Johannespassion
Mit seiner um 1700 entstandene lateinischen Johannespassion folgt Scarlatti streng den für die katholische Liturgie seiner Zeit geforderten Notwendigkeiten: Der continuo-gestützte Evangelienbericht wird durchgehend in einer an Carissimi und Monteverdi erinnernden monodischen Rezitation vorgetragen. Nur bei den Christus-Worten, den knapp gehaltenen vierstimmigen Turbae sowie bei einigen signifikanten Textstellen wie der Judas-Szene und dem Tod Jesu tritt eine dezente Streicherbegleitung hinzu.
Ein deutscher Zweittext wurde dem lateinischen Original unterlegt.
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Komponist*in
Alessandro Scarlatti
| 1660-1725Alessandro Scarlatti war ein italienischer Komponist der neapolitanischen Schule zur Zeit des Barock.
Früh lernte Scarlatti in Rom die Musik kennen, vermutlich bei Giacomo Carissimi. Nachdem er als Kapellmeister an mehreren römischen Kirchen angestellt war, ging er 1684 nach Neapel um dort als Hofkapellmeister zu dienen. Im Rahmen dieser Anstellung wurde er mit der Aufgabe betraut, Opern für den Hof zu komponieren und erlangte dabei europaweiten Ruhm.
Seine Opern und Oratorien bildeten gewissermaßen einen "Höhepunkt im Sinne des Hochbarock." Seine etablierten Modelle für Opern übten großen Einfluss auf Georg Friedrich Händel aus. Neben seinen Opern und Oratorien hat sich Scarlatti mit über 600 Werken auch in der Gattung der weltlichen Kantate verdient gemacht.
zur Person