Peter Schindler über Es blies ein Jäger wohl in sein Horn:
„Eine höchst dramatische und rätselhafte Geschichte. Ein Horn, ein Jäger und Hunde, die einer archaischen Sehnsuchtsfigur, einem schwarzbraunen Mädel auflauern. Ein Text, der im ersten Band „Des Knaben Wunderhorn“ an Nummer 31 steht und dort den Titel „Die schwarzbraune Hexe“ trägt.
Dieser Text, der als Fliegendes Blatt den Herausgebern als Vorlage diente, hat im Laufe der Zeit zahlreiche Textvariationen und Wendungen in der Geschichte erfahren. Meist wird das Lied in einer gekürzten Fassung mit Zusatzstrophe mit Happy End gesungen, in dem Jäger und Mädchen zum Schluss irgendwie zusammenkommen.
Die hier vertonte Urfassung des Liedes erzählt eine Geschichte, in die kulturelle Hintergründe wie Hexenglauben und Jägerei eingewoben sind. Die Bässe treiben mit repetitivem „Hussassa“ die dramatische Handlung voran, während Tenor, Alt und Sopran wechselnd die Rollen der Figuren übernehmen. Tonartwechsel von d-moll über f-moll zu g-moll steigern die Spannung bis zum Höhepunkt, der abrupt endet – Ruhe und Totenstille treten ein.
Ein lamentierendes Sopran-Melisma vermittelt zugleich Trauer und Hoffnung.
Historisch kann man das Lied als Ausdruck von Selbstbehauptung und Widerstand verstehen, wobei „Sterben“ oft symbolisch für Übergänge wie Heirat oder den Verlust von Freiheit steht. Heute lässt sich die Geschichte als Metapher für Mut, Selbstbestimmung und die Ablehnung von Fremdbestimmung interpretieren, weniger als reale Gewalt oder Todesabsicht.“
Peter Schindlers abendfüllendes weltliches Chorwerk Sonne, Mond und Sterne erzählt eine Liebesgeschichte nach ‚alten‘ Texten, die durch die musikalische Umsetzung eine neue Interpretation erfahren. Die Sätze handeln von den Himmelskörpern Sonne, Mond und Sterne; von Liebe, Sehnsucht, Leidenschaft, Zeit, Lebenskreislauf, von Träumen und vom Sterben. Alltägliches, Derbkomisches wird dabei genauso besungen wie Tiefernstes. Nun sind einzelne Sätze in Einzelausgaben mit Klavierbegleitung erhältlich.
- Chorsatz von mittlerem Schwierigkeitsgrad
- Spricht den erfahrenen ‚Brahms-Requiem-Sänger‘ ebenso an wie ambitionierte Kammer- oder Jugendchöre, die aus der Gospel-, Pop- oder Jazzliteratur kommen
- Zwischen Jazz, Chanson, Pop und Kammermusik
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Komponist*in
Peter Schindler
| 1960Peter Schindler studierte Schulmusik, Komposition und Orgel sowie Jazz und Popularmusik an der Musikhochschule Stuttgart. Zu seinen Werken zählen Chansons, Instrumentalstücke, Geistliche Werke, Musik für Ballett und Schauspiel sowie Musicals, Singspiele und Lieder für Kinder und Jugendliche. Als Organist und Pianist führt er mit verschiedenen Ensembles und Interpreten vorwiegend eigene Kompositionen im In- und Ausland auf. Konzertreisen mit dem von ihm gegründeten Quintett Saltacello sowie der Gruppe Pipes and Phones führten ihn nach China, Dänemark, Frankreich, Italien, Korea, Österreich, Polen, Skandinavien, Taiwan, Tschechien sowie in die Schweiz und die USA. Sowohl als Solist als auch im Zusammenspiel mit unterschiedlichen Partnern hat er zahlreiche Stücke eingespielt und auf Tonträgern veröffentlicht.
Weitere Informationen finden Sie im Internet auf der Seite www.peter-schindler.de
Wir haben dem Komponisten 5 Fragen gestellt, lesen Sie hier in unserem Blog: https://blog.carus-verlag.com/persoenlichkeiten/5-fragen-an-peter-schindler/
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