Machet die Tore weit
(Originalfassung)
Machet die Tore weit ist vielleicht die bekannteste Komposition von Andreas Hammerschmidt. Musiziert wird sie heute allerdings meist in einer Form, die nicht aus der Hand des Komponisten stammt: deutlich gekürzt, mit geänderten Stimmführungen und weniger Text. Carus macht dieses populäre Stück nun auch in seiner stimmigeren Originalform den Chören zugänglich.
Unter dem Einfluss von Heinrich Schütz schufen Andreas Hammerschmidt und andere Komponisten im mitteldeutschen Raum geistliche Vokalkompositionen behutsam moderner Prägung. Sie erfreuten sich durch ihre oft leichte Aufführbarkeit und eingängige Musik im ausgehenden 17. und beginnenden 18. Jh. einer großen Verbreitung. Auch heute noch eröffnet die von liedhaften Melodien geprägte Musik einen einfachen Zugang zu den Kompositionen des 17. Jahrhunderts.
Die bekannte bearbeitete Fassung bleibt weiter erhältlich (Carus 1.007).
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Komponist*in
Andreas Hammerschmidt
| 1612-1675Andreas Hammerschmidt wuchs in einer protestantischen Familie in Böhmen auf, floh aber 1626 aufgrund religiöser Verfolgung durch die Gegenreformation mit seiner Familie nach Freiberg in Kursachsen. Seine musikalische Ausbildung ist nicht detailliert überliefert. 1635 wurde Hammerschmidt Organist an der Peterskirche in Freiberg, bis er vier Jahre später die Stelle als Organist an der Johanniskirche in Zittau übernahm. Diese Position bekleidete er bis zu seinem Tod, während sich Zittau zu seiner musikalischen Wirkungsstätte entwickelte.
Hammerschmidt schuf über 400 Werke, vor allem Kirchenkantaten, Motetten und geistliche Madrigale. Seine Musik steht stilistisch in der Nachfolge von Heinrich Schütz, gilt aber als wichtiger Wegbereiter der deutschen Kirchenkantate, wie sie später bei Johann Sebastian Bach zur Blüte kam.
zur Person
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Herausgeber*in
Uwe Wolf
| 1961Dr. Uwe Wolf ist als Musikwissenschaftler vor allem im 17. und 18. Jahrhundert zuhause. Seine Arbeitsschwerpunkte reichen von der Zeit Monteverdis und Schütz über Bach und die Generation der Bach-Söhne und -Schüler bis hin zur Wiener Klassik. Seit Oktober 2011 leitet er das Lektorat des Carus-Verlags. Zuvor war er über 20 Jahre in der Bach-Forschung tätig. zur Person
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Generalbassaussetzer*in
Daniel Ivo de Oliveira