Peter Schindler über Der Kuckuck ist ein braver Mann: „Den Kuckuck und seinen Ruf, die kleine Terz abwärts, kennen ALLE. In Liedern wie „Der Kuckuck und der Esel“, wie „Kuckuck, Kuckuck, ruft’s aus dem Wald“ oder „Auf einem Baum ein Kuckuck saß“ wird er besungen, im Volks- und Aberglauben, in Sprichwörtern und Redewendungen kommt er immer wieder vor. „Zum Kuckuck!“, „Hol’s der Kuckuck!“, „Geh zum Kuckuck!“, „Weiß der Kuckuck!“ Wer hat das nicht schon einmal gedacht oder gesagt?
Im 3. Teil des „Wunderhorn“ findet sich das Lied des „Abgesetzten Sultan Selim im alten Serail, nachdem er sich der Kunst gewidmet hat“. Es ist eine amüsant-überhöhte Geschichte aus dem Leben eines Kuckuckmännchens und spielt auf die vielen Weibchen an, die er als Kuckuck für vielfältige Arbeiten braucht.
Aber! Ist es nicht eigentlich umgekehrt?!
Denn in der Tierwelt ist das Kuckucksweibchen strategisch klug, unabhängig und dominant im Vergleich zum Männchen, das weniger in Aufzucht involviert ist. SIE übernimmt die entscheidenden Handlungen. Die Positionen sind folglich in diesem Lied gespiegelt, wenn es heißt, dass der Kuckuck ein Braver Mann sei. Bei diesem Kuckuck handelt es sich nämlich um eine Viel-Männerei!
Und genau das macht den humoristischen Effekt aus: Der Kuckuck wird übermächtig dargestellt, obwohl in der Natur Frau Kuckuck die „Chefrolle“ hat. Das Stück ist definitiv mit ironischer Geste und Augenzwinkern zu singen.
Ein Bariton trägt ein Solo vor, die Frauenchöre wiederholen und imitieren ihn höhnisch in kurzen Sequenzen. Im zweiten Teil dreht sich die Situation um. Am Ende fordert ein Chortutti im forte noch einmal alles, dann soll gelacht werden. Das Lied lebt vom Spiel mit Erwartungen, von Ironie, Rhythmus und Übertreibung.
Peter Schindlers abendfüllendes weltliches Chorwerk Sonne, Mond und Sterne erzählt eine Liebesgeschichte nach ‚alten’ Texten, die durch die musikalische Umsetzung eine neue Interpretation erfahren. Die Sätze handeln von den Himmelskörpern Sonne, Mond und Sterne; von Liebe, Sehnsucht, Leidenschaft, Zeit, Lebenskreislauf, von Träumen und vom Sterben. Alltägliches, Derbkomisches wird dabei genauso besungen wie Tiefernstes. Nun sind einzelne Sätze in Einzelausgaben mit Klavierbegleitung erhältlich.
- Chorsatz von mittlerem Schwierigkeitsgrad
- Spricht den erfahrenen ‚Brahms-Requiem-Sänger‘ ebenso an wie ambitionierte Kammer- oder Jugendchöre, die aus der Gospel-, Pop- oder Jazzliteratur kommen
- Zwischen Jazz, Chanson, Pop und Kammermusik
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Komponist*in
Peter Schindler
| 1960Peter Schindler studierte Schulmusik, Komposition und Orgel sowie Jazz und Popularmusik an der Musikhochschule Stuttgart. Zu seinen Werken zählen Chansons, Instrumentalstücke, Geistliche Werke, Musik für Ballett und Schauspiel sowie Musicals, Singspiele und Lieder für Kinder und Jugendliche. Als Organist und Pianist führt er mit verschiedenen Ensembles und Interpreten vorwiegend eigene Kompositionen im In- und Ausland auf. Konzertreisen mit dem von ihm gegründeten Quintett Saltacello sowie der Gruppe Pipes and Phones führten ihn nach China, Dänemark, Frankreich, Italien, Korea, Österreich, Polen, Skandinavien, Taiwan, Tschechien sowie in die Schweiz und die USA. Sowohl als Solist als auch im Zusammenspiel mit unterschiedlichen Partnern hat er zahlreiche Stücke eingespielt und auf Tonträgern veröffentlicht.
Weitere Informationen finden Sie im Internet auf der Seite www.peter-schindler.de
Wir haben dem Komponisten 5 Fragen gestellt, lesen Sie hier in unserem Blog: https://blog.carus-verlag.com/persoenlichkeiten/5-fragen-an-peter-schindler/
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