Die oratorischen Passionen von Homilius gehören zu den letzten Kompositionen dieser Art aus dem 18. Jahrhundert. Die Rolle des Chores ist in der "Johannespassion" weitgehend auf die zahlreichen Choräle und Volkschöre beschränkt, aber gerade bei letzteren zeigt Homilius, warum er besonders als Chorkomponist gerühmt wurde. Die kurzen, sehr unterschiedlichen und oft anspruchsvollen Turbae verlangen den Chorsängern höchste Präsenz ab. Wer hier seine Stimme nicht vor der ersten Note beherrscht, isrt verloren. Der Schlusssatz greift die herausragende Bedeutung der Kreuzigung im Johannes-Evangelium als Erhöhung durch einen ungewöhnlichen Wandel von a-Moll zum fast jubelnden A-Dur auf.
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Es musizieren: Jana Reiner, Katja Fischer (soprano), Franz Vitzthum (alto), Jan Kobow, Stephan Keucher, Christian Lutz (tenore), Tobias Berndt, Clemens Heidrich (basso) – Dresdner Barockorchester, Dresdner Kreuzchor – Roderich Krelle
Inhaltsverzeichnis
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Komponist*in
Gottfried August Homilius
| 1714-1785Gottfried August Homilius wurde am 2. Februar 1714 in Rosenthal (Sachsen) als Sohn eines Pastors geboren. Im Mai 1735 wurde er als Jura-Student an der Universität Leipzig immatrikuliert. Die durch Johann Adam Hiller bezeugte Schülerschaft bei Johann Sebastian Bach dürfte in diese Zeit fallen. Außer zu Bach bestand Kontakt zu dem Bachschüler und Nicolai-Organisten Johann Schneider, dessen Aufgaben Homilius vertretungsweise übernahm. Nach einer erfolglosen Bewerbung auf eine Organistenstelle in Bautzen erhielt Homilius 1742 eine Anstellung als Organist an der Dresdner Frauenkirche. 1755 trat er schließlich die Nachfolge Theodor Christlieb Reinholds als Kreuzkantor und Musikdirektor der drei Dresdner Hauptkirchen an, ein Amt, das er bis zu seinem Tod am 2. Juni 1785 inne hatte. zur Person
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Ensemble
Dresdner Kreuzchor
Der Dresdner Kreuzchor ist einer der ältesten und berühmtesten Knabenchöre der Welt. Auch nach fast 800 Jahren besteht seine wichtigste Aufgabe darin, die Vespern und Gottesdienste in der Kreuzkirche am Dresdner Altmarkt musikalisch zu gestalten. Nicht nur an hohen kirchlichen Feiertagen, sondern über das gesamte Kirchenjahr hinweg bestreitet der Kreuzchor die Hälfte aller liturgischen Dienste in dem berühmten Gotteshaus am Altmarkt. Die Kreuzkirche dient gleichermaßen als eindrucksvoller Bau für die Chorkonzerte, die von bis zu 3000 Zuhörern besucht werden. Der Dresdner Kreuzchor prägt damit als älteste städtische Kulturinstitution das musikalische Leben Dresdens in besonderer Weise, zählt er doch zu den künstlerisch höchst anerkannten Ensembles seiner Art. Den exzellenten Ruf der Kulturmetropole verbreitet der Chor als einer ihrer profiliertesten Botschafter in alle Welt. Mehrmals im Jahr begibt sich der Dresdner Kreuzchor auf nationale und internationale Konzerttourneen über deutsche und europäische Grenzen hinaus bis nach Israel, Kanada, Japan, Südamerika und in die USA. Dazu kommen Auftritte bei internationalen Musikfestivals ebenso wie ungezählte Rundfunk- und Fernsehaufnahmen. Da der Chor über ein äußerst breit gefächertes Repertoire verfügt, das vom Frühbarock bis zu Uraufführungen der zeitgenössischen Moderne reicht, hat er seit mehr als 80 Jahren über 800 Tonaufnahmen für angesehene Plattenfirmen eingesungen. Eine stete Zusammenarbeit wird mit berühmten Orchestern wie der Dresdner Philharmonie und der Sächsischen Staatskapelle Dresden gepflegt. Renommierte Opernhäuser verpflichten Chorsolisten regelmäßig für Solopartien wie die der drei Knaben in der Zauberflöte. Ihr Abitur erlangen die Kruzianer bis heute in der Kreuzschule; etwa die Hälfte von ihnen wohnt im benachbarten Alumnat, dem Internat des Chores. Neben dem normalen Schulalltag erhalten die etwa 150 Sänger im Alter zwischen neun und achtzehn Jahren wöchentlich Gesangs- und Instrumentalunterricht. Ihre tägliche Probenarbeit und der spezifische Chorklang bilden die Grundlage für den Erfolg und die Berühmtheit des Dresdner Kreuzchores. zur Person
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Orchester
Dresdner Barockorchester
Eine der Besonderheiten des 1991 gegründeten Dresdner Barockorchesters besteht in seiner Zusammensetzung, die Spezialisten der Alte-Musik- Szene mit Orchestermusikern aus der Dresdner Staatskapelle und Dresdner Philharmonie vereint. In die gemeinsame Arbeit mit dem barocken Instrumentarium, das durch seine spezifische Klarheit des Klanges und der Artikulation ein vielfarbiges, sprechendes Musizieren ermöglicht, werden somit unterschiedliche Erfahrungen eingebracht. Einig sind sich die Musiker in ihrer Verpflichtung gegenüber dem prägenden Vorbild, der Hofkapelle Augusts des Starken. Das Erbe jener Epoche sind repräsentative Kompositionen von Kapellmeistern und Instrumentalisten der Hofkapelle wie Hasse, Heinichen, Zelenka, Quantz, Pisendel u. a., die einen Schwerpunkt im Repertoire des Dresdner Barockorchesters bilden. Dieses Repertoire umspannt die Zeit vom Ende des 17. Jahrhunderts bis hin zu Mozart. Das Dresdner Barockorchester pflegt eine enge Zusammenarbeit mit dem Dresdner Kammerchor und dessen Dirigenten Hans-Christoph Rademann. zur Person
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Sopran-Solo
Katja Fischer
Katja Fischer absolvierte ihr Gesangsstudium in Dresden bei Regine Köbler. Als Interpretin von Opernliteratur trat sie wiederholt im Rahmen der Dresdner Musikfestspiele auf. Die Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Ekkehard Klemm, Roderich Kreile, Hans-Christoph Rademann, Ludger Rémy sowie Meisterkurse bei Olaf Bär, Andreas Schmidt und Ruth Ziesak bereicherten ihr musikalisches Profil. Besondere Aufmerksamkeit widmet die Sopranistin der Erschließung klassischen Oratorienrepertoires und der Alten Musik. zur Person
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Sopran-Solo
Jana Reiner
Jana Reiner studierte von 1994 bis 2001 in Dresden Gesang bei Ilse Hahn und Heidi Petzold und nahm an Meisterkursen bei Semjon Skigin, Brigitte Fassbaender, Elisabeth Schwarzkopf und Klessie Kelly teil. Nach einem Festengagement ab 2002 am Theater Plauen-Zwickau ist Jana Reiner seit 2004 freischaffend als Konzert- und Opernsängerin tätig und arbeitete mit verschiedenen Barockorchestern in Dresden, Chemnitz und Leipzig, mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden, der Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz und der Sinfonia Varsovia zusammen. Konzertreisen führten sie in viele deutsche Städte und ins europäische Ausland. zur Person
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Alt-Solo
Franz Vitzthum
Der ehemalige Regensburger Domspatz Franz Vitzthum absolvierte sein Gesangsstudium bei Kai Wessel in Köln. Er ist zu Gast bei renommierten internationalen Festivals und arbeitet mit Dirigenten wie Nicolas McGegan, Hermann Max, Marcus Creed und Philippe Herreweghe zusammen. Als vielgefragter Kammermusikpartner konzertiert er u. a. mit dem Lautenisten Julian Behr, dem Capricornus Consort Basel und dem von ihm gegründeten Vokalensemble Stimmwerck. zur Person
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Tenor-Solo
Jan Kobow
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Tenor-Solo
Stephan Keucher
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Tenor-Solo
Christian Lutz
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Bass-Solo
Tobias Berndt
Tobias Berndt begann seine musikalische Ausbildung im Dresdner Kreuzchor. Er studierte bei Hermann Christian Polster in Leipzig und setzte seine Ausbildung bei Rudolf Piernay in Mannheim fort. Zu seinen Lehrern gehören außerdem Dietrich Fischer-Dieskau und Thomas Quasthoff. Er war Preisträger zahlreicher renommierter Gesangswettbewerbe, u. a. gewann er den internationalen Wettbewerb Das Lied in Berlin, den internationalen Brahms-Wettbewerb und den Cantilena Gesangswettbewerb. Als Opern- und Konzertsänger hat sich Tobias Berndt weit über die Landesgrenzen hinaus etabliert. Er arbeitete mit Dirigenten wie Philippe Herreweghe, Helmuth Rilling, Frieder Bernius, Teodor Currentzis, Marcus Creed, Hans-Christoph Rademann, Andrea Marcon, Marek Janowski und Sir Roger Norrington zusammen und war in der Berliner Philharmonie, der Tonhalle in Zürich, dem Concertgebouw Amsterdam, im Leipziger Gewandhaus, der Tschaikowsky Concert Hall in Moskau, dem Teatro Colon in Buenos Aires und im Lincoln Center New York zu erleben. Er gastierte bei bedeutenden Festivals wie dem Prager Frühling, dem Rheingau Musik Festival, den Händel-Festspielen in Göttingen und Halle, dem Bachfest Leipzig, dem Oregon Bachfestival und dem International Music Festival in Peking. Eine umfangreiche Diskografie dokumentiert seine vielseitige künstlerische Tätigkeit. zur Person
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Bass-Solo
Clemens Heidrich
Clemens Heidrich erhielt seine erste musikalische Ausbildung im Knabenchor Dresden und später in der Musikspezialklasse des Lessinggymnasiums Hoyerswerda. 2002 legte er sein Konzertexamen an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ Dresden ab. Seitdem ist er freischaffend und überwiegend als Konzertsänger tätig. Konzertreisen führten ihn u. a. nach Antwerpen, Bergen (Norwegen), Jerusalem, Lissabon, Paris sowie nach Tokio zum Festival „La folle journée“. Ensembles, mit denen Clemens Heidrich zusammenarbeitete sind u.a. die Akademie für Alte Musik Berlin, das Dresdner Barockorchester, der Dresdner Kammerchor, das Kleine Konzert, die Kammerphilharmonie Bremen, der Dresdner Kreuzchor, die Dresdner Singakademie, die Rheinische Kantorei sowie die Sächsische Staatskapelle Dresden. zur Person