Te Deum
1751
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Komponist*in
Johann Adolf Hasse
| 1699-1783
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Herausgeber*in
Wolfgang Hochstein
| 1950
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Herausgeber*in
Turdis Rasmussen
Rezensionen
Johann Adolf Hasse: Te Deum in D (1751)
Mit der Erstausgabe des Te Deum in D wird dem interessierten Chorleiter eine überaus sauber edierte Ausgabe in die Hand gegeben. Da die Quellenlage dieses Werkes nicht einfach ist (es liegen mindestens drei Abschriften vor, aber kein Autograph), ist man um die Angaben im Vorwort und den detaillierten kritischen Bericht des Herausgebers sehr dankbar – übrigens ein erfreuliches Beispiel dafür, dass auch textkritische Fragen so behandelt werden können, dass sie den praktischen Chorleiter zu interessieren vermögen. ... Das Werk weist besonders in den Ecksätzen große thematische Einheit auf. Der Mittelsatz besticht durch eine besonders schöne Melodik. Die Partitur bringt im Anhang eine zweite Fassung zum Text des Mittelteils (Salvum fac). Der Schreibende würde allerdings der Fassung mit Sopransolo klar den Vorzug geben. Üblicherweise wird der umfangreiche Text des Te Deum in wesentlich mehr Einzelteile aufgespalten (man denke an Händels Dettinger Te Deum oder an die entsprechende Vertonung Jomellis von 1746). Interessanterweise kehrt auch Hasse bei einer späteren Vertonung des Textes zum Prinzip der Vielteiligkeit zurück. Im vorliegenden Werk könnte eine Parallele zur Opernsinfonie gezogen werden, was bei Hasses intensiver Beschäftigung mit der Opera seria wohl kaum ein Zufall ist. Das Werk gehört zu den großen kirchenmusikalischen Schöpfungen, Musik voll Kraft und Eleganz, entstanden in einer Zeit des allgemeinen künstlerischen Niedergangs der Kirchenmusik. Es kann jedem Chorleiter sehr empfohlen werden. Die saubere Ausgabe erleichtert den Zugang und die Arbeit am Werk.
Martin Gantenbein, Musik und Gottesdienst, 1/1992
Johann Adolf Hasse schrieb sein Te Deum für den Festgottesdienst zur Einweihung der Dresdner Hofkirche. Entsprechend prächtig und prunkvoll ist das (zu seiner Zeit ungemein populäre) Werk ausgeführt. Es hat drei Sätze: einen Eingangs- und Schlusschor, in der Mitte eine Sopran-Arie. Die Besetzung entspricht dem großen barocken Orchester: Zum Streichorchester treten zwei Oboen, zwei Hörner, zwei Trompeten und Pauken. Der Chor ist vierstimmig gesetzt und wird im Tutti durch Solopassagen unterbrochen, die zwei Soprane und zwei Altstimmen (T- und B. ad lib) vorsehen. Diese Solopassagen sind so angelegt, dass sie mühelos und ohne die Dramaturgie des Werkes zu zerstören vom Chor gesungen werden können. In diesem Falle ist nur eine einzige Sopran-Solistin für den zweiten Satz („Salvum fac”) vonnöten. Dieser Satz wiederum kann durch eine im Anhang mitgeteilte Alternativ-Fassung ersetzt werden, die vier Solisten (SATB) vorsieht, falls man das Te Deum in der Aufführung mit einem anderen Werk für vier Solisten koppeln will (Die Alternativ-Fassung des „Salvum fac” wurde von Hasse zu unbekanntem Zeitpunkt ein zweites Mal vertont.) Wie das Te Deum von Caldara ist auch Hasses Werk gut von einem Laienchor realisierbar (etwa im Schwierigkeitsgrad einer frühen Haydn-Messe). Die Chorteile sind sehr klangprächtig angelegt, der Chor beginnt das Te Deum nach einer kurzen Orchestereinleitung mit einem fanfarenartig aufsteigenden Unisono-Dreiklang. Ruhiger Mittelpunkt ist die lyrische Sopranarie mit ihrem ausgewogenen Phrasenbau und den reizvollen Tonüberbindungen. Der Schlusssatz greift nicht nur den Gestus, sondern auch Motive des ersten Satzes auf und mündet in einer kurzen, abschließenden Fuge „In te, Domine, speravi”. Hasses „Te Deum” ist vorbildlich publiziert: Neben einem ausführlichen Vorwort im Sinne einer Einführung gibt es eine Textübersetzung, Faksimile-Ausschnitte und einen sehr guten Kritischen Bericht. Der Notendruck ist wie gewohnt hervorragend.
Reiner Schuhen, Württembergische Blätter für Kirchenmusik, 2/1992