Es erhub sich ein Streit
Immer wieder hat der Streit des Erzengels Michael mit dem Drachen nicht nur die bildenden Künste, sondern auch die Musik angeregt. In Form von Kantaten zum Michaelis Tag haben Komponisten immer wieder ihre Vision des Kampfgetümmels in Töne gesetzt. So auch – wahrscheinlich – der Eisenacher Organist Johann Christoph Bach (1642–1703); die Anfangsbuchstaben der Vornamen wurden erst später von J. S. Bach hinzugefügt, der eine Partiturabschrift besaß und das Stück vielleicht auch aufgeführt hat. Es ist eine der wenigen größer dimensionierten Kompositionen der Bachfamilie aus dem 17. Jahrhundert. Nicht nur der Kampf ist eindrucksvoll in Musik gesetzt, sondern auch der Sieg und die Verheißung: „Darum freuet euch ihr Himmel und die darinnen wohnen“.
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Zusatzinformationen zum Werk
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Komponist*in
Johann Christoph Bach
| -1703Johann Christoph Bach (1642–1703), der älteste Sohn Heinrich Bachs, galt bereits in der Familientradition als das große Genie vor Johann Sebastian; in der Familienchronik wird er als der „große und ausdrückende Componist“ bezeichnet. J.C. Bach wurde vermutlich von dem Arnstädter Kantor Jonas de Fletin unterwiesen, der als Schüler von Heinrich Schütz das Ideal eines italienische und deutsche Traditionen verschmelzenden Kompositionsstils vertrat. J.C. Bachs mehr als zwei Jahrzehnte währendes gemeinsames Wirken mit seinem Vetter Johann Ambrosius Bach in Eisenach gestaltete sich als besonders fruchtbare Zusammenarbeit. Wenn die Eisenacher Stadtchronik von Johann Ambrosius berichtet, er habe 1672 „auf Ostern mit Orgel, Geigen, Singen und Trompeten und mit Heerpaucken dreingeschlagen“, wie es noch kein Kantor je vermochte, so mag dieser Eindruck auch den anspruchsvollen und äußerst tiefsinnigen Kompositionen Johann Christoph Bachs zu verdanken sein. Sein Schaffen umfasst neben verschiedenen Cembalo- und Orgelwerken vor allem Motetten, Chorarien und Kantaten, die sich durch ein hohes Maß an satztechnischer Kunstfertigkeit und eine harmonisch außerordentlich reiche und differenzierte Tonsprache auszeichnen zur Person
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Herausgeber*in
Dietrich Krüger
Rezensionen
Hodie Christus natus est II
Die Michaeliskantate „Es erhub sich ein Streit” erfreute sich im 18. Jahrhundert einer ungewöhnlichen Beliebtheit. Sie berichtet vom Kampf des Erzengels Michael und seinen getreuen Anhängern mit dem Drachen, der aus dem Himmel vertrieben wird. Die Textgrundlage war für Kantatendichtungen eine wahre Fundgrube, da der Komponist so manche Anregung für die Vertonung bekam, u.a. den fast zwingenden Einsatz von Trompeten und Pauken.Im Eingangssatz „ Es erhub sich ein Streit” gelang es Bach eine seiner kunstvollsten Fugen zu schreiben. Ganz auffällig die Hypotyposis - Figuren in Verbindung mit der musikalischen Ausdeutung des Wortes „Streit”.
Ein vortreffliches Werk, das eher für leistungsstarke Chöre geeignet ist und auch liturgiefreundlich ist (18 Minuten Aufführungsdauer).
Peter Bartetzky
Quelle: Musik im Bistum Essen II/03 – I/04, S. 61