Commedia Musicale
Inhaltsverzeichnis
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Vorwortverfasser*in
Helmut Schwämmlein
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Ensemble
Musica antiqua Ambergensis
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Dirigent*in
Helmut Schwämmlein
Rezensionen
Commedia musicale
Commedia musicale
Hier liegt nun ein Querschnitt durch die Arbeit eines Ensembles vor, das seit zehn Jahren systematisch Musiken aus Mittelalter und Renaissance in großer Vielfalt aufführt, und zwar nach den von dem Leiter des Ensembles, Dr. Helmut Schwämmlein, erarbeiteten Spartierungen, in denen er besonderen Wert auf klangliche Vielfalt legt, da es sich ja meist um Musiken handelt, bei denen für die Stimmen keine Instrumente vorgeschrieben sind. Hier liegt einerseits ein großer Reiz der Möglichkeiten, andererseits birgt das aber auch eine Gefahr des klanglichen Überzeichnens, da es unwahrscheinlich ist, dass ein Ensemble in dieser Zeit ein solches Arsenal an Instrumenten sein eigen nannte, wie es die MAA-Gruppe zur Verfügung hat und auch ständig einsetzt.
Die vorliegende CD ist diesbezüglich in dem Begleittext vorzüglich redigiert, besonders was die genauen Angaben zu den Besetzungen der einzelnen Stücke betrifft. Ein Spezialgebiet des Ensembles sind die Madrigalkomödien, die hier den Reigen eröffnen, mit Banchieri natürlich, später dann mit Horatio Vecchi. Aber es fehlen natürlich auch nicht Haßler und vor allem Schein mit einer Instrumentalsuite, oder die reizvoll-liebenswürdigen Dawland-Sätze, bei denen die Gesangssolisten brillieren, die anderen Ensemblemitglieder aber auch neben der instrumentalen Fertigkeit ihre vokalen Qualitäten ins Feld führen.
Helmut Schwämmlein macht Alte Musik für heutige Ohren und will nicht die Hörer in eine Hörgewohnheit umerziehen, die ihnen nicht eignet, wie es „die Alte Musik” wohl auf ihre Fahnen geschrieben hat. Und wenn er in Räumen dieser Zeit musiziert, dann gefällt diese nach heutigem Gusto musizierte Renaissance-Musik den Leuten sehr gut. Die CD wird es auch.
Dr. Franz A. Stein
Quelle: Musica Sacra 6/1987