Requiem. Fassung mit kleinem Orchester
op. 48, 1889
Das Requiem von Gabriel Fauré liegt bei Carus in zwei Fassungen vor; der 1900 abgeschlossenen „sinfonischen Fassung“ sowie einer rekonstruierten Fassung mit kleinem Orchester von 1889.
- Kritische Ausgabe einer der am meisten aufgeführten Requiem-Vertonungen
- Rekonstruktion einer „Fassung 1889“ mit einer gegenüber der Letztfassung des Werkes reduzierten Besetzung
- Ausführliches Vorwort in drei Sprachen
- Kritischer Bericht mit Informationen zur Quellenlage, Edition und Lesarten
Die im Jahre 1901 veröffentlichte „sinfonische Fassung“ des Requiems von Gabriel Fauré war das Ergebnis eines 13-jährigen Kompositionsprozesses. Ausgehend von einer fünfsätzigen Urgestalt für Streicher, Harfe und Orgel hatte der Komponist für Aufführungen nacheinander zwei weitere Sätze hinzugefügt und die Instrumentierung stufenweise erweitert.
Die vorliegende Rekonstruktion einer „Fassung mit kleinem Orchester“ zeichnet sich von anderen derartigen Versuchen dadurch aus, dass sie das Werk erstmals nicht in einer Mischfassung, sondern in seiner Gestalt aus dem Jahre 1889 anbietet. Diese unterscheidet sich von der Letztfassung sowohl in musikalischer Hinsicht als auch in der Besetzung, denn sie verwendet noch keine Flöten, Klarinetten und Fagotte und nur zwei Hörner. Da im Jahre 1889 das Offertoire noch keine Chorteile umfasste, ist im Anhang zur Ausgabe das Offertoire der „sinfonischen Fassung“ enthalten.
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Komponist*in
Gabriel Fauré
| 1845-1924Französischer Komponist, 1845-1924.
Er war Schüler von Camille Saint-Saëns und studierte an der Pariser Schule für Kirchenmusik. Fauré arbeitete als Organist, Chorleiter und gab Klavierunterricht und Klavierabende in Pariser Salons. Am Klavier konnte er glänzend improvisieren, was sich auch in seinen Kompositionen niederschlägt. 1905-1920 war er Direktor des Pariser Conservatoire.
Fauré schrieb vor allem Vokal-, Klavier- und Kammermusik. Am bekanntesten sind seine Klavierlieder für Solostimme und sein Requiem, das auch bei seiner eigenen Trauerfeier aufgeführt wurde.
zur Person
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Herausgeber*in
Marc Rigaudière
Marc Rigaudière ist Professor für Musikwissenschaft an der Universität Reims Champagne-Ardenne (URCA) und des dortigen Studien- und Forschungszentrums für Kulturgeschichte (CERHiC). Bereits 1993 war er erster Preisträger im Fach Musikalische Analyse am Pariser Konservatorium (CNSMDP). Es folgten an der Pariser Universität Sorbonne 2002 die Promotion und 2019 die Habilitation. Marc Rigaudière hatte Lehraufträge an verschiedenen Universitäten inne, u.a. am Konservatorium in Metz sowie an der Sorbonne in Paris. Seine Forschungsschwerpunkte sind Musiktheorie und musikalische Analyse. U.a. beschäftigt er sich mit dem deutsch-französischen Kulturtransfer im Bereich der Musiktheorie. Seit 2002 widmet er sich in Zusammenarbeit mit dem Carus-Verlag der wissenschaftlichen Edition musikalischer Werke. Seine vollständige Publikationsliste ist hier zu finden: https://cv.hal.science/marc-rigaudiere zur Person
Rezensionen
[...] Konkurrenzlos ist die von Rigaudière rekonstruierte Fassung von Faurés Requiem mit kleinerer Besetzung, die im Carus-Verlag erschienen ist. [...] Manche brieflichen Äußerungen des Komponisten deuten darauf hin, dass diese Fassung ohne Flöten, Klarinetten und Fagotte und mit nur zwei (statt vier) Hörnern seinen Klangvorstellungen noch näher kam als die spätere (wohl auf Drängen seines Verlegers Hamelle angefertigte) sinfonische Version. [...]
Sven Hiemke, Musik & Kirche, Nr. 5/2011
… das Requiem zählt zu den zugänglicheren Chorwerken … und ist durch die variablen Besetzungsgrößen in nahezu jeder Chorstärke aufführbar.
Kirchenmusik im Bistum Limburg, 10/2024