J. S. Bachs früheste Notenhandschriften - CDs, Choir Coaches, Medien | Carus-Verlag

J. S. Bachs früheste Notenhandschriften

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Mit Weltersteinspielungen Wer bis vor kurzem glaubte, zu Johann Sebastian Bach sei alles gesagt, hat sich getäuscht. Dies zeigt der diesjährige spektakuläre Fund in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek: Entdeckt wurden dort einige bislang unbeachtete Handschriften, die jetzt nachweislich dem jungen Bach zugeordnet werden konnten. Die Handschriften enthalten Werke von Johann Adam Reincken und Dieterich Buxtehude sowie zwei bislang völlig unbekannte Werke Pachelbels in der Abschrift von Bachs Weimarer Schüler Johann Martin Schubart. Die Bach-Abschriften wurden auf die Zeit um 1700 datiert, so dass damit die bisher frühesten eigenhändigen Dokumente Bachs vorliegen. So sind nun erstmals Einblicke in den musikalischen Entwicklungsstand des 13-15-jährigen Bach möglich. Die Funde zeigen die außerordentliche Begabung, die es ihm schon früh ermöglichten, sich an so anspruchsvolle Werke der führenden Orgelkomponisten seiner Zeit zu wagen. Der international renommierte Organist und ausgesprochene Bach-Kenner Jean-Claude Zehnder präsentiert auf der vorliegenden CD diese spektakulären Fundstücke und bietet einen klingenden Einblick in das frühe Repertoire Bachs, das für seine spätere kompositorische Entwicklung prägend war. Die Einspielung auf der 1693 fertiggestellten und 1989-93 rekonstruierten Schnitger-Orgel in der St. Jacobi Kirche in Hamburg stellt durch ihre historische Nähe ein beeindruckendes Zeitzeugnis dar.
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Compact Disc Carus 83.197/00, EAN 4009350831971 CD, Digipac
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  • Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Wolff gehört zu den profiliertesten Bachforschern der Gegenwart. Er ist Professor emeritus der Harvard University und war von 2001 bis 2013 Direktor des Leipziger Bach-Archivs. zur Person

Rezensionen

Hodie Christus natus est II

Einem Genie auf der Spur
Musikgeschichte kann so spannend wie ein guter Krimi sein. Besonders, wenn ein Genie aus dem Dunkel der Vergangenheit hervortritt. So geschehen bei jenem unlängst gemachten Quellenfund in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek zu Weimar: den frühesten Notenhandschriften Johann Sebastian Bachs, der damals ein Waisenknabe von höchstens 15 Jahren war. Der Fund zeigt (mindestens) zweierlei: womit sich der junge Bach beschäftigte - von seiner Hand notiert sind Choralfantasien der norddeutschen Meister Dietrich Buxtehude sowie Johann Adam Reincken - und gleichzeitig den künstlerischen Entwicklungsstand des Eleven. Der in Basel lehrende und am Dom zu Arlesheim als Organist wirkende Jean-Claude Zehnder hat das zuweilen improvisatorisch anmutende Repertoire dieser Weimarer Orgeltabulatur jetzt kompetent auf CD eingespielt - nicht irgendwo, sondern an der zwischen 1689 und 1693 erbauten Arp-Schnitger-Orgel der Hauptkirche St. Jacobi in Hamburg, der mit ihren 60 Registern größten erhaltenen Barockorgel Nordeuropas. Die durchweg glasklaren Wiedergaben sind stilkundig, musikalisch recht lebendig und ohne falsche Projektionen. Herrlich immer wieder die farbigen Stimmen des Instruments. Selten fühlte man sich (dem jungen) Bach derart nah.
Johannes Adam
Quelle: Badische Zeitung, 25.Okt. 2006, S. 13

[...] Es ist eine dokumentarische Aufnahme im besten Sinne, die tontechnisch ausgezeichnet eingefangen ist. [...] Der Fund ist eine Sensation für die Wissenschaft [...]
Michael Gassmann
Quelle: FonoForum 12/06, S. 90

[...] In einer verdienstvollen CD-Produktion hat der Stuttgarter Carus-Verlag den wichtigen Weimarer Notenfund klanglich dokumentiert. Mit Jean-Claude Zehnder, der sich seit vielen Jahren wissenschaftlich speziell mit dem Frühwerk des jungen Bach beschäftigt, konnte man für dieses schöne und nicht alltägliche CD-Projekt den stilkundigen Interpreten finden, dessen musikwissenschaftliche Interessen und interpretationsästhetische Intentionen einer adäquaten Interpretation zugute kamen. [...] Zehnder spielt das Repertoire mit der bewegenden Klarheit und inneren Kraft, wie sie nur dem Interpreten zu Gebote steht, der sich jahrzehntelang mit der gleichzeitigen Freiheit und Gebundenheit des deutschen barocken Orgelstils intensiv auseinander gesetzt hat. Stilsicher findet er die schönsten Klangkombinationen und lässt Schnitgers herausragendes Instrument in seiner ganzen Klangschönheit erstrahlen. Besonders beeindruckend geraten dabei die groß angelegten Choralfantasien von Buxtehude und Reincken, dessen "An Wasserflüssen Babylon" mit seiner fast zwanzigminütigen Dauer auf den permanenten Wechsel zwischen intimer Farbigkeit und machtvollem Glanz im Sinne des "Stylus phantasticus" angewiesen ist. In der sensiblen Aufnahmetechnik von Dirk Lüdemann teilt sich die niemals polternde oder laut werdende Kraft des Instruments auf das Schönste mit.[...]
Alfred Gross
Quelle: Organ, 2007

Die Entdeckung der frühesten Notenhandschriften Bachs durch Peter Wollny und Michael Maul in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar ist nicht nur eine Sensation für die Bachforschung - [...] - dieser Fund ist auch eine musikalische Herausforderung an die Orgelpraktiker. Dieser Aufgabe stellte sich Jean-Claude Zehnder an der Schnitger-Orgel in St. Jacobi, Hamburg, mit bemerkenswertem Ergebnis. Nicht nur der ebenso wichtige Fund drei weiterer Werke Pachelbels von der Hand von Bachs Meisterschüler Johann Martin Schubart in Weimar, [...] sondern auch die beiden großen Choralfantasien Buxtehudes [...] erklingen in meisterhaft ruhigen und farbenfrohen Registrierungen, dass es eine Freude ist, hier zuzuhören. Die Musikpraxis ist hiermit nicht nur bereichert um nicht unbedeutende Werke Pachelbels, ihre Existenz bei dem jungen Bach in Lüneburg, Arnstadt, Mühlhausen und Weimar lassen vielmehr geschichtliche Entwicklungen besser nachvollziehen und verstehen
Rainer Goede
Quelle: Forum Kirchenmusik, 6/2007

 

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