Es ist eine Entdeckung: Louis Spohrs Passionsoratorium Des Heilands letzte Stunden ist heute nahezu unbekannt. Unter dem Eindruck einer Aufführung von Bachs Matthäuspassion schrieb Spohr 1834 seine Passion, die das Geschehen aus einer ungewöhnlichen Perspektive berichtet: Der Jünger Johannes übernimmt die Funktion des unmittelbar am Geschehen beteiligten Erzählers. Zusammen mit Maria, der Mutter Jesu, schildert er die Leidensgeschichte. Besonders bemerkenswert sind die Szenen vor dem Hohen Gericht des Kaiphas sowie vor dem Kreuz mit dem musikalisch ausgemalten Erdbeben.
Dieses große Passionsoratorium ist ein Juwel der geistlichen Chormusik des frühen 19. Jahrhunderts, das uns Frieder Bernius mit seinem Kammerchor Stuttgart sowie der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen wieder zugänglich macht. Die sieben Solist*innen sind herausragend: Johanna Winkel, Maximilian Vogler, Florian Sievers, Arttu Kataja, Thomas E. Bauer sowie Felix Rathgeber und Magnus Piontek.
Inhaltsverzeichnis
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Komponist*in
Louis Spohr
| 1784-1859Louis Spohr, geb. 1784 in Braunschweig, gest. 1859 in Kassel. Galt als einer der besten Violinisten, Dirigenten und Komponisten seiner Zeit. Er erhielt Violinunterricht seit seinem fünften Lebensjahr. Bereits 1799 Geiger in der Braunschweiger Hofkapelle, dann Konzertmeister in Gotha; 1812 – 1815 Kapellmeister in Wien; ab 1822 Hofkapellmeister in Kassel, empfohlen von C. M. v. Weber. Ausgedehnte Konzertreisen brachten ihn u. a. mit N. Paganini zusammen. Er hinterließ über 200 Werke, darunter viele A-cappella-Chöre. Sein Oratorium "Die letzten Dinge" (1826) wurde im 19. Jahrhundert hoch geschätzt. zur Person
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Textdichter*in
Johann Friedrich Rochlitz
| 1769-1842Johann Friedrich Rochlitz war ein Leipziger Komponist, Dramatiker und Musikschriftsteller. 1798 gründete er die Allgemeine Musikalische Zeitung und schrieb zahlreiche Artikel dafür. Rochlitz machte mit zahlreichen bedeutenden Persönlichkeiten der Zeit Bekanntschaft, darunter Goethe, Schiller, E. T. A . Hoffmann, Wieland, Beethoven und Schubert, der auch drei Gedichte von Rochlitz vertonte. zur Person
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Chor
Kammerchor Stuttgart
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Orchester
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
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Dirigent*in
Frieder Bernius
| 1947Die Arbeit von Frieder Bernius findet weltweit große Anerkennung. Als Dirigent wie als Lehrer ist er international gefragt. Seine künstlerischen Partner sind vor allem der Kammerchor Stuttgart, das Barockorchester Stuttgart, die Hofkapelle Stuttgart und die Klassische Philharmonie Stuttgart. Den Grundstein für seine außergewöhnliche Karriere legte 1968 die Gründung des Kammerchors Stuttgart, den er bald zu einem der führenden Ensembles seiner Art machte. Ob Vokalwerke von Monteverdi, Bach, Händel, Mozart, Beethoven, Fauré und Ligeti, Schauspielmusiken von Mendelssohn oder Sinfonien von Haydn, Burgmüller und Schubert – stets zielt die Arbeit von Frieder Bernius auf einen am Originalklangideal orientierten, zugleich unverwechselbar persönlichen Ton. Wiederentdeckungen von Opern des 18. Jahrhunderts widmet er sich ebenso wie Uraufführungen zeitgenössischer Kompositionen. Ein besonderes Interesse gilt der südwestdeutschen Musikgeschichte. Frieder Bernius’ Arbeit ist im Label Carus vielfach auf Schallplatte und CD dokumentiert. Viele Einspielungen wurden mit internationalen Schallplattenpreisen ausgezeichnet. Im Rahmen des Deutschen Chorfests in Stuttgart wurde Frieder Bernius vom Carus-Verlag für seine Gesamteinspielung der geistlichen Vokalmusik von Felix Mendelssohn Bartholdy mit einer Goldenen CD ausgezeichnet. zur Person
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Sopran-Solo
Franziska Bobe
Franziska Bobe studierte Gesang in Würzburg. Als Konzertsängerin hat sie sich ein breit gefächertes Repertoire erarbeitet, das von der historisch informierten Aufführungspraxis barocker Musik (Matthäuspassion in der Thomaskirche Leipzig, Weihnachtsoratorium in der Alten Oper in Frankfurt und Paulus beim Europäischen Festival für Kirchenmusik in Schwäbisch Gmünd), bis hin zur Musik der Gegenwart (z. B. Uraufführung von Liedern von Uwe Strübing) reicht. Ihre Zusammenarbeit mit namhaften Dirigenten ist auf CDs und zahlreichen Rundfunkaufnahmen dokumentiert. Mit Frieder Bernius und dem Kammerchor Stuttgart verbindet Franziska Bobe eine langjährige Zusammenarbeit. zur Person
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Sopran-Solo
Maria Bernius
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Sopran-Solo
Johanna Winkel
Johanna Winkel studierte Gesang bei Mechthild Böhme und Caroline Thomas. Meisterkurse ergänzten ihre Ausbildung. Ihr internationales Debüt gab sie 2008 unter Peter Neumann in Nantes mit Concerto Köln. Es folgten Konzerte u. a. mit den Hamburger Symphonikern, dem SWR Vokalensemble Stuttgart und SWR Sinfonieorchester sowie dem NDR Chor. Sie sang beispielsweise beim Musikfest Berlin, dem Lucerne Festival und bei La Folle Journée. Mehrfach ausgezeichnet im Fach Oper belegte Johanna Winkel 2009 den ersten Platz im Cantilena Gesangswettbewerb in Bayreuth. Diverse Opernpartien führten sie an historische Spielstätten wie das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth und das Ekhof Theater Gotha. Neben vielen Live-Mitschnitten dokumentieren diverse CD-Einspielungen ihre Arbeit. zur Person
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Alt-Solo
Leonie Volle
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Alt-Solo
Sigrun Bornträger
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Tenor-Solo
Florian Sievers
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Tenor-Solo
Maximilian Vogler
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Tenor-Solo
Raoul Bumiller
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Tenor-Solo
Valentin Bauer
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Tenor-Solo
Christian Georg
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Bariton-Solo
Thomas E. Bauer
Thomas E. Bauer war Mitglied der Regensburger Domspatzen und zählt heute zu den gefragtesten Sängern seines Fachs. Wichtige Aufführungen zeitgenössischer Musik prägen sein künstlerisches Profil. Er wirkte bei Uraufführungen von Nono, Killmayer und Rihm mit und wurde 2003 für seine herausragenden Leistungen auf diesem Gebiet mit dem Schneider-Schott Musikpreis ausgezeichnet. Als Opernsänger umfasst sein Repertoire u. a. die großen Titelpartien in Monteverdis Orfeo, Rossinis Il barbiere di Siviglia, Bergs Wozzeck. Seine große Leidenschaft gilt aber dem Liedgesang. Regelmäßig gibt er Liederabende in Japan (Aoyama Music Award) und mit dem Hammerflügel-Spezialisten Jos van Immerseel in Paris, Brügge und Brüssel. zur Person
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Bass-Solo
Arttu Kataja
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Bass-Solo
Magnus Piontek
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Bass-Solo
Felix Rathgeber
Rezensionen
Mit perfekter Balance, … und luzid wie immer konturiert der Kammerchor Stuttgart Dramatisches, lässt Ätherisches schweben … die Deutsche Kammerphilharmonie ... mit differenzierten Farbnuancen…
Stuttgarter Zeitung, 21.03.2025
Die Doppel-CD wird für lange Zeit eine Referenzaufnahme bleiben… Bernius holt das Maximum aus dem … Werk heraus.
Johannes Mundry, Hessische/ Niedersächsische Allgemeine, 02/2025
Bernius ... leitet das Werk mit großer musikalischer Intelligenz. Die Tempi sind genau, der Chor präzise und ausdrucksvoll, die Solisten stimmlich stark und textverständlich.
Hagai Goren, HaAretz, 07/2025
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen unter Frieder Bernius hat mit dem präzisen, voluminösen Kammerchor Stuttgart eine Referenzaufnahme geschaffen.
Andreas Berger, Kultur und Leben, 06/2025
Die Aufnahme ist einmal mehr ein Verdienst des unermüdlichen Frieder Bernius mit seinem Kammerchor Stuttgart sowie der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, die uns hier mit ihren bekannten hohen Qualitäten einen bedeutenden Beitrag zur Passionsgeschichte zugänglich machen.
Gustav Danzinger, CHOR aktuell, 05/2025
Jürgen Gahre, Opernglas, 04/2025
Thorsten Stegemann, Kulturabdruck, 04/2025