Missa brevis
BuxWV 114
In der Tradition der protestantischen Missa-brevis-Komposition steht die Vertonung der vorliegenden Messe, die im sogenannten „stile antico“ gehalten ist, der sich an Kompositionsmodellen des 16. Jahrhunderts orientiert und als Palestrina-Stil bekannt ist. Die Abschrift, auch sie liegt in der Düben-Sammlung, entstand im Jahr 1675. Die strenge Form des „stile antico“, kontrapunktische Polyphonie ohne Begleitinstrumente, hat Buxtehude für verschiedene Kompositionen gewählt, die in dieser Zeit entstanden sind, etwa Mit Fried und Freud ich fahr dahin BuxWV 76, die Trauermusik zum Tod seines Vaters. Die Missa brevis umfasst Kyrie sowie Gloria des Ordinariums und ist damit eine „Lutherische Messe“, da im protestantischen Gottesdienst des 17. Jahrhunderts diese Messe-Teile lateinisch vorgetragen wurden.
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Zusatzinformationen zum Werk
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Komponist*in
Dieterich Buxtehude
| 1637-1707Dokumente zum Leben Buxtehudes sind rar. Einer zeitgenössischen Mitteilung in Nova literaria Maris Balthici, kurz nach seinem Tod erschienen, entnimmt man, dass er „Dänemark als sein Vaterland“ ansah, „woher er in unsere Region kam“. Dieterich Buxtehude, die Schreibung seines Vornamens ergibt sich aus Buxtehudes Unterschrift in seinen Briefen, wurde um 1637 in Helsingborg geboren und war somit Untertan des dänischen Königs. Sein Vater, Johannes Buxtehude, war Organist und unterrichtete ihn so weit, dass Dieterich Buxtehude ab 1657 oder 1658 als Organist in Helsingborg und später in Helsingør arbeitete. 1668 wählte man Dieterich Buxtehude zum Organisten an St. Marien in Lübeck als Nachfolger Franz Tunders. Bis zu seinem Tod im Jahre 1707 blieb Buxtehude in diesem Amt, das zu den wichtigsten in Norddeutschland zählte. Nach seinem Tod rühmten sachverständige Musiker Dieterich Buxtehude vor allem aufgrund seiner Tastenmusik. So charakterisierte ihn beispielsweise Johann Mattheson als einen „hochgeschätzten, ehmaligen Lübeckischen Organisten“. Diese Wertschätzung gründete indes nicht auf veröffentlichten Drucken, sondern auf Abschriften der Kompositionen für Tasteninstrumente und auf dem Ruf als Virtuose, den Buxtehude in ganz Deutschland besaß. So waren 1703 Georg Friedrich Händel und Johann Mattheson und im Winter 1705 auf 1706 Johann Sebastian Bach in Lübeck, um sich bei Buxtehude in Komposition und Orgelspiel zu vervollkommnen. Neben der Vokalmusik und der Musik für Tasteninstrumente von Buxtehude sind zwei Publikationen von Triosonaten überliefert. Von den „Abendmusiken“ in Lübeck wissen wir aufgrund einiger Textbücher, die zu diesem Anlass gedruckt wurden. Die Musik hierzu ist leider verloren gegangen. Diese Tradition von konzertähnlichen Veranstaltungen übernahm Buxtehude von seinem Vorgänger Franz Tunder. zur Person