Gottfried August Homilius Passionskantate
Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld HoWV I.2
- Besetzung:
- Soli SATB, Coro SATB, 2 Fl, 2 Ob, 2 Fg, 2 Vl, Va, Bc
- Werke mit ähnlicher Besetzung suchen
- Sprache:
- deutsch
- Dauer:
- 95 min
- Schwierigkeitsgrad:
- 1 2 3 4 5
„Er war ohne Widerrede unser größter Kirchenkomponist“, so schrieb der Lexikograph E. L. Gerber wenige Jahre nach Homilius’ Tod 1785. Als langjähriger Kreuzkantor hatte der Bach-Schüler Homilius aufgrund der Zerstörung der Kreuzkirche seine Hauptwirkungsstätte an der Dresdner Frauenkirche.
Die Passionskantate war im 18. und frühen 19. Jahrhundert sehr beliebt und weit verbreitet: Ihre Bekanntheit verdankte sie auch dem Umstand, dass sie 1775 bei Breitkopf in voller Partitur gedruckt wurde – eine seltene Ehre, die im 18. Jahrhundert nur noch einer weiteren Passion zuteil geworden war (Grauns Tod Jesu). Ihr Text schildert das Passionsgeschehen aus sehr persönlicher Sicht: Der Fokus liegt weniger auf dem Geschehen selbst, als vielmehr auf den Gefühlen des Betrachters. Diese subjektive betroffene Erzählweise spiegelt sich in einem sehr dramatisch geprägten Rezitativstil wider, der einen reizvollen Kontrast zum expressiven Chorstil und den stark melodiegeprägten Arien darstellt.
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- Choral "Ein Lämmlein geht"
- Chor "Siehe, das ist Gottes Lamm"
- Arie "Wie tödlich schrecken die Gerichte"
- Arie "Ich bete, zürnet nicht"
- Choral "Seine Liebe, sein Erbarmen"
- Arie "Nun sterb ich Sünder nicht"
- Chor "Daran ist erschienen"
- Arie & Chor "Nun wird mich, Gott, dein Donner fassen"
- Chor "Ach, Herr, unsere Missetaten"
- Arie "Umgürtet mit Gerechtigkeit"
- Chor "Israel, hoffe auf den Herrn"
- Choral "Ob bei uns ist der Sünden viel"
- Choral "Ich grüße dich am Kreuzesstamm"
- Arie "Bewaffne dich, Mächtger, mit Schrecken"
- Chor "Unsre Sünden und Missetaten"
- Arioso "Mir hast du Arbeit gemacht"
- Arioso "Ich tilge deine Übertretung"
- Arie "Getrost, mein Christ"
- Choral "Nun ich weiß, worauf ich bau"
- Arie "Am Kreuze stirbt er für die Sünden"
- Chor "Hier hängt das Opfer für die Sünden"
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Text (ohne Noten) zum Abdruck, html-Datei, Singtext, engl. Übersetzunghtml-Datei, Singtext, engl. Übersetzung (Leseprobe)Part One 1. ChorusA little lamb goes bearing the guilt
2. Chorus
of the world and its children.
It goes patiently atoning
for the sins of all sinners.
It goes out, grows ill and weak,
bows its head to the slaughter,
denying itself all pleasures;
it takes upon itself shame, scorn and mockery,
fear, wounds, welts, Cross and death,
and says: This will I gladly suffer.Behold the Lamb of God,
3. Recitative (Tenor)
which taketh away the sin of the world.
John 1:29In the Father’s voice the Eternal One cried:
This is my beloved Son! The voice is silent!
In all his wrath, the Eternal One now cries from...
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Text (ohne Noten) zum Abdruck, html-Datei, Singtext, originalhtml-Datei, Singtext, original (Leseprobe)Erster Teil 1. ChoralEin Lämmlein geht und trägt die Schuld
2. Chor
der Welt und ihrer Kinder.
Es geht und büßet in Geduld
die Sünden aller Sünder.
Es geht dahin, wird matt und krank,
ergibt sich auf die Würgebank,
entzieht sich aller Freuden;
es nimmt an sich Schmach, Hohn und Spott,
Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod,
und spricht: Ich wills gern leiden.Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt. Johannes 1,29
3. Rezitativ (Tenor)Mit väterlicher Stimme rief einst der Ewige: Dies ist mein lieber Sohn! Die Stimme schweigt! In seinem ganzen Grimme ruft nun der Ewige von seinem Thron: Mein Sohn soll sterben! Ein fürchterlicher Ton! Die Seligkeit
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Text (ohne Noten) zum Abdruck, html-Datei, Einführungstext, französischhtml-Datei, Einführungstext, französisch (Leseprobe)Texte du livret du CD Carus 83.262Uwe Wolf
Traduction (abrégé): Sylvie CoquillatFils de pasteur, Gottfried August Homilius naît le 2 février 1714 à Rosenthal (Saxe). Il accomplit sa scolarité à l’école Sainte-Anne de Dresde où, bien qu’encore élève, il est déjà chargé de tenir l’orgue de temps en temps. En mai 1735, Homilius est immatriculé comme étudiant en droit à l’Université de Leipzig. Il travaille également comme musicien à Leipzig et remplace manifestement de temps à autre Johann Schneider, organiste de l’église Saint-Nicolas. Il prend part aux représentations des œuvres vocales de Johann Sebastian Bach. Selon Johann Adam Hiller, il appartient à Leipzig au cercle direct des élèves de Bach.
En 1742, Homilius endosse la fonction d’organiste de la nouvelle église Notre-Dame de Dresde. Dans cette fonction, il se taille une réputation de maître dans sa spécialité. En 1755 enfin, Homilius succède à Theodor Christian Reinhold au poste de cantor de la Croix et directeur de la musique des principales églises de Dresde, une fonction qu’il conserve jusqu’à sa mort, le 2 juin 1785. Mais le lieu d’action majeur du cantor de la Croix Homilius ne fut cependant pas l’église de la Croix
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Text (ohne Noten) zum Abdruck, html-Datei, Einführungstext, englischhtml-Datei, Einführungstext, englisch (Leseprobe)Text from the CD Carus 83.262Uwe Wolf
Translation (abridged): Peter PalmerThe son of a clergyman, Gottfried August Homilius was born in Rosenthal (Saxony) on 2 February 1714. His schooling was chiefly at the Annen-Schule in Dresden, where he occasionally performed the duties of organist while still a pupil. In May 1735 Homilius matriculated as a law student at the University of Leipzig. He was again active as a musician while in Leipzig and evidently deputized on occasion for Johann Schneider, the organist of the Nikolaikirche. In the process he also took part in the performance of Johann Sebastian Bach’s vocal works. According to Johann Adam Hiller, he belonged to Bach’s direct circle of pupils in Leipzig.
In 1742 Homilius took up the position of organist at the new Dresden Frauenkirche. In this capacity he acquired the reputation as a master of his art. In 1755 Homilius finally succeeded Theodor Christian Reinhold as Kreuzkantor and music director of the main Dresden churches – an office he occupied until his death on 2 June 1785. Notwithstanding his title, his activities were centered on the Frauenkirche rather than the Kreuzkirche, because this was destroyed by Prussian artillery in 1760 during the Seven Years War, and the edifice
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Text (ohne Noten) zum Abdruck, html-Datei, Einführungstext, deutschhtml-Datei, Einführungstext, deutsch (Leseprobe)Booklet-Text der CD Carus 83.261Uwe Wolf
Gottfried August Homilius wurde am 2. Februar 1714 in Rosenthal (Sachsen) als Sohn eines Pfarrers geboren und erhielt seine Schulausbildung überwiegend an der Annen-Schule in Dresden, wo er bereits als Schüler hin und wieder den Organistendienst übernahm. Im Mai 1735 immatrikulierte sich Homilius als Jura-Student an der Universität Leipzig. Auch in Leipzig war er musikalisch aktiv und vertrat offenbar zeitweilig den Nikolai-Organisten Johann Schneider. Dabei wirkte er auch an den Aufführungen der Vokalwerke Johann Sebastian Bachs mit. Laut Johann Adam Hiller zählte er in Leipzig zum direkten Schülerkreis Bachs.
1742 konnte Homilius das Amt des Organisten an der neuen Dresdner Frauenkirche übernehmen. In dieser Funktion erwarb er sich den Ruf eines hervorragenden Organisten. 1755 trat Homilius schließlich die Nachfolge Theodor Christian Reinholds als Kreuzkantor und Musikdirektor der Dresdner Hauptkirchen an, ein Amt, das er bis zu seinem Tod am 2. Juni 1785 innehatte. Hauptwirkungsstätte war für den Kreuzkantor Homilius jedoch nicht die Kreuz-, sondern die Frauenkirche, da die Kreuzkirche 1760 im Siebenjährigen Krieg durch preußische Artillerie zerstört und der Nachfolgebau erst nach
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Inhaltsverzeichnis
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Komponist*in
Gottfried August Homilius
| 1714-1785Gottfried August Homilius wurde am 2. Februar 1714 in Rosenthal (Sachsen) als Sohn eines Pastors geboren. Im Mai 1735 wurde er als Jura-Student an der Universität Leipzig immatrikuliert. Die durch Johann Adam Hiller bezeugte Schülerschaft bei Johann Sebastian Bach dürfte in diese Zeit fallen. Außer zu Bach bestand Kontakt zu dem Bachschüler und Nicolai-Organisten Johann Schneider, dessen Aufgaben Homilius vertretungsweise übernahm. Nach einer erfolglosen Bewerbung auf eine Organistenstelle in Bautzen erhielt Homilius 1742 eine Anstellung als Organist an der Dresdner Frauenkirche. 1755 trat er schließlich die Nachfolge Theodor Christlieb Reinholds als Kreuzkantor und Musikdirektor der drei Dresdner Hauptkirchen an, ein Amt, das er bis zu seinem Tod am 2. Juni 1785 inne hatte. zur Person
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Textdichter*in
Ernst August Buschmann
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