Arnold Schönberg: Friede auf Erden – Richard Strauss & Gustav Mahler: Im Abendrot. Transcriptions by Clytus Gottwald
Zum 150. Geburtstag von Arnold Schönberg hat der Kammerchor Stuttgart unter der Leitung von Frieder Bernius mit Friede auf Erden eines der wenigen Chorwerke der Zweiten Wiener Schule eingespielt.
Das Zentrum dieser neuen Produktion bilden Clytus Gottwald und seine Vokaltranskriptionen. Gottwald besaß die besondere Gabe, die unterschiedlichsten vokalsolistisch-instrumentalen Kompositionen in reinen, vielstimmigen Chorklang zu übersetzen. Zu Recht wurde er dafür von der Presse als Vater des modernen Chorgesangs apostrophiert. Zu hören sind zehn Lieder von Richard Strauss, denen Gottwald mit scheinbar unendlicher Kreativität eine Chorseele eingehaucht hat. Die Strauss-Lieder werden ergänzt durch die 16stimmige Transkription von Gustav Mahlers „Adagietto“ aus der 5. Sinfonie – ein wahres Klangwunder.
Ein chorisch anspruchsvolles Programm, das der Kammerchor Stuttgart mit atemberaubender Präzison und differnzierter Klanglichkeit auf höchstem Niveau meistert.
Inhaltsverzeichnis
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Komponist*in
Richard Strauss
| 1864-1949Bereits mit sechs Jahren beginnt der Sohn des Musikers Franz Joseph Strauss und dessen Frau Josephine mit dem Komponieren, bis zu seinem 18. Geburtstag liegen bereits etwa 140 Stücke, darunter knapp 60 Lieder und über 40 Klavierwerke, vor. 1881 beginnt dann seine steile Karriere mit seinem opus 1, dem Festmarsch für großes Orchester. 1886 tritt Strauss in seiner Heimatstadt München eine Stelle als dritter Kapellmeister an der Hofoper an. Dort hatte er Zeit, sein Repertoire zu vertiefen. In den folgenden vier Jahren entstehen u.a. zahlreiche Lieder, wie das Ständchen op. 17,2, das zusammen mit Von dunklem Schleier umsponnen op. 17,4 und Nicht im Schlafe hab ich das geträumt op. 48,1 beim Carus-Verlag erschien. 1905 und viele Liedkompositionen später, schreibt der bereits gefeierte Richard Strauss auch mit einer Oper Erfolgsgeschichte. Die Opern-Adaption von Oscar Wilds Salome, deren Text Strauss selbst ins Deutsche übersetzte, gilt bei seinen Anhängern als Inbegriff moderner Opernmusik. zur Person
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Bearbeiter*in
Clytus Gottwald
| 1925-2023Der Chordirigent, Komponist und Musikwissenschaftler Clytus Gottwald (1925 – 2023) hat für die zeitgenössische Chormusik wesentliche Beiträge geleistet. Als Redakteur für Neue Musik beim Südfunk Stuttgart sowie Gründer und Leiter der Schola Cantorum Stuttgart stand er in produktivem Austausch mit seinen die Neue Musik begründenden Zeitgenossen Pierre Boulez, Mauricio Kagel, György Ligeti, Luigi Nono, Karlheinz Stockhausen und vielen anderen. Gottwald prägte mit seiner Schola Cantorum, einem 16-stimmigen Kammervokalensemble, maßgeblich die heute selbstverständlich gewordene A-cappella-Chorkultur auf höchstem technischem Niveau. Seine Transkriptionen von Klavierliedern oder Instrumentalstücken für vielstimmigen Chor a cappella, die in ihrer an Ligeti geschulten Satzweise höchste musikalische Ansprüche stellen, werden von Chören auf der ganzen Welt geschätzt. Clytus Gottwald wurde für seine Verdienste mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Kulturpreis Baden-Württemberg 2009, dem Preis der Europäischen Kirchenmusik 2012 und dem Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland 2014. Seine Bedeutung für die Entwicklung der zeitgenössischen Chormusik kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. zur Person
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Chor
Kammerchor Stuttgart
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Dirigent*in
Frieder Bernius
| 1947Die Arbeit von Frieder Bernius findet weltweit große Anerkennung. Als Dirigent wie als Lehrer ist er international gefragt. Seine künstlerischen Partner sind vor allem der Kammerchor Stuttgart, das Barockorchester Stuttgart, die Hofkapelle Stuttgart und die Klassische Philharmonie Stuttgart. Den Grundstein für seine außergewöhnliche Karriere legte 1968 die Gründung des Kammerchors Stuttgart, den er bald zu einem der führenden Ensembles seiner Art machte. Ob Vokalwerke von Monteverdi, Bach, Händel, Mozart, Beethoven, Fauré und Ligeti, Schauspielmusiken von Mendelssohn oder Sinfonien von Haydn, Burgmüller und Schubert – stets zielt die Arbeit von Frieder Bernius auf einen am Originalklangideal orientierten, zugleich unverwechselbar persönlichen Ton. Wiederentdeckungen von Opern des 18. Jahrhunderts widmet er sich ebenso wie Uraufführungen zeitgenössischer Kompositionen. Ein besonderes Interesse gilt der südwestdeutschen Musikgeschichte. Frieder Bernius’ Arbeit ist im Label Carus vielfach auf Schallplatte und CD dokumentiert. Viele Einspielungen wurden mit internationalen Schallplattenpreisen ausgezeichnet. Im Rahmen des Deutschen Chorfests in Stuttgart wurde Frieder Bernius vom Carus-Verlag für seine Gesamteinspielung der geistlichen Vokalmusik von Felix Mendelssohn Bartholdy mit einer Goldenen CD ausgezeichnet. zur Person
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Solist*in - Harfe
Florian Pedarnig
Rezensionen
Wer kann ein dermaßen anspruchsvolles Programm in einer Weise einspielen, dass das Ergebnis den Hörer*innen nicht nur Mühe bereitet? … Die Klangreise ist geprägt von Spannung und Klarheit und macht Lust auf mehr...
Singende Kirche, 12/2024
Die Liedarrangements von Clytus Gottwald … sind … in ihrer Qualität nach wie vor einzigartig. … Arnold Schönbergs „Friede auf Erden“, gesungen … in betörender Durchsichtigkeit und ohne jede Schwere.
Chor aktuell, 12/2024
… wie hier in blitzsauberer Intonation die paradoxe Beziehung zwischen Weltfrieden und A-cappella-Freiheit ausgereizt wird. … Eine Harfe … befördert Gottwalds Arrangement einen Schritt zurück zum Original…
Susanne Benda, Fono Forum, 11/2024
Das Album enthält eine der faszinierendsten, mit beseelter Brillianz gestalteten Arrangement-Ideen. … erstklassige Gesamtwirkung.
Roland H. Dippel, Concerti, 10/2024