Mottetto per San Paolino
SC 2
Puccinis erstes bekanntes kirchenmusikalisches Werk entstand während seiner Schulzeit im „Istituto Pacini“ in Lucca und wurde dort 1877 uraufgeführt; als Text wählte er einen vermutlich eigens gedichteten lateinischen Hymnus an den Stadtpatron von Lucca. Das Werk war so beliebt, dass bis 1880 weitere drei Aufführungen folgten, wobei es auch als Einlage nach dem Credo der Messa a 4 voci verwendet wurde. Danach verschwand es völlig aus dem Musikleben und wurde erst in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wiederentdeckt.
Da die Besetzung bis auf den hier fehlenden Solotenor identisch mit jener der Messa ist, bietet sich auch aus diesem Grund eine gemeinsame Aufführung beider Werke an.
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Zusatzinformationen zum Werk
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Komponist*in
Giacomo Puccini
| 1858-1924Giacomo Puccini entstammt einer Dynastie von in der toskanischen Stadt Lucca wirkenden Kirchenmusikern. Noch seine 1880 dort uraufgeführte Messa a 4 con orchestra schien auch ihn auf diesem Weg zu zeigen, doch unmittelbar darauf ging er an das Mailänder Konservatorium mit dem Ziel, Opernkomponist zu werden. Als Studienarbeiten entstanden dort seine einzigen selbstständigen Orchesterstücke Preludio sinfonico (1882) und Capriccio sinfonico (1883) sowie bereits einige seiner 16 vollständig erhaltenen Klavierlieder (Canti), die er mit häufigen Bezügen zu seinen Opern beinahe während seines ganzen Schaffens komponierte. Den Durchbruch als Opernkomponist erzielte er mit Manon Lescaut (1893); zwischen 1893 und 1904 entstanden seine bis heute meistgespielten Werke La Bohème, Tosca und Madama Butterfly. In den letzten Jahren erwuchs die Erkenntnis, dass Puccinis Gesamtwerk einer Neubewertung bedarf. So wird er zunehmend als ein den Aufbruch in die Moderne suchender Musiker verstanden. zur Person
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Herausgeber*in
Dieter Schickling
| 1939-2023Nach dem Studium der Germanistik,Anglistik und Philosophie und der Promotion in Germanistik war Dieter Schickling hauptsächlich für das Fernsehen des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart tätig, zuletzt als Leiter der Hauptabteilung Bildung, Spiel, Unterhaltung. Seine intensive Auseinandersetzung mit Musik führte zu langjähriger Forschung über Puccini,die in verschiedene Publikationen mündete, u.a. das erste umfassende Werkverzeichnis Puccinis, 2003. zur Person