Les Béatitudes (Die Seligpreisungen)
Oratorium op. 25 / CFF 185, 1869–1879
César Franck (1822–1890) gilt heute als einer der bedeutendsten französischen Komponisten und Organisten seiner Zeit. Sein Hauptwerk „Les Béatitudes“, eine monumentale oratorische Vertonung der Seligpreisungen aus der Bergpredigt Jesu (Mt 5,3ff.), steht auf Augenhöhe mit den großen Oratorien des 19. Jahrhunderts. Franck selber erlebte die überaus erfolgreiche Uraufführung im Sommer 1891 nicht mehr.
Das Werk vermittelt durch seine symmetrische Anlage einen großen Bogen: Auf einen kurzen Prolog folgen acht Sätze, in denen die Christusworte kontrastierenden irdischen Szenen gegenübergestellt werden. Dem Chor kommt dabei als Kommentator des Geschehens eine bedeutende Rolle zu. Der Schluss des Werkes ist ein überwältigender Hymnus: der Einzug ins Paradies.
Mit der vorliegenden Carus-Ausgabe erscheinen die „Béatitudes“ erstmals in einer modernen, wissenschaftlich fundierten Urtext-Edition. Die Orchesterbesetzung entspricht dem französischen Orchester der Zeit. Sowohl Soli als auch Chorstimmen lassen sich durch geschickte Rollenverteilung in der Anzahl reduzieren. Die Partitur bietet zahlreiche Hinweise für eine praktikable Realisierung, basierend auf der eigenen Erprobung durch die Herausgeber. Ein neuer, im Hinblick auf gute Spielbarkeit erstellter Klavierauszug löst die bisher bei Carus erhältliche historische Reprint-Ausgabe ab. Auch ein ambitionierter Laienchor kann dieses grandiose Werk aufführen.
Inhaltsverzeichnis
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Komponist*in
César Franck
| 1822-1890Der Vater erkannte früh seine Begabung und gab ihn 1831 zur musikalischen Ausbildung an das Konservatorium Lüttich in Belgien. Vier Jahre später zog die Familie nach Paris, wo der fünfzehnjährige César ebenfalls am Konservatorium aufgenommen wurde und in die Klavierklasse Pierre-Joseph-Guillaume Zimmermanns kam. Auch besuchte er die Klassen in Kontrapunkt bei Aimé Ambroise Simon Leborne, Komposition bei Henri-Montan Berton und Orgel bei François Benoist. In dieser Zeit entstanden seine ersten kammermusikalischen Werke, wie die 3 trios concertants für Violine, Violoncello und Klavier. 1858 wurde er Titularorganist in der Ste. Clotilde-Kirche in Paris, für welche er ein eigenes Repertoire komponierte. Darunter befindet sich u.a. das Oratorium über Die Sieben Worte Jesu am Kreuz 1859, welches beim Carus-Verlag erhältlich ist.
zur Person
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Herausgeber*in
Thomas Ohlendorf
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Herausgeber*in
Hans Christoph Becker-Foss
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Textdichter*in
Joséphine-Blanche Colomb
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Übersetzer*in
Birgit Haberhausen
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Übersetzer*in
Gudrun und David Kosviner
Rezensionen
Die Partitur bietet zahlreiche Hinweise für eine praktikable Realisierung, basierend auf der eigenen Erprobung durch den Herausgeber. […] Auch ein ambitionierter Laienchor kann dieses grandiose Werk aufführen.
Kirchenmusikalische Mitteilung. Diözese Rottenburg-Stuttgart, Nr. 150 November 2022
Ein solide informierendes Vorwort und die Übersetzung des literarisch nicht allzu bedeutenden, jedoch dramaturgisch wirkungsvoll angelegten französischen Gesangstexts von Josephine-Blanche Colomb (1833-92) sind beigegeben. ... Es ist sehr zu begrüßen, dass statt einer Wiederauflage des - optisch natürlich viel schöneren - Erstdrucks der Partitur eine kritische Neuausgabe vorliegt...
Neue Musik Zeitung, Jan 2023, 71. Jahrgang
Ein dankbares und lohnendes Werk für Oratorienchöre.
Schweizer Musikzeitung, Dez 2022
Das Vorwort … ein ausführlicher Kritischer Bericht sowie wertvolle Details im Druckbild (z.B. die dt. Übersetzung der gesungenen Texte auf jeder Seite des Klavierauszugs) geben Zeugnis von der intensiven Auseinandersetzung der Herausgeber mit dem Werk und der Praxisnähe der Edition.
Musica Sacra, 142. Jahrgang, Nr. 6, 1. Dez 2022
Die Partitur bietet zahlreiche Hinweise für eine praktikable Realisierung, basierend auf der eigenen Erprobung durch den Herausgeber. Ein neuer, im Hinblick auf gute Spielbarkeit erstellter Klavierauszug löst die bisher bei Carus erhältliche historische Reprint-Ausgabe ab.
Kirchenmusikalischen Mitteilungen, Nr. 150, Nov 2022
Es ist also wirklich an alles gedacht, sodass dem Werk mit dieser Ausgabe eine größere Verbreitung zu wünschen ist, als dies bislang der Fall war, reiht es sich doch auf Augenhöhe ein in die großen romantisch-oratorischen Werke wie beispielsweise die Requien von Verdi oder Brahms.
Württembergische Blätter für Kirchenmusik, 4/2022
Die Herausgeber der vorliegenden, höchst informativen Urtext-Ausgabe machen in der fundiert recherchierten Partitur Vorschläge, wie mit dieser Fülle an verschiedenen Rollen umzugehen ist... Dem gut spielbaren Klavierauszug ist die deutsche Übersetzung des Librettos beigefügt, zahlreiche Aussprachehilfen erleichtern die sicherlich mühsame Einstudierung.
Chorzeit, März 2022
Die Partitur bietet zahlreiche Hinweise für eine praktikable Realisierung, basierend auf der eigenen Erprobung durch die Herausgeber.
Musik & Liturgie, 4/2022
Herausgekommen ist eine 368 Seiten starke Partitur auf Grundlage des französischen Originaltexts, ein minutiöser Kritischer Bericht und ein dreisprachiges, informatives Vorwort. Kurzum: Vor uns liegt eine knapp drei Zentimeter dicke, großformatige Partitur mit dem wahrscheinlich wichtigsten französischen Oratorium des 19. Jahrhunderts.
Musik und Kirche, März/April 2022
Pünktlich zum 200. Geburtstag des Komponisten 2022 bringt der Carus-Verlag eine Neuausgabe von Francks „Les Béatitudes“ heraus, die als die erste wissenschaftliche bzw. erste moderne Ausgabe überhaupt bezeichnet werden kann. Das 1879 vollendete Werk, das zweifellos einen der bedeutendsten französischen Beiträge zur Gattung Oratorium darstellt und von Franck als Höhepunkt seines Schaffens angesehen wurde, ist leider wenig bekannt. Den Herausgebern Hans Christoph Becker-Foss und Thomas Ohlendorf liegt es spürbar am Herzen, dies zu ändern. So kommt zu dem kritischen Bericht und der Übersetzung ein ausführliches dreisprachiges Vorwort, das u.a. wertvolle Hinweise zur praktischen Realisierung enthält. Abgerundet wird die Edition durch einen neuen Klavierauszug und das komplette Aufführungsmaterial. Die Gestaltung des Umschlags in kräftigem Dunkelviolett wirkt für die Seligpreisungen sehr passend, die Ausgabe ist insgesamt handwerklich und gestalterisch sauber ausgeführt. Die Jury möchte mit ihrer Auszeichnung würdigen, dass der Carus-Verlag immer wieder und besonders in so schwierigen Zeiten den Mut aufbringt, solche Raritäten der Oratorienliteratur neu zu editieren.
Best Edition 2021/22, Jurybegründung, Oktober 2022