Die Kantate ist eines der wenigen erhaltenen Vokalwerke, die Wilhelm Friedemann Bach in seiner achtzehnjährigen Amtszeit als Organist und Director musices der Marktkirche zu Halle (1746–1764) komponiert hat. Das hier erstmals nach mehr als 250 Jahren veröffentlichte Werk bildete die Eröffnungsmusik für die Hallenser Katechismuspredigten des Jahres 1752. Die musikalisch und technisch anspruchsvolle Komposition besteht aus zwei großen rahmenden Chorsätzen, die teils konzertant, teils polyphon gesetzt sind und zwei biblische Dikta vorstellen. Sie umrahmen ein empfindsames, zugleich aber kontrapunktisch strenges Duett für Sopran, Alt und Basso continuo, in dem „Gottes süße Seelenlehre“ als das wahre „Manna“ des Gläubigen bezeichnet und damit eine Verbindung zum Aufführungsanlass hergestellt wird. In der Dichte der musikalischen Ausarbeitung und der Intensität des Ausdrucks bewegt sich W. F. Bach in diesem Werk deutlich hörbar in den Fußstapfen seines Vaters.
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Zusatzinformationen zum Werk
Inhaltsverzeichnis
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Komponist*in
Wilhelm Friedemann Bach
| -1784Wilhelm Friedemann Bach, der älteste Sohn Johann Sebastians, genoss den Ruf, einer der herausragenden, zugleich aber auch eigenwilligsten Komponisten seines Zeitalters zu sein. Sein Werk stellt den ehrgeizigen Versuch dar, das Erbe des Vaters aufzunehmen und dem Geschmack seiner Generation entsprechend weiterzuentwickeln. Hochgesteckte künstlerische Ambitionen sind in nahezu sämtlichen Werken W. F. Bachs zu erkennen – von den frühen Klavierstücken über die Kantaten der mittleren Schaffenszeit bis hin zu den späten Sonaten und Fantasien. Aus Wilhelm Friedemann Bachs Feder stammen Klavier- und Kammermusik, Konzerte und geistliche Kantaten. Auf hohem kompositionstechnischem Niveau unternimmt er eine reizvolle Synthese von hochbarock-komplexem und galant-empfindsamem Stil. Während seine Instrumentalwerke vornehmlich in Dresden (1733–1746) und Berlin (1774–1784) entstanden und einem prachtvollen höfischen Stil verpflichtet sind, gehören die Vokalwerke seiner Wirkungszeit als Organist und Musikdirektor der Hallenser Marktkirche (1746–1764) an und zeichnen sich durch ihre expressive Kühnheit und Virtuosität aus. zur Person
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Herausgeber*in
Peter Wollny
| 1961
Rezensionen
(ci) [...] In den drei Sätzen kommt der musikalische Anspruch Bachs, der sich hörbar an dem seines Vaters orientiert, voll zur Geltung. Sowohl Chor als auch Orchester müssen hier technische Hochleistungen vollbringen, [...]
Kirchenmusik im Bistum Limburg 1/2009