Deus, judicium tuum
TVWV 7:7
Die repräsentative lateinische Psalmkomposition "Deus, judicium tuum" (Ps. 71/72) zählt zum Besten aus Telemanns Feder. Die Entstehung ist mit seiner im Herbst 1737 angetretenen achtmonatigen Paris-Reise verbunden, bei der er im Musikleben der Metropole Triumphe feierte. Wie er nicht ohne Stolz berichtet, wurde das Stück „im Concert spirituel von bey nahe hundert auserlesenen Personen, in dreien Tagen zweimahl, aufgeführet“. Drei prächtige Chorsätze umschließen eine farbenreiche Folge von anspruchsvollen Solosätzen.
Kaufen
Zusatzinformationen zum Werk
-
Komponist*in
Georg Philipp Telemann
| 1681-1767Telemanns überaus reiches kompositorisches Schaffen, der Ertrag eines Dreivierteljahrhunderts, umfasst nahezu alle Gattungen der Musik und reicht, im vokalen Bereich, vom Generalbasslied über Kammer- und Kirchenkantate bis zur Oper. Auch in seiner eigenen Einschätzung spielt die Kirchenmusik die zentrale Rolle in seinem Schaffen; vermutlich hat er allein über 1.600 Kirchenkantaten komponiert, dazu kantatenartige Trauermusiken (wie Du aber, Daniel, gehe hin ), Psalmvertonungen (bspw. Deus judicium tuum ) und Oratorien. Allenthalben in seinem Werk zeigt sich Telemann als ein fortschrittlicher, dem Neuen aufgeschlossener und experimentierfreudig nach neuen Wegen suchender Komponist; nicht zu Unrecht hat man ihn einen Wegbereiter der Klassik genannt. Indes macht das kompositorische Wirken nur einen Teil seiner musikgeschichtlichen Bedeutung aus: Als Musikverleger, als Autor didaktisch ausgerichteter Publikationen, als Leiter bürgerlicher Musikvereinigungen und Initiator öffentlicher Konzerte hat er wesentlich an der Schaffung auch der äußeren Voraussetzungen für die folgende, vom musikalisch gebildeten Bürgertum getragene Epoche der Musik mitgewirkt. zur Person
-
Herausgeber*in
Klaus Hofmann
| 1939
Rezensionen
[...] Es handelt sich bei dieser Psalmvertonung um ein besonders reifes Beispiel der „Grand motet”, das zeigt sich in der gekonnten Dramaturgie der Solo-und Chorsätze, in der Instrumentation und Behandlung der Singstimmen, sowie in der Harmonik, auf deren Extravaganzen der Herausgeber in seinem Vorwort ausführlich eingeht. [...] Ein sehr empfehlenswertes Werk in der entsprechenden liturgischen und besetzungsmäßigen Umgebung. [...]
Württembergische Blätter für Kirchenmusik, 1/2010