Antonio Vivaldi: Juditha triumphans - Noten | Carus-Verlag

Antonio Vivaldi Juditha triumphans

RV 644, 1716

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Juditha triumphans devicta Holofernis barbariae oder „die triumphierende Juditha, die den barbarischen Holofernes besiegt", so lautet der Titel von Vivaldis einzig erhaltenen Oratorium. Es greift die Handlung des apokryphen biblischen Buchs Judith auf. Darin besiegt die hebräische Witwe Juditha den assyrischen Feldherrn Holofernes, der ihre Heimatstadt Bethulia belagert. Das Oratorium sollte vom Publikum als Allegorie für den Sieg der Seemacht Venedig über das Osmanische Reich verstanden werden. 

Die Wahl der tiefgläubigen Juditha als Heldin lag sicher auch an den rein weiblich besetzten Ensembles des Ospedale della Pietà in Venedig, als deren Maestro de’ concerti Vivaldi tätig war. Mit den Musikerinnen, die für ihre Exzellenz weit über die Stadtgrenzen hinaus berühmt waren, gestaltete er die Uraufführung im Jahr 1716/17. 

Die beeindruckend reichhaltige Instrumentierung des Oratoriums sieht neben dem gängigen Instrumentarium der Zeit u.a. auch Mandoline, Gambe, Theorbe und Chalumeau vor. Die von Berthold Over herausgegebene Urtextausgabe bietet flexibles und praxisorientiertes Aufführungsmaterial, sodass sowohl mit originalem als auch mit modernem Instrumentarium musiziert werden kann. Ein Werk, das nicht nur von Oratorienchören sondern auch im Opernkontext aufgeführt werden kann – und das einzige erhaltene große geistliche Werk für Chor und Orchester von Vivaldi.

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Klavierauszug Carus 40.010/53, ISMN 979-0-007-30284-9 136 Seiten, kartoniert voraussichtlich lieferbar ab 11/2026
Dirigierpartitur, Vorwort auf Dt. und Engl. Carus 40.010/50, ISMN 979-0-007-30283-2 166 Seiten, kartoniert voraussichtlich lieferbar ab 11/2026
Stimmenset, Komplettes Orchestermaterial, leihweise, auch digital erhältlich Carus 40.010/69, ISMN 979-0-007-30283-2 23 x 32 cm, ohne Umschlag voraussichtlich lieferbar ab 11/2026
Zusatzinformationen zum Werk
  • Antonio (Lucio) Vivaldi war ein italienischer Komponist und Geiger der Barockzeit.

    Es wird angenommen, dass sein Vater, der selbst Musiker war, für Vivaldis musikalische Ausbildung verantwortlich war. Seine berufliche Laufbahn begann er jedoch als Priester, was ihm in Venedig den Spitznamen Il prete rosso (der rothaarige Priester) einbrachte.

    Ab 1703 arbeitete Vivaldi mit Unterbrechungen bis kurz vor seinem Tod als Geigenlehrer und Komponist am Ospedale della Pietà, einem Waisenhaus für Mädchen in Venedig. Zunächst war er dort auch als Priester tätig, gab diese Tätigkeit aber nach drei Jahren wieder auf. Für seine Schülerinnen an der Pietà schrieb er zahlreiche Kammermusikwerke und Konzerte. Die berühmten Vier Jahreszeiten sind besonders bekannt und werden heute oft aufgeführt. Vivaldi komponierte unter anderem auch geistliche und weltliche Vokalmusik und war Opernkomponist und Intendant.

    Von den über 800 Werken, die heute bekannt sind, wurden zu Vivaldis Lebzeiten nur 135 veröffentlicht. Nach seinem Tod gerieten die Kompositionen Vivaldis zunächst weitgehend in Vergessenheit. Viele seiner Werke wurden erst im 20. Jahrhundert wiederentdeckt und veröffentlicht. Darunter ist auch das Gloria in D RV 589, die allererste Notenausgabe des Carus-Verlags.

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