Franz Xaver Müller: Missa diatonica - Noten | Carus-Verlag

Franz Xaver Müller Missa diatonica

1940

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Partitur, Erstausgabe Carus 27.037/00, ISMN 979-0-007-01774-3 28 Seiten, DIN A4, ohne Umschlag Mindestbestellmenge: 20 Exemplare
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  • 1974–2001 Diözesankantor in Linz, 1986–2003 Domkapellmeister in Linz zur Person

Rezensionen

Franz Xaver Müller (1870-1948): Missa diatonica

Franz Xaver Müller (1870-1948): Missa diatonica

Man sagt gerne Gabriel Joseph Rheinberger nach, er sei ein „verspäteter Mendelssohn” gewesen, kein schlechter Komponist also, aber eben seiner Zeit hinten nach... Gleiches Schicksal wird wohl dem Komponisten Franz Xaver Müller widerfahren. Im Gegensatz zu Rheinberger kennt man ihn in der Schweiz wohl kaum. Müller stammt aus Oberösterreich, war Sängerknabe im Augustiner-Chorherrenstift St. Florian. 1924 -1943, während der Entstehungszeit unserer vorliegenden Messe, war er Domkapellmeister im Maria-Empfängnis-Dom in Linz. Gewiefte Leserinnen und Leser werden das „Duplikat” damit bereits erraten haben. Anton Bruckner schrieb die Messe e-Moll für eben diesen Dom, und Müller musste Bruckner bereits in frühen Jahren in St. Florian kennen gelernt haben. Bezüglich der musikalischen Gestalt scheint es, wie wenn für Müller die Zeit stehen geblieben wäre und er sich von seinem „Vorbild Bruckner” kaum lösen konnte. Der Messe liegt die diatonische F-Dur Tonleiter zugrunde, im Kyrie nur angedeutet, im Gloria dann offensichtlich. Bezüglich dem Grad der Ausführbarkeit kann man sich einen etwas gemäßigten, weniger chromatischen Bruckner vorstellen. Ansonsten gilt für Müller leider das selbe Urteil wie für Rheinberger: Kein schlechter Komponist, aber eben seiner Zeit hinten nach...  

Raphael Immoos
Quelle: Musik & Liturgie 1/04

Franz Xaver Müller: Missa diatonica

[...] Viel aufwändiger präsentiert sich die lateinische Messe für sechsstimmigen Chor a cappella (SSATBB) von Franz Xaver Müller (2), Domkapellmeister in Linz. Er hat das Werk im Jahr 1940 komponiert. Es handelt sich aber keineswegs um moderne Musik. Die Messe entspricht eher den Motetten alter Meister. Die Harmonik ist aber auch der Romantik verpflichtet. Man merkt, dass Müller (1870 geboren!) stark von Bruckner beeinflusst war, der ebenfalls mehrere Werke für den Domchor in Linz komponiert hatte. Die Messe von Müller ist eine wertvolle, sehr dichte Musik, die auf jede Weitläufigkeit verzichtet und ganz auf den Gottesdienst ausgerichtet ist. Die einzelnen Stimmen werden sehr gesanglich geführt. Im 1.Sopran sind aber mehrmals hohe Spitzentöne zu bewältigen. Gesamte Dauer: ca. 20 Minuten.

Frieder Liebendörfer
Quelle: Musik und Gottesdienst 4/04

Zu Unrecht ist Franz Xaver Müller ein heute vergessener Komponist. Zu Lebzeiten bekleidete er hohe Kirchenmusikerämter, u.a. das des Domkapellmeisters am Linzer Maria-Empfängnis-Dom. Als Komponist zahlreicher geistlicher und weltlicher Werke steht er in der Bruckner-Tradition. Die Missa diatonica, 1940 komponiert, ist ein reizvolles Stück, das durchaus eine Alternative oder auch Ergänzung zu J. G. Rheinberger sein kann. Auch für den liturgischen Gebrauch ist die mittelschwere Messe wegen ihrer annehmbaren Länge bestens geeignet.

Anke Westermann
Quelle: Musik im Bistum Essen II/03 – I/04, S. 58

(Mfr) Die musikalischen Früchte des Cäcilianismus werden in letzter Zeit - nach einer langen Unterbrechung - wieder beachtet. Müller, der als Stiftsorganist, später als Regens chori in St. Florian und schließlich als Domkapellmeister am Linzer Dom tätig war, wurde musikalisch durch das Wirken seines berühmten Vorgängers Anton Bruckner geprägt. Sehr sparsam eingesetzte chromatische Auflockerung des tonalen Satzes, eine vom Klangkörper geforderte große dynamische Bandbreite wie auch die praktische Ausrichtung für den liturgischen Gebrauch sind für das Stück kennzeichnend.

Quelle: Musica Sacra 2/04, S. 42

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