Christian August Jacobi: Also hat Gott die Welt geliebt - Noten | Carus-Verlag

Christian August Jacobi Also hat Gott die Welt geliebt

Weihnachtskantate 1708

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Der Bach-Zeitgenosse Christian August Jacobi gehört zu den Komponisten, die die mitteldeutsche Musiklandschaft im 18. Jahrhundert nachhaltig mit geprägt haben, da das Wirken des Thomaskantors im Wesentlichen auf Leipzig beschränkt blieb. Jacobis Kantaten sind musikalisch abwechslungsreiche Werke und leicht zu bewältigen. Fünf der sechs Sätze des Weihnachtskantate „Also hat Gott die Welt geliebet“ für Soli, Chor, Streicher und Basso continuo – der Text des Eingangschors ist dem Johannes-Evangelium entnommen – liegen Strophen von Luthers Weihnachtslied „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ zugrunde, was dem Werk einen volkstümlichen Charakter verleiht. Die abwechslungsreiche Instrumentation und der Wechsel von Chorsätzen und Solistenduos verleihen der Kantate eine klangliche Vielfalt, die durch den Einsatz einer Harfe (ad libitum) noch gesteigert werden kann.
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Dirigierpartitur, Erstausgabe Carus 10.369/00, ISMN 979-0-007-02572-4 32 Seiten, DIN A4, kartoniert
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Chorpartitur Carus 10.369/05, ISMN 979-0-007-10934-9 12 Seiten, DIN A4, ohne Umschlag Mindestbestellmenge: 20 Exemplare
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Stimmenset, Komplettes Orchestermaterial Carus 10.369/19, ISMN 979-0-007-19056-9 DIN A4, ohne Umschlag
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  • 3 x Einzelstimme, Violine 1 (10.369/11)
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Einzelstimme, Orgel Carus 10.369/49, ISMN 979-0-007-19057-6 8 Seiten, 23 x 32 cm, ohne Umschlag
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Einzelstimme digital, PDF-Datei, Violine 1 Carus 10.369/11-010-000, ISMN 979-0-007-37422-8 4 Seiten, 23 x 32 cm
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Einzelstimme digital, PDF-Datei, Violine 2 Carus 10.369/12-010-000, ISMN 979-0-007-37423-5 4 Seiten, 23 x 32 cm
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Rezensionen

Christian August Jacobi: Also hat Gott die Welt geliebt

Christian August Jacobi: Also hat Gott die Welt geliebt

Äußerst erfreulich nimmt sich dagegen die Erstausgabe der Weihnachtskantate „Also hat Gott die Welt geliebt” des aus Grimma stammenden Musikers Christian August Jacobi (1688-nach 1725) aus, die an gebotener Sorgfalt nichts vermissen lässt. Als Herausgeber zeichnet der heute in Grimma wirkende Kirchenmusiker Tobias Nicolaus. Schon ein erster Blick weist das vermutlich zu Weihnachten 1708 uraufgeführte Werk als eine durchaus beachtenswerte Leistung eines so gut wie unbekannten Komponisten aus. Stilistisch handelt es sich um eine der zahllosen Spielarten der „älteren protestantischen Kirchenkantate”: Der Bibelvers „Also hat Gott die Weit geliebt” (Joh 3,16) wird mit vier Strophen aus Luthers Weihnachtslied „Vom Himmel hoch da komm ich her” verknüpft, und zwar mit den Strophen 8, 12, 13 und 15, die „als Antwort der Gemeinde” (vgl. Vorwort) auf die Verkündigungsworte des Engels (und auf das Bibelwort-Dictum des Eingangschores) zu ver­stehen sind. Sehr vielgestaltig ist dieser Liedtext nun in Musik gesetzt: Auf eine vierstimmig polyphone Choralbearbeitung folgen ein Concerto für Sopran, Tenor und Basso continuo, ein konzertanter Chorsatz, eine pastoral anmutende kleine Arie und als Abschluss ein erweiterter Kantionalsatz mit figurierter Violinstimme. Am aufwändigsten gestaltet ist der Eingangschor. Vorbereitet durch eine gravitätische Sinfonia erscheint das konzertante Element in vielfältiger Weise: im Wechsel von Polyphonie und Homophonie, von solistischem und chorischem Agieren und im Gegeneinander von vokalen und instrumentalen Blöcken. Die Kantate ist mit Sopran, Alt, Tenor, Bass (Soli und Tutti), zwei Violinen, Viola, Harfe ad libitum und Basso continuo zu besetzen (Aufführungsdauer ca. 19 min). Als eine fröhliche, gut gearbeitete, dennoch unkomplizierte (und gleichsam textlich unproblematische) Barockkantate sei das Werk ausdrücklich empfohlen!

Franziska Seils
Quelle: Musik & Kirche Sept./Okt. 2004

[sl] Christian August Jacobi ist Zeitgenosse Johann Sebastian Bachs (* 1688 in Grimma). Er erreicht bei weitem nicht dessen Tiefgang, was das Stück aber nicht uninteressant macht. Gerade durch seine Schlichtheit eignet es sich in besonderer Weise für kleinere Chöre. Als Textvorlagen verwendet Jacobi den Text Johannes 3,16 für den Eingangschor und Luthers Weihnachtslied „Vom Himmel hoch” für die restlichen Sätze. Hier greift er nicht die ersten Strophen mit den Verkündigungsworten des Engels auf, sondern darauf folgende Strophen, die als Antwort der Gemeinde zu verstehen sind. Die Besetzung sieht neben Streichern eine Harfe vor, der aber keine eigenständige Funktion zukommt, sondern die lediglich die 1.Violin- und die Bassstimme mitspielt und sozusagen Klangfarbe bringt. Möglich wäre, sie wegzulassen oder auch durch eine Laute oder Theorbe zu ersetzen. Die Solisten bereichern die Besetzung durch Ermöglichung von Solo-Tutti-Wechseln. Die Partien sind in den Chorsätzen allerdings so, dass sie entweder von guten Choristen, von einem Auswahlchor, aber auch vom gesamten Chor übernommen werden könnten. Auch das kurze Tenor-Arioso und ein Pastorale-Duett Sopran/Alt können theoretisch von Chorsängern übernommen werden. Der zweite Satz ist eine motettische Choralbearbeitung ohne collaparte-Unterstützung durch die Streicher. Ein knapp 20minütiges, glanzvolles Stück Weihnachtsmusik, das man uneingeschränkt empfehlen kann.

Quelle: Württembergische Blätter für Kirchenmusik  5/2005, S.27

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