Trauer-Actus »Ach, wie nichtig, ach wie flüchtig«
Über die Nicht- und Flüchtigkeit des menschlichen Lebens. Kantate zum 24. Sonntag nach Trinitatis TVWV 1:38
Im Trauer-Actus haben wir es mit dem wahrscheinlich frühesten Werk des Grimmaer Telemann-Kantatenkomplexes zu tun. Seine textliche und musikalische Faktur legt nahe, die Entstehung des Werkes in Telemanns Hildesheimer Schülerzeit zwischen etwa 1696/97 und 1701 anzunehmen. Es handelt sich um einen Kantatentyp, bei dem Bibeldicta als Aussagen zu einem bestimmten Thema zusammengestellt werden und durch Kirchenlieder ergänzt werden können (siehe auch Bachs Actus tragicus).
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Zusatzinformationen zum Werk
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Komponist*in
Georg Philipp Telemann
| 1681-1767Telemanns überaus reiches kompositorisches Schaffen, der Ertrag eines Dreivierteljahrhunderts, umfasst nahezu alle Gattungen der Musik und reicht, im vokalen Bereich, vom Generalbasslied über Kammer- und Kirchenkantate bis zur Oper. Auch in seiner eigenen Einschätzung spielt die Kirchenmusik die zentrale Rolle in seinem Schaffen; vermutlich hat er allein über 1.600 Kirchenkantaten komponiert, dazu kantatenartige Trauermusiken (wie Du aber, Daniel, gehe hin ), Psalmvertonungen (bspw. Deus judicium tuum ) und Oratorien. Allenthalben in seinem Werk zeigt sich Telemann als ein fortschrittlicher, dem Neuen aufgeschlossener und experimentierfreudig nach neuen Wegen suchender Komponist; nicht zu Unrecht hat man ihn einen Wegbereiter der Klassik genannt. Indes macht das kompositorische Wirken nur einen Teil seiner musikgeschichtlichen Bedeutung aus: Als Musikverleger, als Autor didaktisch ausgerichteter Publikationen, als Leiter bürgerlicher Musikvereinigungen und Initiator öffentlicher Konzerte hat er wesentlich an der Schaffung auch der äußeren Voraussetzungen für die folgende, vom musikalisch gebildeten Bürgertum getragene Epoche der Musik mitgewirkt. zur Person
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Herausgeber*in
Wolfram Steude
| 1931-2006
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Übersetzer*in
Robert Scandrett
| 1925-2014
Rezensionen
Telemann, Georg Philipp: Trauer-Actus „Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig”
Telemann, Georg Philipp: Trauer-Actus „Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig”
Es handelt sich bei der Komposition um ein frühes Werk Telemanns in der für damalige Verhältnisse und den thematischen Kontext (Tod, Trauer) nicht unüblichen Besetzung für Chor, Soli, 4 Gamben, 4 Blockflöten und b.c. Das kurze Stück (ca. 10 Minuten) verarbeitet den Choral „Ach wie flüchtig, ach wie nichtig” (vg.l. GL 657). Es beinhaltet nur einen Chorsatz ohne größere Schwierigkeiten, der, zweimal gesungen, einfache Arien umrahmt. Dem Ganzen vorangestellt ist eine Sonata, bei der Gamben- und Blockflötenchor alternativ musizieren. Einfache und wirkungsvolle Musik, in der üblichen Carus-Qualität mit Vorwort und kritischem Bericht als Erstdruck erschienen.
Christian Gerharz
Quelle: Musik im Bistum Essen 1/1998, S. 39/40