Toi, le cœur de la rose. Vokaltranskriptionen von Clytus Gottwald
aus: L’enfant et les sortilèges
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Komponist*in
Maurice Ravel
| 1875-1937Maurice Ravel war ein bedeutender französischer Komponist und einer der Hauptvertreter des Impressionismus in der Musik.
Er wurde am 7. März 1875 in Ciboure bei Saint-Jean-de-Luz geboren und zeigte früh musikalisches Talent. Mit sieben Jahren begann er Klavierunterricht zu nehmen. Seine ersten Werke entstanden im Kompositionsunterricht bei Charles-René. 1889 wurde er am Pariser Conservatoire aufgenommen, wo er zunächst eine Karriere als Pianist anstrebte, sich aber später auf Komposition konzentrierte. Die umfassenden Kenntnisse aus seiner pianistischen Ausbildung zeigen sich später in Ravels Klaviersatz und seinem Verständnis für Orchestrierung, z.B. bei der Bearbeitung von Mussorgskys Bilder einer Ausstellung.
Ravels Kompositionsstil zeichnet sich durch raffinierte Klangfarben, innovative Harmonien und meisterhafte Instrumentation aus. Trotz seiner Bedeutung für die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts blieb er zu Lebzeiten oft umstritten. Die meisten seiner Werke stießen mit ihrer ungewohnten Rhythmik und Harmonik beim breiten Publikum zunächst auf Unverständnis, wurden von einigen Fachkritikern dagegen für ihre Innovationskraft gelobt. Zu Popularität kamen zu seinen Lebzeiten dennoch Werke wie La Valse, der Bolero und seine beiden Klavierkonzerte. Neben seinen Instrumental- und Bühnenwerken schuf Ravel auch Vokalmusik, darunter das Chorwerk L’Aurore. In den letzten Jahren seines Lebens verhinderte sein gesundheitlicher Zustand zunehmend öffentliche Auftritte und das Komponieren neuer Werke. Er verstarb am 28. Dezember 1937 in Paris.
zur Person
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Textdichter*in
Sidonie-Gabrielle Colette
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Bearbeiter*in
Clytus Gottwald
| 1925-2023Der Chordirigent, Komponist und Musikwissenschaftler Clytus Gottwald (1925 – 2023) hat für die zeitgenössische Chormusik wesentliche Beiträge geleistet. Als Redakteur für Neue Musik beim Südfunk Stuttgart sowie Gründer und Leiter der Schola Cantorum Stuttgart stand er in produktivem Austausch mit seinen die Neue Musik begründenden Zeitgenossen Pierre Boulez, Mauricio Kagel, György Ligeti, Luigi Nono, Karlheinz Stockhausen und vielen anderen. Gottwald prägte mit seiner Schola Cantorum, einem 16-stimmigen Kammervokalensemble, maßgeblich die heute selbstverständlich gewordene A-cappella-Chorkultur auf höchstem technischem Niveau. Seine Transkriptionen von Klavierliedern oder Instrumentalstücken für vielstimmigen Chor a cappella, die in ihrer an Ligeti geschulten Satzweise höchste musikalische Ansprüche stellen, werden von Chören auf der ganzen Welt geschätzt. Clytus Gottwald wurde für seine Verdienste mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Kulturpreis Baden-Württemberg 2009, dem Preis der Europäischen Kirchenmusik 2012 und dem Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland 2014. Seine Bedeutung für die Entwicklung der zeitgenössischen Chormusik kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. zur Person