Missa Sancti Joannis Nepomuceni
MH 182, 1772
Haydns Missa Sancti Joannis Nepomuceni, datiert vom 21. Mai 1772, ist dem böhmischen Märtyrer und „Brückenheiligen“ Johannes Nepomuk gewidmet (um 1340–1393, heiliggesprochen 1729). Musikalisch präsentiert sie sich in einer vergleichsweise schlichten und knappen Form, wie sie Haydns zweiter Salzburger Dienstherr Graf Hieronymus Colloredo nachdrücklich forderte. Selbst in den Schlusspartien von Gloria und Credo verzichtet Haydn auf vokale Virtuosität und polyphone Kunstfertigkeit. Wie auch in der Missa Sancti Amandi (1776) sind die vier Vokalsolisten hier ausgespart.
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Zusatzinformationen zum Werk
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Komponist*in
Johann Michael Haydn
| 1737-1806Johann Michael Haydn wirkte ab 1763 am renommierten geistlichen Fürstenhof in Salzburg. Stilistisch schlug er in seinem 43-jährigen dortigen Wirken die Brücke von der Frühklassik zum musikalischen Biedermeier. Entsprechend seinen dienstlichen Verpflichtungen hat Haydn praktisch zu allen in der katholischen Liturgie gepflegten Gattungen beigetragen: Das Wissen um die liturgische Funktion und die musikalische Ausdeutung der religiösen Texte zeichnet Haydns Kirchenmusik aus. Johann Michael Haydn wurde von den Zeitgenossen zunächst als gleichberechtigt neben Joseph Haydn gesehen. Erst der steile Aufstieg des älteren Bruders zum bedeutendsten Instrumentalkomponisten der Zeit rückte Johann Michael Haydn in den Schatten, aus dem ihn die musikalische Entdeckerfreude der letzten Jahre zunehmend herausholt. zur Person
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Herausgeber*in
Charles H. Sherman