Josef Gabriel Rheinberger: Vom Goldenen Horn. Weltliche Chormusik - CDs, Choir Coaches, Medien | Carus-Verlag

Josef Gabriel Rheinberger Vom Goldenen Horn. Weltliche Chormusik

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Im Mittelpunkt dieser CD steht das türkische Singspiel Vom Goldenen Horn, dessen zärtlicher Grundton von Rheinberger stimmungsvoll ausgedeutet wird. Seine weltlichen Gesänge stellen große Anforderungen insbesondere an die klangliche Gestaltung, die vom Freiburger Vokalensemble souverän gelöst werden.
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  • Die Liebe ist ein Rosenstrauch
  • Dennoch singt die Nachtigall
  • Die Quelle
  • Der Morgenruf "Allah ist groß"
  • Fasten "Feigen bot mir Erminé"
  • Der Ruderer "Lüfte einmal nur den Schleier"
  • Turteltaube "Turteltaube, meine Schwester"
  • List "Meiner Mutter Fuß"
  • Perle "Stiller Grabstein"
  • Mondlicht "Goldner du am Himmelsbogen"
  • Leuchtkäfer "Dich nicht sehen sollt ich"
  • Stimmen des Gartens "Ihr Blumen alle"
  • Im stillen Grunde
  • Willkommen
  • Wellen blinkten durch die Nacht
  • Nachtgesang
  • Hoffe!
  • Die Wolken
  • Feierabend
  • Guter Rat
  • Gewitter
  • Herbstlied
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Compact Disc Carus 83.177/00, EAN 4009350831773 CD, Jewel Case
in Audio-Portalen (Streaming) verfügbar
 
 
  • Josef Gabriel Rheinberger, geb. 1839 in Vaduz, gest. 1901 in München. Schüler von J.G. Herzog, J.J. Maier und Fr. Lachner. Gilt als einer der bedeutendsten Lehrerpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts; wirkte ab 1859 als Lehrer an der Königlichen Musikschule in München, später als Professor für Komposition und Orgel; 1877 Hofkapellmeister. Aus seinem umfangreichen Opus ragen die 20 Orgelsonaten hervor; wertvoll sind neben den Kammermusikwerken auch seine geistlichen und weltlichen Chorwerke. zur Person
  • Das Freiburger Vokalensemble wurde 1971 von Wolfgang Schäfer gegründet und war bald ein international angesehener Kammerchor. 1984 gewann das Ensemble den ersten Preis im Wettbewerb der Europäischen Rundfunkunion. Es wirkte bei mehreren Uraufführungen mit (u.a. bei den Donaueschinger Musiktagen und in der Alten Oper Frankfurt) und spielte zahlreiche Schallplatten und CDs ein (u.a. Werke von Morales, Telemann, Kreutzer, Brahms und Bruckner). Höhepunkte einer ausgedehnten Konzerttätigkeit waren Gastspiele, Rundfunk- und Fernsehproduktionen in Berlin, Paris, Rom, Venedig, Prag und Beirut sowie in Skandinavien, Polen, Kanada, Israel und Ostasien. zur Person
  • Wolfgang Schäfer ist seit 1982 Professor für Chorleitung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/Main; außerdem leitet er das jährlich stattfindende Festival und Chorseminar „Staufener Musikwoche“. Von 1982 bis 1997 war er auch (als Nachfolger von Kurt Thomas und Helmuth Rilling) Dirigent der Frankfurter Kantorei. Mit seinen Ensembles gewann Wolfgang Schäfer mehrere internationale Wettbewerbe und produzierte eine Vielzahl von Rundfunk-, Fernseh- und Schallplattenaufnahmen. 1992 dirigierte er das Festkonzert zum zehnjährigen Bestehen des Welt- Chorverbandes in Namur (Belgien). Als Gastdirigent arbeitete er zuletzt in Japan, Polen, Lettland und Portugal sowie mit der Gächinger Kantorei Stuttgart im Rahmen der Europäischen Musikfeste 2003 und 2004. Mehrfach war Wolfgang Schäfer auch Dozent und Juror bei internationalen Symposien und Wettbewerben, u.a. in Italien, Ungarn, Österreich, Estland, Kanada und Korea. zur Person
  • Die Mezzosopranistin Christine Müller studierte in Trossingen und Wien. Als Konzert und Liedsängerin konzertiert sie mit einem umfangreichen Repertoire im In- und Ausland. Zahlreiche Rundfunk-, Fernseh- und CD-Produktionen dokumentieren ihre sängerische Laufbahn. Besondere Verdienste hat sie sich auch durch ihre Entdeckungen und Veröffentlichungen von vergessenen musikalischen Werken (insbesondere Liedern) erworben. zur Person
  • Der Pianist Chia Chou wurde in Taiwan geboren und erhielt seine Ausbildung bei Lieselotte Gierth an der Musikhochschule Stuttgart. Bereits während seines Studiums gewann Chia Chou den Mendelssohn- Wettbewerb in Berlin und den Sydney International Piano Competition. Er konzertierte in ganz Europa, Australien, Neuseeland, Kanada, dem Fernen Osten und in den USA. 1984 spielte er mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra bei den Abschlusskonzerten der Olympischen Spiele. Seit 1990 ist Chia Chou Mitglied des renommierten „Trio Parnassus“, das 2001 mit dem Echo Klassik- Preis ausgezeichnet wurde. Im Herbst 2004 wurde er als Professor an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Graz berufen. zur Person

Rezensionen

Hodie Christus natus est II

Das Vokalensemble kultiviert einen natürlichen Chorklang

„Vom Goldenen Horn” steht am Beginn einer unlängst erschienenen verdienstvollen CD, mit der Wolfgang Schäfers Freiburger Vokalensemble tief in den Raritätenfundus gegriffen hat: Die meisten Werke der Scheibe sind Ersteinspielungen. Das Liederspiel und die beiden A-cappella-Kollektionen „Liebesgarten” op. 80 (von 1874) und „In Sturm und Frieden” op. 170 (von 1892) belegen, dass Rheinberger die Texte nicht aufbricht, sondern dass es ihm vielmehr darum geht, jeweils die Stimmung musikalisch zu versinnlichen. Satztechnisch ist diese Musik (ohne Fortschrittsambitionen) über jeden Zweifel erhaben, ja souverän - und sie klingt hervorragend. Die Klangwelt, bei der man bisweilen eine Nähe primär zu Brahms zu erkennen glaubt, ist durch und durch romantisch.
Leicht, luftig und dabei doch intensiv agiert das Vokalensemble, das einen natürlichen Chorklang pflegt. Anteil am sehr schönen Ergebnis haben beim „Goldenen Horn” auch die Solisten, etwa Silke Schwarz (Sopran), Hans Jörg Mammel (Tenor) und Chia Chou (Klavier). Eine attraktive CD, mit der sich zudem ein Top-Chor in Erinnerung ruft, dessen Auftritte im Freiburger Konzertleben selten geworden sind.

Johannes Adam
Quelle: Badische Zeitung, Phono Magazin, 12.7.05

Rheinbergers Weltenharmonie

[ab] »Ihm war Natürlichkeit beim Musizieren oberstes Gesetz: Natürlichkeit der Stimmführung, der Formgebung, des Ausdrucks«, so berichtet Wilhelm Furtwängler über seinen Lehrer Josef Rheinberger. Dieses Konzept prädestinierte den Münchner Komponisten gewissermaßen zur Vertonung romantischer Dichtung, die vielfach in dasselbe Horn bläst.
Und so findet man in dem Türkischen Liederspiel »Vom Goldenen Horn« sowie den Chorliedersammlungen »Liebesgarten« und »In Sturm und Frieden«, die auf dieser CD vereint sind, denn auch sehr erfreuliche Beispiele dieser Interessengemeinschaft: schönste Einheit von Wort und Ton in so natürlich-schlichtem - dabei aber wahrlich nicht harmonisch unraffiniertem -Ausdruck, dass man sehr geneigt ist, sich zurückzulehnen, die Augen zu schließen und von grünen Wiesen und glücklichen Kühen unter den Wölkchen des blauweißen bayerischen Himmels zu träumen ... (Insofern sollte man die Aufnahme vielleicht nicht beim Autofahren hören!) Zu solcher Rundum-Harmonie trägt natürlich auch das Freiburger Vokalensemble bei, das diesem Impetus voll gerecht wird. Klanglich homogen, mit nicht sehr geraden, Romantik-geeigneten Sopranen und Altistinnen, einem wunderbar weich glänzenden Tenor und soliden, runden Bässen, überzeugt der Chor vor allem durch fein gestufte und sehr variable Dynamik und gute Artikulation bei gleichzeitig doch schönem Legato. So gelingen gerade die schwärmerischen Aufschwünge in Mendelssohns Chorliedern hervorragend.
Mit großer Emphase fügen sich in den musikalisch-emotionalen Rahmen auch die vier Solisten (die im »Goldenen Horn« die tragenden Rollen spielen) und Chia Chou am Pianoforte ein. Dennoch - Schäfer übertreibt es nicht. Wenn man bedenkt, dass Mendelssohn auch in Liedern wie »Gewitter« in einer relativ unaufgeregten, harmonischen Satzweise verbleibt (wenn auch hier in Moll), kann man nur loben, dass Schäfer sich dem Werk unterordnet und bei aller dynamisch-agogischen Beseeltheit doch immer im Bereich eben des Natürlichen bleibt.

Quelle: Cantate, Nov/Dez 2005, S.33

„Liebesgarten” - so nannte Josef Rheinberger seine Vertonung von fünf Gedichten des romantischen Malers und Dichters Robert Reinick, die 1874 entstand. Das Freiburger Vokalensemble unter der Leitung von Wolfgang Schäfer deklamiert und intoniert sie sehr klar und überzeugend. Und gerade bei diesem strophischen Lied über die Liebe, die wie ein Rosenstrauch sei, spürt man das große Engagement des 26-köpfigen Kammerchores. Die vom Dirigenten vermittelte Agogik und Dynamik wirkt nie aufgesetzt, sie entwickelt sich aus dem Duktus der Worte und wird der Musik gerecht. Wolfgang Schäfer wählt gemessene Tempi - alles andere wäre dem Charakter des eher phlegmatischakademischen Rheinberger auch nicht angemessen. [...]
Drei Chorliederzyklen von Josef Rheinberger hat das „Freiburger Vokalensemble” für diese CD aufgenommen. „Sturm und Frieden” heißt die 1892 erschienene zweite Sammlung mit Vertonungen von Gedichten des heute völlig vergessenen Theologen Julius Sturm aus Köstritz. Und auch bei diesen acht Chören überzeugen mich wieder die belebten Sätze am meisten - sowohl von der Komposition als auch von der Interpretation. [...]
Die CD ist beim Carus-Verlag erschienen, der auch die Gesamtausgabe der Kompositionen Rheinbergers betreut - eine Mammutaufgabe, denn er hat ein umfangreiches Werkverzeichnis hinterlassen - Rheinberger schrieb zwanzig mehrsätzige Orgelsonaten, zwei Konzerte für Orgel und Orchester, ein Klavierkonzert, zwei Sinfonien, Opern, Chormusik und Klavierwerke.

Quelle: WDR, Hörzeichen, 29.9.2005

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