Missa in c
Waisenhausmesse KV 139 (114a), 1768-69 (?) (dazwischen, spätestens 1770)
Bei Mozarts Missa in c-Moll KV 139 (114a) von 1768/69, der sog. Waisenhausmesse, handelt es sich sehr wahrscheinlich um den ersten Beitrag des Komponisten im Genre der Missa solemnis (mit Blechbläser), wie sie für kirchliche Hochfeste und andere besonders repräsentative geistliche Anlässe gepflegt wurde. Wie die Nähe von Kyrie und Agnus etwa zu Glucks 1762 in Wien uraufgeführter Oper "Orfeo" (Furienszene, Eingangschor) zeigt, greift der junge Mozart in diesen Teilen der Messe unmittelbar auf bühnendramatische Ausdrucksmittel zurück. So besticht die Messe gerade durch ihre Kühnheit und lebhaften Kontraste, die Mozart in seinen späteren Messen eher vermeidet.
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Zusatzinformationen zum Werk
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Komponist*in
Wolfgang Amadeus Mozart
| 1756-1791Als Sohn des Vizekapellmeisters des Salzburger Fürsterzbischofs war Mozart bereits in seiner Jugend beständig von Kirchenmusik umgeben. Auf seinen Reisen lernte Mozart die Kirchenmusik Italiens kennen, in Wien studierte er später Werke Bachs und Händels. Nach seiner Umsiedlung nach Wien stellen sich mit Oper und Klavierkonzert neue Herausforderungen, bezeichnenderweise bleibt die „c-Moll-Messe“ KV 427, das größte kirchenmusikalische Werk der ersten Wiener Jahre, unvollendet. Die letzte Lebenszeit zeigt wieder eine Hinwendung zur Kirchenmusik: Mozart bewirbt sich mit Erfolg um die Nachfolge des todkranken Leopold Hoffmann als Kapellmeister am Stephansdom, doch kann er die Stelle nicht antreten, da er noch vor Hoffmann stirbt. Ein Kleinod wie das „Ave verum“ KV 618 und das unvollendet gebliebene Requiem KV 626 lassen ahnen, was Mozart als Kirchenkomponist hätte noch leisten können, wäre er in diese verantwortliche Position gelangt. zur Person
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Klavierauszugbearbeiter*in
Mathias Siedel
| 1929-1991
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Vorwortverfasser*in
Christine Martin