Kirchenmusik der berühmten Mannheimer Schule: Ignaz Holzbauer (1711–1783), Kapellmeister am kurpfälzischen Hof, komponierte diese festliche Missa in C für die renommierte Mannheimer Hofkapelle. Die Messe ist eines der bedeutendsten Kirchenwerke des Komponisten und ein Paradebeispiel für Holzbauers sinfonischen Kirchenstil. Dabei nutzte er die Möglichkeiten, die ihm das Orchester bot, nahezu vollständig aus: die große Besetzung ist eher unüblich, ebenso der Einsatz der Klarinetten, die erst ab 1758 in der Mannheimer Hofkapelle nachweisbar sind. Die Vertonung der Ordinariumssätze ist geprägt von der innovativen Mannheimer Orchestersprache und zeugt von Holzbauers Affinität zur Bühnenmusik. So zeigt sich beispielsweise im „Cruzifixus“ das Talent des Komponisten für dramatische Musik durch schroffe Gegegensätze und spannungsreiche Harmonik. Singstimmen werden satztechnisch wie klanglich in das sinfonische Geschehen integriert.
Erschienen in der Reihe „Musik der Mannheimer Hofkapelle“.
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Komponist*in
Ignaz Holzbauer
| 1711-1783Ignaz Holzbauer, geboren 1711 in Wien, begann seine musikalische Laufbahn als Autodidakt. Nach Italienreisen und Jahren als Musikdirektor am Wiener Burgtheater neben bekannten Größen wie Galuppi und Gluck, wechselte er 1751 als Oberkapellmeister nach Stuttgart, wo er mit seinen Bühnenwerken Erfolge feierte. Kurze Zeit später folgte seine Berufung zum Kapellmeister der legendären Mannheimer Hofkapelle, eine Position, die er bis zu seinem Tod am 7. April 1783 innenhatte. Sein innovativer sinfonischer Kirchenstil basiert auf der fundierten Kenntnis zeitgenössischer Musikströmungen, gepaart mit Experimentierfreude und einem ausgeprägten Talent für dramatische Musik. Auch Mozart schätzte diesen „guten kirchen=styl“ und „guten satz der vocal=stimmen“. Holzbauer prägte den „Mannheimer Stil“ und damit eine ganze Generation an Komponisten und Musikern. zur Person