Das Gloria in D RV 589 ist das bekannteste geistliche Werk Vivaldis und gehört zu seinen bedeutendsten kirchenmusikalischen Kompositionen. Die Carus-Ausgabe, die erste Notenausgabe des Carus-Verlags überhaupt, hat wesentlich dazu beigetragen, dass dieses musikalisch repräsentative und vielfältige Werk heute zu den beliebtesten Chorwerken Vivaldis zählt. Die Noten- und Textteile der Carus-Ausgabe Nr. 1 wurden nun einer gründlichen Revision unterzogen. Zum grafisch modernisierten Notenbild kommen ein Vorwort sowie ein Kritischer Bericht von Uwe Wolf auf dem aktuellen Stand der Forschung.
Das Gloria ist vermutlich zwischen 1713 und 1717 für das Ospedale della Pietà entstanden, einem jener Waisenhäuser Venedigs, in denen junge Mädchen eine intensive musikalische Ausbildung erhielten. Das musikalisch repräsentative Werk in der Art einer sogenannten „Kantaten-Messe“ gliedert sich in 12 Teile, die sich in Besetzung, Satzart, Tonart und Affektgehalt unterscheiden. Vivaldis Meisterschaft zeigt sich gleichermaßen in den feierlich-klangvollen Chorsätzen wie auch in den eher kammermusikalisch angelegten Solosätzen.
- Revidierte Urtext-Ausgabe
- Komplettes Aufführungsmaterial
- Vorwort und Kritischer Bericht auf dem aktuellen Stand der Forschung
- carus plus: Klavierauszug XL, Carus Choir Coach und carus music, die Chor-App
Inhaltsverzeichnis
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Komponist*in
Antonio Vivaldi
| 1678-1741Antonio (Lucio) Vivaldi war ein italienischer Komponist und Geiger der Barockzeit.
Es wird angenommen, dass sein Vater, der selbst Musiker war, für Vivaldis musikalische Ausbildung verantwortlich war. Seine berufliche Laufbahn begann er jedoch als Priester, was ihm in Venedig den Spitznamen Il prete rosso (der rothaarige Priester) einbrachte.
Ab 1703 arbeitete Vivaldi mit Unterbrechungen bis kurz vor seinem Tod als Geigenlehrer und Komponist am Ospedale della Pietà, einem Waisenhaus für Mädchen in Venedig. Zunächst war er dort auch als Priester tätig, gab diese Tätigkeit aber nach drei Jahren wieder auf. Für seine Schülerinnen an der Pietà schrieb er zahlreiche Kammermusikwerke und Konzerte. Die berühmten Vier Jahreszeiten sind besonders bekannt und werden heute oft aufgeführt. Vivaldi komponierte unter anderem auch geistliche und weltliche Vokalmusik und war Opernkomponist und Intendant.
Von den über 800 Werken, die heute bekannt sind, wurden zu Vivaldis Lebzeiten nur 135 veröffentlicht. Nach seinem Tod gerieten die Kompositionen Vivaldis zunächst weitgehend in Vergessenheit. Viele seiner Werke wurden erst im 20. Jahrhundert wiederentdeckt und veröffentlicht. Darunter ist auch das Gloria in D RV 589, die allererste Notenausgabe des Carus-Verlags.
zur Person
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Herausgeber*in
Günter Graulich
| 1926Der Verleger, Kirchenmusiker und Pädagoge Günter Graulich gehört zu den großen deutschen Verlegerpersönlichkeiten der Nachkriegszeit. Gemeinsam mit seiner Frau Waltraud gründete er 1972 den Carus-Verlag Stuttgart, den er vom 2-Mann-Familienbetrieb zum mittelständischen Unternehmen mit rund 60 Mitarbeitern ausbaute. Darüber hinaus leitete er, selbst ausgebildeter Kirchenmusiker und langjähriger Kantor an der Matthäuskirche Stuttgart, über 50 Jahre den Motettenchor Stuttgart. Mit seinem Chor realisierte er Einspielungen auf LP und CD, zahlreiche Konzertreisen führten ihn ins europäische Ausland und nach Amerika. zur Person
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Klavierauszugbearbeiter*in
Paul Horn
| 1922-2016Paul Horn war ein deutscher Kirchenmusiker, Organist, Komponist und Musikwissenschaftler. Er studierte Kirchenmusik und Orgel an der Evangelischen Kirchenmusikschule Esslingen am Neckar bei Hans-Arnold Metzger und Musikwissenschaft, Theologie und Geschichte an der Universität Tübingen. Seine berufliche Laufbahn begann als Kantor an der Evangelischen Michaelskirche in Stuttgart-Degerloch. 1954 wurde er Kantor an der Evangelischen Stadtkirche Ravensburg, eine Position, die er bis zu seiner Pensionierung innehatte. Als Musikwissenschaftler arbeitete Horn bis ins hohe Alter eng mit Carus zusammen. So stammen zahlreiche Carus-Klavierauszüge aus seiner Feder. zur Person
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Generalbassaussetzer*in
Paul Horn
| 1922-2016Paul Horn war ein deutscher Kirchenmusiker, Organist, Komponist und Musikwissenschaftler. Er studierte Kirchenmusik und Orgel an der Evangelischen Kirchenmusikschule Esslingen am Neckar bei Hans-Arnold Metzger und Musikwissenschaft, Theologie und Geschichte an der Universität Tübingen. Seine berufliche Laufbahn begann als Kantor an der Evangelischen Michaelskirche in Stuttgart-Degerloch. 1954 wurde er Kantor an der Evangelischen Stadtkirche Ravensburg, eine Position, die er bis zu seiner Pensionierung innehatte. Als Musikwissenschaftler arbeitete Horn bis ins hohe Alter eng mit Carus zusammen. So stammen zahlreiche Carus-Klavierauszüge aus seiner Feder. zur Person
Rezensionen
Das Gloria RV 589 war die Gründungs-Ausgabe des Carus Verlages. Diese Partitur erschien ein Jahr später als die von Malipiero bei Ricordi. Man kann von dieser Publikation als von einer Antwort im Sinne der historischen Aufführungspraxis auf Ricordi sprechen, denn diese Carus-Partitur ist von den in Klammern gesetzten Zeichen und den interpretatorischen Vorschlägen, die für die 70er Jahre typisch waren und die Malipiero Ausgabe plagen, befreit. Das große Format und das Layout auf 64 Seiten sind aus praktischen Gründen sehr zu empfehlen. Dies ist die schönste Ausgabe des Gloria, die ich kenne.
Toccata, 07/2003