J. S. Bach: Osteroratorium & C. P. E. Bach: Danket dem Herrn / Heilig (Bernius)
Frieder Bernius unterstreicht mit dieser Einspielung erneut seine Spitzenstellung.
Ausgezeichnet mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik
Inhaltsverzeichnis
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Vorwortverfasser*in
Ulrich Leisinger
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Chor
Kammerchor Stuttgart
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Orchester
Barockorchester Stuttgart
Das Barockorchester Stuttgart, 1985 von Bernius gegründet, ist ein auf die Musik des achtzehnten Jahrhunderts spezialisiertes Ensemble. Die Musiker gehören zu den führenden Vertretern der historischen Aufführungspraxis und musizieren ausschließlich auf Originalinstrumenten. Das Ensemble widmet sich in besonderem Maße der Wiederauführung von Opern des 18. Jahrhunderts. Es war zu Gast bei zahlreichen internationalen Festivals, u.a. in Rom, Salzburg, Dresden und Göttingen. zur Person
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Dirigent*in
Frieder Bernius
| 1947Die Arbeit von Frieder Bernius findet weltweit große Anerkennung. Als Dirigent wie als Lehrer ist er international gefragt. Seine künstlerischen Partner sind vor allem der Kammerchor Stuttgart, das Barockorchester Stuttgart, die Hofkapelle Stuttgart und die Klassische Philharmonie Stuttgart. Den Grundstein für seine außergewöhnliche Karriere legte 1968 die Gründung des Kammerchors Stuttgart, den er bald zu einem der führenden Ensembles seiner Art machte. Ob Vokalwerke von Monteverdi, Bach, Händel, Mozart, Beethoven, Fauré und Ligeti, Schauspielmusiken von Mendelssohn oder Sinfonien von Haydn, Burgmüller und Schubert – stets zielt die Arbeit von Frieder Bernius auf einen am Originalklangideal orientierten, zugleich unverwechselbar persönlichen Ton. Wiederentdeckungen von Opern des 18. Jahrhunderts widmet er sich ebenso wie Uraufführungen zeitgenössischer Kompositionen. Ein besonderes Interesse gilt der südwestdeutschen Musikgeschichte. Frieder Bernius’ Arbeit ist im Label Carus vielfach auf Schallplatte und CD dokumentiert. Viele Einspielungen wurden mit internationalen Schallplattenpreisen ausgezeichnet. Im Rahmen des Deutschen Chorfests in Stuttgart wurde Frieder Bernius vom Carus-Verlag für seine Gesamteinspielung der geistlichen Vokalmusik von Felix Mendelssohn Bartholdy mit einer Goldenen CD ausgezeichnet. zur Person
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Sopran-Solo
Joanne Lunn
Joanne Lunn, Sopran, studierte am Royal College of Music in London und gewann dort die renommierte Tagore Goldmedaille. Als Solistin konzertiert sie regelmäßig mit allen renommierten Ensembles alter Musik. Ihr Operndebüt gab sie an der English National Opera in Monteverdis L’incoronazione di Poppea und sang in Venedig die Helena in Brittens A Midsummer Night’s Dream sowie in Paris und Peking in Monteverdis L’Orfeo. Im Rahmen von oratorischen Auführungen arbeitet Joanne Lunn mit Dirigenten wie Bernius, Minkowski, Norrington und Suzuki zusammen. zur Person
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Alt-Solo
Elisabeth Jansson
Die schwedische Mezzosopranistin Elisabeth Jansson, geboren 1976, studierte am Richard- Strauss-Konservatorium in München, an der Royal Academy of Music in London sowie an der Royal Opera Academy in Kopenhagen. Sie sang Hauptrollen in verschiedenen Opernproduktionen – von 2007 bis 2009 war sie Solistin im Ensemble der Royal Opera Kopenhagen. Darüber hinaus ist Elisabeth Jansson sehr gefragt als Konzertsängerin und trat bei Konzerten renommierter Festivals in ganz Europa auf. (BWV 249) zur Person
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Tenor-Solo
Jan Kobow
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Bass-Solo
Gotthold Schwarz
Gotthold Schwarz erhielt seine erste musikalische Ausbildung an der Kirchenmusikschule Dresden und an der Hochschule für Musik Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig. Der Bassist studierte Gesang bei Gerda Schriever und Dirigieren bei Max Pommer und Hans-Joachim Rotzsch. Regelmäßige Zusammenarbeit verbindet ihn mit renommierten Künstlern und Ensembles in ganz Europa, so Frieder Bernius, Peter Schreier und Philippe Herreweghe. Neben seinen umfangreichen Konzerttätigkeiten, u. a. in den USA, gab er Interpretationskurse zu Bachs Werken. Zahlreiche CD- und Rundfunkproduktionen dokumentieren sein umfassendes Repertoire, das neben der Konzert- und Opernliteratur den Liedgesang vom Barock bis zur Moderne beinhaltet. zur Person
Rezensionen
Ein musikalisches Doppelporträt des Thomaskantors Johann Sebastian Bachs und seines Sohnes Carl Philipp Emmanuel, der als Dire
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J. S. Bach: Osteroratorium / C.P.E. Bach: Danket dem Herrn
Ein musikalisches Doppelporträt des Thomaskantors Johann Sebastian Bachs und seines Sohnes Carl Philipp Emmanuel, der als Director Musices in Hamburg 1767 seinem Paten Georg Philipp Telemann nachfolgte, unternimmt diese CD. Dem elfsätzigen Osteroratorium von Vater Bach liegt eine Huldigungsmusik an den Weißenfelser Herzog Christian aus dem Jahr 1725 zugrunde. Diese als „Parodie ” bezeichnete Wiederverwendung von weltlicher Musik, die für einen besonderen Anlass entstanden war, taucht in Bachs Werk immer wieder auf und dokumentiert das Bestreben des selbstbewussten Komponisten, eine gute und aufwendige Arbeit nicht nach einmaliger Verwendung für den festlichen Anlass gewissermaßen im Regal verstauben zu lassen, sondern als geistliche Musik einem Korpus einzufügen, das dank der jährlichen Wiederkehr der liturgischen Ereignisse eine mehrmalige Verwendung der Komposition ermöglichte. Nie wandte Bach übrigens dieses Verfahren in umgekehrter Weise an, das wäre dem frommen Mann als Profanierung der religiösen Sphäre erschienen. Sein Osteroratorium führte Bach mit geringfügigen Veränderungen mindestens viermal auf.
Carl Philipp Emmanuel Bachs Dankhymne an die Freundschaft ist im Januar 1785 entstanden, da war der Hamburger Bach bereits über 70 Jahre alt (ein Alter, das sein mit 65 Jahren verstorbener Vater nicht hatte erleben dürfen; außer dem älteren Bruder Wilhelm Friedemann, der mit 74 Jahren genauso alt wurde wie Carl Philipp, erreichte keiner der beiden jüngeren Brüder das 65. Lebensjahr). Die beschwingte Komposition ist offensichtlich als Ehrenmusik anlässlich des Geburtstags einer hochgestellten Persönlichkeit entstanden, der sich Carl Philipp angesichts der Qualität des Werkes durchaus verbunden gefühlt haben dürfte. Das Werk atmet aufklärerische Religiosität und wird belebt durch den Geist des empfindsamen Stils, dessen Protagonist dieser Bach war, der zu Lebzeiten berühmter war als sein allseits geachteter Leipziger Vater. An den Schluss des Werks fügte C. P. E. Bach sein berühmtes Heilig an, die großartige Bearbeitung des 150. Psalms, dessen Effekts er sich bei seinen Zeitgenossen immer sicher sein konnte. Noch heute verfehlt die Verquickung der Choralmelodie Lobt Gott, ihr Christen allzugleich mit einem Chorsatz auf die Worte des 150. Psalms ihre Wirkung nicht und weist den Sohn als einen würdigen Nachfolger seines Vaters aus, der ganz und gar in seiner eigenen Zeit steht. Ebenbürtiges hat nur Haydn in seinen späten Oratorien geleistet!
Frieder Bernius stellt mit dieser Einspielung aufs neue die Perfektion seiner Ensembles ebenso wie seine Stilsicherheit unter Beweis: Dieses Porträt zweier grandioser Komponisten, die jeweils ihrer Epoche ihren Stempel aufgedrückt haben und dabei noch zufällig Vater und Sohn waren (was der Sohn nie geleugnet hat!) wird so leicht nicht seinesgleichen finden!
Detmar Huchting
Quelle: Klassik-heute.de, (14.09.2005)
(jj) [...] Gemeinsam gelingt allen Musikerinnen und Musikern ein weiteres brillierendes Sternchen am weiten Himmel der Bach-Interpretationen. Es handelt sich um weniger bekannte Werke der Bachs, die jedoch der Beachtung unbedingt wert sind. Die Vertonung der frohen Osterbotschaft kann sich zwar weder im Umfang noch im Gewicht mit den Passionen Johann Sebastian Bachs messen, doch zeugt auch hier jeder einzelne Satz vom Genius des Komponisten. Carl Philipp Emanuel Bachs »Danket dem Herrn« ist der erste, geistliche Teil aus der lange Zeit in Vergessenheit geratenen »Dankhymne an die Freundschaft«, ein auftragsgebundenes Alterswerk. Das »Heilig« beschließt effektvoll die Aufnahme: eingeleitet durch eine Alt-Arie, erklingen die einzelnen Psalmverse antiphonisch im Wechsel mit einer Choralstrophe aus »Lobt Gott, ihr Christen alle gleich« in überraschend kühner Harmonisierung und Instrumentierung. Ein Stück, das es wirklich verdient, der Vergessenheit entrissen zu werden!
Quelle: Cantate, Nov/Dez 2005, S. 35
Musikalisch entschädigt
[...] Schon allein das doppelchörige „Heilig” des Bach-Sohnes rechtfertigt letztlich die gesamte CD. Mit Gleich- und Augenmaß führt Bernius seine Musiker zu einer ausgesprochen wohlgefälligen Interpretation, die trotz einer gewissen emotionalen Zurückhaltung auch die Affektwelten sehr adäquat vermittelt.
Reinmar Emans
Quelle: Fono Forum 02/06, S. 80
[...] Man kann die völlige Verschmelzung des deutschen Maestro mit dem ihm bestens vertrauten Repertoire wieder einmal loben, die es ermöglicht, uns all seine Feinheiten mit Eloquenz und Natürlichkeit zu enthüllen.
Quelle: International Choral Bulletin XXV, Nr. 1 2006
[...] Mit Frieder Bernius an der Spitze, gelingt den Stuttgarter Ausführenden eine überzeugende und packende Interpretation!
Quelle: Singende Kirche, 53. Jg. 2006 Heft 1, S. 66
[...] Abgesehen von der auch hier zu findenden makellosen Chorqualität des von Frieder Bernius nun schon über Jahrzehnte hinweg auf höchstem Standard gehaltenen Chores sind gerade die hier versammelten Werke von Carl Philipp Emanuel Bach gute Beispiele für die Modernität, die Fortschrittlichkeit gerade dieses Bach-Sohnes. Wie er zum Beispiel im Schlusschor des „Heilig” dem guten alten Choral trotz seiner vielen Strophen durch Besetzungswechsel und immer wieder neue harmonische Finessen Aufmerksamkeit sichert ist ebenso verblüffend wie die ausgeklügelte Instrumentierungskunst bis hin zu plötzlichem gezupften Spiel der Streicher, wildem Cembalo-Solo und weiteren Überraschungen, die fast so wirken, als habe ein mutiger Arrangeur von heute sich die alten Noten noch einmal vorgenommen...
Ralf Otto
Deutschlandfunk, 1.5.2006