannteste unter den geistlichen Werken des Komponisten. Eigene schmerzvolle Erfahrungen – 1875 starb seine erste Tochter, 1877 verlor er kurz hintereinander zwei weitere Kinder – dürften Dvoráks Beschäftigung mit dem Leid der Gottesmutter, die weinend unter dem Kreuz ihres Sohnes steht, mit veranlasst haben. Mit großer Sensibilität geht die Musik auf die unterschiedlichen Stimmungsgehalte des liturgischen Textes ein. Neun Sätze im langsamen bis gemäßigten Tempo dienen als eine Art Passionsmeditation, ehe am Ende des zehnten Satzes die Ekstase einer Auferstehungsvision Oberhand gewinnt. Mit der vorliegenden Bearbeitung für Kammerorchester (Flöte, Oboe, Klarinette, Horn, Fagott, Pauke und Streicher) erhalten auch kleinere Chöre die Möglichkeit, dieses Werk aufzuführen, ohne dass der Chor durch ein groß besetztes Sinfonieorchester unterginge, wobei der sinfonische Charakter aber trotzdem erhalten bleibt. Diese Besetzung bietet eine optimale Balance von Durchsichtigkeit und orchestralem Klang. Sämtliche Vokalpartien (Soli und Chor) sind mit der Originalfassung identisch. Klavierauszug (Carus 27.293/03) und Chorpartitur (Carus 27.293/05 ) der Originalfassung können verwendet werden.


OriginalversionBearbeitung für Kammerorchester
Soli SATB, Coro SATB, 2 Fl, 2 Ob, Eh, 2 Clt, 2 Fg, 4 Cor, 2 Tr, 3 Trb, 2 Vl, Va, Vc, Cb
Soli SATB, Coro SATB, Fl, Ob, Clt, Cor, Fg, Timp, 2 Vl, Va, Vc, Cb


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    Lucie Harasim Berná

    Unter den geistlichen Kompositionen des tschechischen Komponisten Antonín Dvořák ist das Stabat Mater wohl sein meistgespieltes Werk, ja gehört neben der Sinfonie Nr. 9 „Aus der neuen Welt“ und den Slawischen Tänzen op. 46 und 72 vielleicht mit zu seinen bekanntesten Werken überhaupt. Die 1876/1877 entstandene Marienkomposition war es auch, die ihm endgültig weltweiten Ruhm einbrachte. Insgesamt ist die Gruppe der geistlichen Werke mit lateinischem Text, die Dvořák hinterließ, relativ klein, enthält dafür jedoch von Umfang und Gehalt her durchaus gewichtige Werke. Neben dem Stabat Mater sind hier vor allem die Messe D-Dur op. 86, das Requiem op. 89 und das Te Deum op. 103 zu nennen Die in diesen Kompositionen zum Tragen kommende besondere Kunst der musikalischen Textausdeutung lässt jede von ihnen zu einer Kostbarkeit im Gesamtschaffen Dvořáks und auch in der Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts werden.

    Von den genannten vier Werken auf lateinische Texte ist das Stabat Mater das früheste. Am 19. Februar 1876 begann

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Zusatzinformationen zum Werk
  • Antonín Dvorák (1841-1904), neben Smetana und Janacek der wichtigste Vertreter einer eigenständigen tschechischen Musik, gehört zu den populärsten Komponisten des 19. Jahrhunderts überhaupt. In seiner Heimat bekannt wurde der Fleischer- und Gastwirtssohn aus dem böhmischen Nelahozeves (Mühlhausen) bei Kralup durch seinen patriotischen Hymnus „Die Erben des weißen Berges" für Chor und Orchester (op. 30) von 1872. Den Weg in die Welt ebnete ihm ein österreichisches Staatsstipendium, das ihm von einer Kommission, bestehend aus Johannes Brahms, Eduard Hanslick und Johann von Herbeck, zugesprochen wurde. Der sieben Jahre ältere Brahms nahm sich freundschaftlich des jungen Kollegen an, dessen eminente Begabung er erkannt und lieben gelernt hatte. (Brahms: ,,Der Kerl hat mehr Ideen als wir alle. Aus seinen Abfällen könnte sich jeder andere die Hauptthemen zusammenklauben.") Brahms empfahl Dvo"rák seinem Berliner Verleger Fritz Simrock, der in der Folge Dvo"ráks eigenwilliger und zunächst schwieriger Hauptverleger wurde. International berühmt wurde Dvo"rák als Komponist und – seit 1884 – als Dirigent seiner eigenen Werke vor allem durch seine sensationellen Erfolge in England (insgesamt neunmal hielt sich Dvo"rák dort auf) und in den Vereinigten Staaten von Amerika (zwei längere Besuche mit pädagogischer und kompositorischer Arbeit). Begründet wurde dieser Erfolg zunächst durch ein kirchenmusikalisches Werk, das Stabat mater aus dem Jahre 1876 (Carus 27.293/03). Bis in Dvo"ráks späte Zeit gehören Kirchenwerke in die Reihe seiner bedeutenden Schöpfungen: den Sinfonischen Dichtungen, den Opern (darunter „Rusalka"), Sinfonien, den Streichquartetten und anderer Kammermusik, dem Oratorium „Die heilige Ludmilla" – und den „Slawischen Tänzen op.46 und 72. Zu dem genannten Stabat mater op.58 kommen der 149. Psalm op.79, das Requiem op.89 (Carus 27.323) und das Te Deum op.103 (Carus 27.189). zur Person
  • Joachim Linckelmann, geb. 1964 in München, studierte Querflöte am Richard-Strauss-Konservatorium München und an der Musikhochschule Würzburg. Er war Flötist verschiedener namhafter Orchester im In- und Ausland und arbeitet seit 1995 außerdem als Notengrafiker und Arrangeur. Seit 2009 bearbeitet er für Carus Oratorien für kleinere Besetzungen. zur Person

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Häufige Fragen zum Werk

Kann ich den "normalen" Klavierauszug /03 bzw. die Chorpartitur /05 für die große Fassung auch zum Singen der vorgestellten Fassung nutzen?

Ja, die Vokalpartien sind komplett identisch und daher sind Klavierauszüge und Chorpartituren mit beiden Fassungen kompatibel.
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