Ein Kind ist uns geboren
Weihnachtskantate 1798
Christian Ehregott Weinlig hat eine dreisätzige Kantate für gemischten Chor und Orchester geschaffen, die sich sowohl im Gottesdienst als auch im Konzert sehr gut aufführen lässt. Der Einleitungssatz ist als Pastorale im wiegenden Sechsachteltakt über den Text „Ein Kind ist uns geboren“ (Jesaja 9,6) komponiert; die Instrumentation mit Flöten, Oboen und Hörnern unterstreicht den pastoralen Charakter sehr effektvoll. Im Mittelsatz dialogisiert ein Chor der Engel mit einem Chor der Menschen über die Unfassbarkeit der Geburt Jesu; hier wird durch die unterschiedliche Instrumentation der beiden Chöre (Holzbläser - ganzes Orchester) eine schöne Klangentfaltung erreicht. Der Schlusschor ist der virtuos figurierte Choral „Gloria sei dir gesungen“, in dem Trompeten und Pauken zur Steigerung der Klangpracht beitragen.
Eine schöne und lohnende Komposition des ehemaligen Thomaners und späteren Dresdner Kreuzkantors, die trotz einfachen Schwierigkeitsgrads ihre Wirkung nicht verfehlen wird.
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Zusatzinformationen zum Werk
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Komponist*in
Christian Ehregott Weinlig
| 1743-1813Christian Ehregott Weinlig wurde am 28. September 1743 in Dresden als Sohn des Dresdner Bürgermeisters Christian Weinlig (1681–1762) geboren. Als Externer besuchte er die Kreuzschule und erhielt seine musikalische Ausbildung bei Gottfried August Homilius. An der Universität Leipzig begann er 1763 das Studium der Theologie, das er aber bald wieder aufgab. Für die Koch’sche Schauspielergesellschaft in Leipzig komponierte er Ballette, die auch von dem Dichter Christian Felix Weiße gelobt wurden; dieser vermittelte ihm 1767 die Organistenstelle an der Reformierten Kirche in Leipzig, 1773 wechselte er als Organist nach Thorn. Dort komponierte er ein erstes Passionsoratorium, das 1777 unter der Leitung von Homilius in der Dresdner Frauenkirche aufgeführt wurde. 1780 kehrte Weinlig in seine Vaterstadt zurück und erhielt die Organistenstelle an der Dresdner Frauenkirche, außerdem war er Accompagnist der italienischen Hofoper. Nach dem Tode Homilius’ wurde er 1785 dessen Nachfolger als Kreuzkantor. Unter Weinligs Leitung gelang es, Musiker der Hofkapelle für größere Aufführungen zu verpflichten. In seine Amtszeit fällt auch die Einweihung der neuen Kreuzkirche am 22. November 1792. 1809 erkrankte Weinlig und konnte seinen Dienst nicht mehr verrichten; am 14. März 1813 verstarb er in Dresden. zur Person