Helmut Bornefeld: Orgelsonate 1965/66 - Noten | Carus-Verlag

Helmut Bornefeld Orgelsonate 1965/66

BoWV 105, 1965/66

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Sätze: I. Introduktion, II. Aria, III. Ekloge, IV. Aria inversa, V. Dithyrambe
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Partitur Carus 29.105/00, ISMN 979-0-007-03905-9 52 Seiten, kartoniert
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  • Helmut Bornefeld wurde am 14. Dezember 1906 in Stuttgart-Untertürkheim geboren. Er studierte Komposition, Klavier und Kirchenmusik an der Musikhochschule in Stuttgart. Er war von 1937 bis 1971, mit einer sechsjährigen Unterbrechung durch Kriegsdienst, Kantor und Organist an der Pauluskirche in Heidenheim. 1951 übernahm er dort die Stelle als Kirchenmusikdirektor. Zusammen mit Siegfried Reda organisierte er 1946-1960 die „Heidenheimer Arbeitstage für Neue Kirchenmusik“. 1976 wurde er zum Professor ernannt. Helmut Bornefeld verstarb am 11. Februar 1990 in Heidenheim. zur Person

Rezensionen

Bornefeld, Helmut: Orgelsonate (1965/66)

Bornefeld, Helmut: Orgelsonate (1965/66)

[...] Das Schaffen von Helmut Bornefeld ist eng mit der (evangelischen) Kirchenmusik verbunden, und in seinem Schaffen nehmen denn auch die für die Liturgie gedachten Werke breiten Raum ein. In seiner Orgelsonate (7) von 1955/56, einem 23 Minuten dauernden Werk, bemerkt er denn auch in einem Vorwort, dass er mit dieser Komposition an die profane Tradition der Orgel anknüpfen möchte, die „ihre Herkunft vom Sinnlich-Gestischen nie verleugnet, weder in ihren stilisierten Tanzformen (wie Courante, Musette, Gigue usw.), noch überhaupt in dem so enorm körperbezogenen Duktus ihrer Spielformen”. Und überdies sei es verwunderlich, „dass die ebenso legalen wie frappierenden Möglichkeiten solcher Instrumente für choreographische Zwecke bislang noch nicht erkannt und ausgewertet wurden.” Das groß angelegte, fünfsätzige Werk überrascht durchaus. Der einleitende Satz ist rhythmisch pointiert und vielgestaltig, kräftig zupackend, durchsichtig im Satz und reich an querständiger, spannungsreicher Harmonik. Eine ruhige Aria bringt ausschwingende Melismen, eine „Ekloge” bietet zu liegenden Tönen dramatische Einwürfe oder nervöses Figurenwerk, und nach einer „Aria inversa” ist die abschließende Dithyrambe durch ekstatisches Akkordwerk und zwingende Motorik gekennzeichnet. Die angewandten Stilmittel sind zeitnahe (Cluster, Feststecken von Tönen) und die intendierte Klanglichkeit (Registrierung) ist penibel angegeben. Die tonale Diktion mutet frei und unverbindlich an, schafft aber doch immer wieder Bezüge durch ostinates Festhalten mancher Klanggebilde. Ein aufwendiges, spieltechnisch schwieriges, wirkungsvolles Opus.

Hans Haselböck
Quelle: Singende Kirche 50/Heft 2

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