Peter Schindler über Fröhlich, zärtlich:
„Oswald von Wolkenstein, schillernd seine Persönlichkeit, facettenreich seine Dichtung!
Er ist neben vielem auch als feinsinniger Minnesänger und aufmerksam-humorvoller Beobachter seiner damaligen Lebenswirklichkeit in Erinnerung geblieben.
Die hier vorliegende 1–3-stimmige Vertonung für Männerstimmen ist eine Neuvertonung eines Tageliedtextes, der durch ein raffiniertes Reimschema und eine lebhafte Sprache Aufmerksamkeit erregt. Der Minnesänger, der von 1377 bis 1445 in Südtirol wirkte, besingt hier NICHT die entsagende Hohe Minne, sondern stellt die körperliche Vereinigung in den Mittelpunkt. Oswalds Sprache ist von einer Vielzahl an Synonymen im Bereich sinnlicher Wahrnehmungen gepra"¡gt. Sie beschreiben respektvoll die Schönheit, Anmut und Sinnlichkeit einer Frau, ihre zarte Erscheinung, ihre erotische Ausstrahlung und ihre Eleganz. Es ist ein Chanson der Liebe aus dem späten 14. Jahrhundert.
Meine Vertonung von „Fröhlich, zärtlich“ greift einen psalmodischen Duktus auf. In weiten melodischen Bögen unter langsam wechselnden Harmonien werden die Sehnsuchtsworte an die Liebste im freien Rhythmus deklamiert. So bleibt interpretatorische Freiheit für die kunstvoll lebensnahen Bildern, die in dichten Reihungen und synonymen Häufungen nur so sprudeln.
Vergessene Worte kommen in diesem Gedicht ans Tageslicht. Wer sich länger mit ihnen befasst, sich in den Klang hineinhört, spürt ihre Poesie, die bis heute bezaubert. Wer sich gerne umarmt und küsst, kann zukünftig mittelalterlich sagen: „Lasst uns allzeit frisch tussen.“ Denn „tussen“ ist eines der ältesten germanischen Wörter für körperliche Zärtlichkeit und meint liebkosend drücken und küssen.“
Peter Schindlers abendfüllendes weltliches Chorwerk Sonne, Mond und Sterne erzählt eine Liebesgeschichte nach ‚alten' Texten, die durch die musikalische Umsetzung eine neue Interpretation erfahren. Die Sätze handeln von den Himmelskörpern Sonne, Mond und Sterne; von Liebe, Sehnsucht, Leidenschaft, Zeit, Lebenskreislauf, von Träumen und vom Sterben. Alltägliches, Derbkomisches wird dabei genauso besungen wie Tiefernstes. Nun sind einzelne Sätze in Einzelausgaben mit Klavierbegleitung erhältlich.
- Chorsatz von mittlerem Schwierigkeitsgrad
- Spricht den erfahrenen ‚Brahms-Requiem-Sänger' ebenso an wie ambitionierte Kammer- oder Jugendchöre, die aus der Gospel-, Pop- oder Jazzliteratur kommen
- Zwischen Jazz, Chanson, Pop und Kammermusik
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Komponist*in
Peter Schindler
| 1960Peter Schindler studierte Schulmusik, Komposition und Orgel sowie Jazz und Popularmusik an der Musikhochschule Stuttgart. Zu seinen Werken zählen Chansons, Instrumentalstücke, Geistliche Werke, Musik für Ballett und Schauspiel sowie Musicals, Singspiele und Lieder für Kinder und Jugendliche. Als Organist und Pianist führt er mit verschiedenen Ensembles und Interpreten vorwiegend eigene Kompositionen im In- und Ausland auf. Konzertreisen mit dem von ihm gegründeten Quintett Saltacello sowie der Gruppe Pipes and Phones führten ihn nach China, Dänemark, Frankreich, Italien, Korea, Österreich, Polen, Skandinavien, Taiwan, Tschechien sowie in die Schweiz und die USA. Sowohl als Solist als auch im Zusammenspiel mit unterschiedlichen Partnern hat er zahlreiche Stücke eingespielt und auf Tonträgern veröffentlicht.
Weitere Informationen finden Sie im Internet auf der Seite www.peter-schindler.de
Wir haben dem Komponisten 5 Fragen gestellt, lesen Sie hier in unserem Blog: https://blog.carus-verlag.com/persoenlichkeiten/5-fragen-an-peter-schindler/
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