Gloria à 7
aus: Selva morale e spirituale 1641
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Zusatzinformationen zum Werk
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Komponist*in
Claudio Monteverdi
| 1567-1643Während seiner Jugend in Cremona erhielt Monteverdi seine erste musikalische Ausbildung bei Marc'Antonio Ingegneri, dem Kapellmeister der Kathedrale. Nachdem er sich mit ersten Veröffentlichungen, darunter sein 1. Madrigalbuch, einen Namen gemacht hatte, ging er 1590 nach Mantua an den Hof der Gonzaga: Er blieb 22 Jahre in Diensten der Familie, erst als Sänger und Violist, später als Kapellmeister. Hier schrieb er weitere Madrigalbücher und mit mit L'Orfeo 1607 eine der frühesten Opern der Musikgeschichte. Ebenfalls noch in Mantua entstand 1610 die Marienvesper. 1613 wurde Monteverdi Kapellmeister an St. Markus in Venedig. Auf dieser Position verbrachte er 30 musikalisch fruchtbare Jahre: Er komponierte sakrale Werke, blieb aber auch der weltlichen Musik verpflichtet und veröffentlichte mit den Madrigalbüchern 6 bis 8 seine umfangreichsten weltlichen Sammlungen. Nach der Eröffnung des Venezianischen Opernhauses 1637, der ersten öffentlichen Spielstätte überhaupt, trat er auch wieder als Opernkomponist in Erscheinung: Seine beiden späten Opern Il ritorno d'Ulisse in Patria und L'incoronazione di Poppea wurden hier uraufgeführt. zur Person
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Herausgeber*in
Jeffrey Kurtzman
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Generalbassaussetzer*in
Jeffrey Kurtzman
Rezensionen
Claudio Monteverdi (1561 -1643)
Monteverdis Missa in F entstammt der 1641 erschienenen Sammlung „Selva morale e spirituale”. Sie ist für vierstimmigen, gemischten Chor (SATB) und Orgel im Stil der alten Vokalpolyphonie geschrieben. Die Orgel führt den basso seguente aus. Für einige Abschnitte im Credo sind alternative Ausführungsmöglichkeiten überliefert. Sie sind im konzentrierenden Stil und teilweise mit obligaten Instrumenten (Besetzung siehe „Gloria à 7”) komponiert. Das „Gloria à 7” stammt ebenfalls aus der oben genannten Sammlung. Es ist für siebenstimmigen Chor (SSATTBB), zwei Violinen und Orgel geschrieben. Wahlweise können vier Violen oder vier Posaunen zum colla parte-Spiel eingesetzt werden. Der musikalische Ablauf des im konzertierenden Stil geschriebenen Werkes gliedert sich in homophone Abschnitte und in virtuos gehaltene Koloraturen, die wohl solistisch auszuführen sind. Die Carus-Ausgabe dieser beiden Werke enthält außer dem Notendruck, der übersichtlich gehalten ist und die heute üblichen Schlüssel verwendet, ein ausführliches Vorwort, Faksimiles sowie einen kritischen Bericht mit Ausführungsanmerkungen. Im Vorwort geht der Herausgeber jeweils auf die historischen Gegebenheiten der Uraufführung ein sowie auf die Zusammenhänge, die zwischen der „Missa” und dem „Gloria à 7” bestehen. Gleichzeitig gibt er einen Einblick in die historische Aufführungspraxis. Bemerkenswert erscheint mir, dass der Herausgeber in den Aufführungsanmerkungen darauf hinweist, bei einem Taktwechsel von 2/2 nach 3/1 die jeweilige Taktdauer äquivalent zu setzen (vgl. hierzu die gegensätzliche Darstellung von Roland Eberlein „Taktwechsel in der Musik des 15. und 17. Jh.”, in: KIEK 2/91). Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Jeffrey Kurtzman hier eine praxisgerechte Ausgabe mit wertvollen musikwissenschaftlichen Hilfen gelungen ist.Informationsdienst für Kirchenmusiker und Kirchenchöre 1/94, S. 60