Seit den Tagen der Renaissancekomponisten gibt es - jenseits von Plagiatsvorwürfen - die Verehrung eines großen Komponistenkollegen in Form von Zitaten oder gar von Neufassungen seiner Werke. Kein geringeres Werk der klassischen Epoche als Joseph Haydns Oratorium Die Schöpfung (Wien 1798) liegt dieser Schöpfungsmesse seines Zeitgenossen Luigi Gatti zu Grunde. Gatti, Hof- und Domkapellmeister in Salzburg, lernte das Oratorium bei Salzburger Aufführungen kennen, die von seinem dortigen Musikerkollegen Johann Michael Haydn 1800 geleitet wurden. Mit großem Geschick und Einfühlungsvermögen hat Gatti das Kunststück fertig gebracht, den Chören und Arien der Schöpfung den lateinischen Messentext zu unterlegen (zuweilen mit reduzierter oder angeglichener Instrumentierung), ohne dabei das bewunderte Original zu verfälschen.
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Zusatzinformationen zum Werk
Inhaltsverzeichnis
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Komponist*in
Luigi Gatti
| 1740-1817
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Herausgeber*in
Armin Kircher
| 1966-2015Armin Kircher leitete bis zu seinem Tod das Kirchenmusikreferat der Erzdiözese Salzburg und war seit 1992 organisatorischer Leiter der Österreichischen Werkwoche für Kirchenmusik. Außerdem war Armin Kircher Stiftskapellmeister an der Stiftskirche St. Peter in Salzburg und Organist an der Kajetanerkirche in Salzburg. Die besondere editorische Zuwendung Kirchers galt der liturgischen Musik sowie der Musik der Wiener Klassik, allen voran der noch unerschlossenen Musik Johann Michael Haydns, dessen zahlreiche Messkompositionen er für die heutige Zeit in wissenschaftlichen Ausgaben erschloss. Die von ihm herausgegebenen Sammlungen für die katholische Liturgie sind heute Standardwerke, insbesondere die Chorbücher Mozart – Haydn, das Chorbuch Kirchenjahr und die Veröffentlichungen für Orgel und Chöre zum neuen katholischen Gesangbuch „Gotteslob“. Auch als Arrangeur klangschöner Chor- und Orgel-Sätze hat sich Armin Kircher einen Namen gemacht. zur Person