Gesang der Parzen
Bearbeitung für Kammerorchester (arr. U. Stäuble) op. 89, 1882
„So sangen die Parzen“ heißt es in Goethes „Lied der Parzen“, jenen Schicksalsgöttinnen der griechisch-römischen Mythologie. Der Ausschnitt aus Iphigenie auf Tauris diente Johannes Brahms als Vorlage für seinen Gesang der Parzen op. 89. Darin beschreibt er in packenden, eruptiven Klängen den Kampf um die Überwindung des mythischen Fluchs durch die Reinheit wahrhaften, edlen Handelns und die Kraft der Hoffnung.
Die vorliegende Bearbeitung für Kammerorchester reduziert den Bläsersatz auf ein solistisches Quintett mit Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Horn. Auch für die Streicher genügt eine einfache Besetzung, bei Verfügbarkeit ist auch eine Doppelbesetzung möglich. Auf diese Weise bleiben der sinfonische Charakter und die Differenziertheit der instrumentalen Klangfarben auch unter eingeschränkten Bedingungen erhalten. Der Chorpart ist identisch mit der Originalfassung, sodass deren Chorpartitur und Klavierauszug verwendet werden können.
Im Konzert kombinierbar sind z.B. die Kammerfassungen von Brahms’ Ein deutsches Requiem (Carus 27.055/50) oder Schicksalslied (Carus 10.399/50), welche in derselben Besetzung vorliegen.
Die Originalfassung des Werks ist unter Carus 10.400/00 erhältlich.
| Originalfassung | Fassung für Kammerorchester |
| Coro SAATBB, 2 Fl (Pic), 2 Ob, 2 Clt, 2 Fg, Cfg, 4 Cor, 2 Tr, 3 Trb, Tb, Timp, 2 Vl, Va, Vc, Cb | Coro SAATBB, Fl (Pic), Ob, Clt, Fg, Cor, Timp, 2 Vl, Va, Vc, Cb |
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Komponist*in
Johannes Brahms
| 1833-1897Wesentlich für das Schaffen von Johannes Brahms war dessen Auseinandersetzung mit der musikalischen Tradition: Kirchentonarten, Kanontechnik, barocke Diktion, Bachs Kontrapunkt und Beethovens thematisch-motivische Arbeit verschmolz er mit den harmonischen und expressiven Errungenschaften der Romantik zu seinem eigenen, unverwechselbaren Stil. Seine Chorlieder und Vokalquartette (z. B. die „Liebeslieder-Walzer“ und „Neue Liebeslieder-Walzer“), oftmals auf Volksliedtexte, in denen sich ein musikalischen Mikrokosmos entfaltet, sind hierfür exemplarisch. Sein „Deutsches Requiem“, das bei Carus in mehreren Besetzungen erhältlich ist, bildet eines der faszinierendsten Bekenntnisstücke der Musikgeschichte. zur Person
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Textdichter*in
Johann Wolfgang von Goethe
| 1749-1832
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Bearbeiter*in
Urs Stäuble
| 1951Urs Stäuble studierte am Konservatorium der Musik-Akademie in Basel (Orgel bei Eduard Müller, Klavier bei Klaus Linder) und an der Hochschule für Musik in Wien (Orgel bei Michael Radulescu, Orchesterdirigieren bei Karl Österreicher, Chorleitung bei Günther Theuring). Neben seiner Lehrtätigkeit an der Basler Musik-Akademie (1980 – 2016) war er sowohl als Organist als auch als Chor- und Orchesterdirigent in verschiedenen europäischen Ländern und in Australien tätig. zur Person
Rezensionen
Ulrich Barthel, Chorzeit, 01/2026