Johann Christoph Oley: Sämtliche Choralvorspiele für Orgel, Bd. 1 - Noten | Carus-Verlag

Johann Christoph Oley Sämtliche Choralvorspiele für Orgel, Bd. 1

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Choralvorspiele zu Melodien des "Evangelischen" Gesangbuchs und des "Gotteslob"
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Partitur (Werkausgabe) Carus 18.101/10, ISMN 979-0-007-08820-0 96 Seiten, DIN A4, kartoniert
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Joh

Joh. Christoph Oley. Sämtliche Choralvorspiele für Orgel Band 1

[HH] Der 1738 in Bernburg (Sachsen-Anhalt) geborene Oley wirkt bis zu seinem Tod im Jahre 1789 als Organist in Aschersleben. Es kann angenommen werden, dass er Verbindung zu Bachs ältestem Sohn Wilhelm Friedemann im benachbarten Halle hatte, denn er fertigte sich u.a. handschriftliche Kopien von Bach’schen Choralbearbeitungen für Orgel. Oleys „Variierte Choräle” lassen in manchen Einzelheiten das Bach’sche Vorbild erkennen, doch handelt es sich keineswegs um Stilkopien. Vielmehr geht bei Oley „die kunstvolle kontrapunktische Orgelschreibweise einer vergangenen Epoche eine wie selbst verständlich anmutende Symbiose mit dem empfindsamen ausdrucksvollen Klavierstil der neuen Zeit ein” (Vorwort:). Überraschend ist dabei die Vielfalt und der kompositorische Einfallsreichtum in den 40 Bearbeitungen, von denen keine der andern gleicht. Im wesentlichen handelt es sich um zwei Satztypen, den Choral manualiter (15 Nummern) und die Trioform für „zwei Clav. und Pedal”. Der cantus firmus geht dabei die verschiedensten Kanonbildungen ein und wird häufig in Tenor- und auch in Altlage zitiert. Spieltechnisch sind einige der manualiter-Choräle sehr leicht, die meisten, hauptsächlich die Trios jedoch sind technisch anspruchsvoll.
Es handelt sich beim vorliegenden 1. Band um Transpositionen in die im evangelischen Gesangbuch bzw. im Gotteslob gebräuchlichen Tonarten, die Originale stehen zum Teil in sehr entlegenen Tonarten wie Des, Gis, H, Fis-Dur und gis-moll. [ ] Das Gotteslob ist im vorliegenden 1. Band mit 18 Titeln (darunter „Warum soll ich mich denn grämen” als Vorspiel zu GL 862) stark vertreten. Vorbildlich sind ein eigenes Inhaltsverzeichnis zum GL sowie die Zitate der Liednummern bei den einzelnen Chorälen. Vorbildlich wie immer bei Carus das klare, gut lesbare Druckbild, das instruktive Vorwort und der kritische Bericht. Eine für gottesdienstliche Praxis und Konzert gleichermaßen bedeutsame und empfehlenswerte Edition.

Quelle: Kirchenmusikalische Mitteilungen der Diözese Rottenburg-Stuttgart, März 2000, S. 53

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