Machet die Tore weit
Diese in fünf Handschriften überlieferte Komposition ist überwiegend Heinrich Schütz zugewiesen, passt aber stlistisch nicht gut zu Schütz’ übrigem Oeuvre. In einer der Handschriften allerdings ist der Name Schützens getilgt und stattdessen „M. Samuelis Rülingij“ notiert, was auf den Dresdner Kreuzkantor und späteren Archidiakon an der Kreuzkirche Samuel Rüling deutet. Möglicherweise hat Schütz eine Komposition Rülings überarbeitet? Der Dresdner Schützforscher Wolfram Steude (1931-2006) sah Brüche in der Komposition, die solch eine „Teamarbeit“ möglicherweisen stützen könnten.
Die Komposition mit ihrem Wechsel aus achtstimmigen motettischen Teilen mit dreistimmigen „Intermedien“ (SST, Bc) ist leicht aufführbar und abwechslungsreich. Eine ungewöhnliche Komposition für das Weihnachtsrepertoire.
Inhaltsverzeichnis
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Komponist*in (?)
Samuel Rüling
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Komponist*in (Zuschreibung)
Heinrich Schütz
| 1585-1672Heinrich Schütz gilt als der erste deutsche Musiker von europäischem Rang. Ab 1599 als Chorknabe am Hof des Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel erhielt er eine umfassende Schulbildung. 1608 begann er ein Jurastudium in Marburg, das er jedoch schon 1609 abbrach, um mit Unterstützung des Landgrafen bei Giovanni Gabrieli, Organist an San Marco zu Venedig, Komposition zu studieren. 1613 kehrte Schütz nach Kassel zurück, wurde aber schon zwei Jahre später vom Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen als „Organist und Director der Musica” an den Dresdner Hof „abgeworben“, wo er von 1617 bis zu seinem Tod das Amt des Hofkapellmeisters innehatte. Seine großen Vokalzyklen markierten den Höhepunkt von Schütz’ Ansehen in Deutschland und Nordeuropa. Doch diese stellen nur einen Teil des Schütz’schen Opus dar; einzelne Werke sind in Sammeldrucken mit Werken anderer Komponisten vertreten, andere nur handschriftlich überliefert, vieles ist verloren gegangen. Die Stuttgarter Schütz-Ausgabe erschließt Schütz‘ vollständiges Oeuvre, alle Werke erscheinen auch in praktischen Urtext-Ausgaben. zur Person
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Herausgeber*in
Wolfram Steude
| 1931-2006