Messe in A
Version mit Orchester op. 12, 1860
César Francks große Orchestermesse in A-Dur von 1861 gehört zu jenen
Werken, die der Komponist für den liturgischen Gebrauch an Ste. Clotilde in Paris schrieb, seiner langjährigen Wirkungsstätte als berühmter Organist und Orgelimprovisator. Wolfgang Hochstein schreibt im Vorwort seiner auf der orchestralen Erstfassung basierenden Edition: "Die Messe trägt [...] durch den großen Atem vieler melodischer Empfindungen unverkennbare Merkmale des symphonischen Stils. Die Harmonik erhält ihren Farbenreichtum durch die Einbeziehung von Chromatik und Alteration, durch vielfache Dur/Moll-Wechsel und durch den häufigen Gebrauch von Klangmixturen. Schöne Bläserstellen, rauschende Harfen-Arpeggien und die offensichtliche Vorliebe für den schwärmerischen Klang des Solo-Cellos sind einige Kennzeichen der Instrumentation."
Die vorliegende Edition enthält sowohl die originale Orchesterfassung wie auch eine reduzierte (nicht-originale) Fassung mit Orgel statt Bläsern. Die auf Franck zurückgehende kleine Fassung mit Harfe, Violoncello, Kontrabass und Orgel (Orgelfassung) statt des Orchesters ist ebenfalls erhältlich. Alle Fassungen können mit der originalen, dreistimmigen Chorbesetzung (Sopran, Tenor, Bass) als auch in einer der heutigen Praxis entsprechenden vierstimmigen Fassung aufgeführt werden.
Die vorliegende Edition enthält sowohl die originale Orchesterfassung wie auch eine reduzierte (nicht-originale) Fassung mit Orgel statt Bläsern. Die auf Franck zurückgehende kleine Fassung mit Harfe, Violoncello, Kontrabass und Orgel (Orgelfassung) statt des Orchesters ist ebenfalls erhältlich. Alle Fassungen können mit der originalen, dreistimmigen Chorbesetzung (Sopran, Tenor, Bass) als auch in einer der heutigen Praxis entsprechenden vierstimmigen Fassung aufgeführt werden.
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Zusatzinformationen zum Werk
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Komponist*in
César Franck
| 1822-1890Der Vater erkannte früh seine Begabung und gab ihn 1831 zur musikalischen Ausbildung an das Konservatorium Lüttich in Belgien. Vier Jahre später zog die Familie nach Paris, wo der fünfzehnjährige César ebenfalls am Konservatorium aufgenommen wurde und in die Klavierklasse Pierre-Joseph-Guillaume Zimmermanns kam. Auch besuchte er die Klassen in Kontrapunkt bei Aimé Ambroise Simon Leborne, Komposition bei Henri-Montan Berton und Orgel bei François Benoist. In dieser Zeit entstanden seine ersten kammermusikalischen Werke, wie die 3 trios concertants für Violine, Violoncello und Klavier. 1858 wurde er Titularorganist in der Ste. Clotilde-Kirche in Paris, für welche er ein eigenes Repertoire komponierte. Darunter befindet sich u.a. das Oratorium über Die Sieben Worte Jesu am Kreuz 1859, welches beim Carus-Verlag erhältlich ist.
zur Person
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Herausgeber*in
Wolfgang Hochstein
| 1950
Rezensionen
Die hier vorgelegte Messe in A-Dur gehört zu den Kompositionen, die Franck für den liturgischen Gebrauch an St. Clothilde schrieb. Die originale reichhaltige Besetzung des Orchesters hat Franck aus aufführungspraktischen Rücksichtnahmen später drastisch auf eine Harfe, Violoncello und Kontrabass reduziert und alle anderen Orchesterstimmen der Orgel übertragen. Allerdings erschließt gerade die große Instrumentierung das Werk in seinem ganzen Reiz. Um die Messe den heutigen Chorverhältnissen anzupassen, hat der Herausgeber Wolfgang Hochstein eine alternativ zu gebrauchende vierstimmige Fassung erstellt, die Solistenpartien aber original für Sopran, Tenor und Bass belassen. Damit das Werk auch kleineren Besetzungen zugänglich werden kann, bietet der Herausgeber folgende Möglichkeiten an: 1. Originalfassung mit vollem Orchester, Orgel nur beim „Panis angelicus” obligat. 2. Mit Streichern, Harfe(n) und Orgel, bei chorischer Streicherbesetzung evtl. auch mit Pauken. 3. Die reduzierte Instrumentalfassung mit Harfe, Violoncello und Kontrabass.
Farbenreiche Harmonik, konzentrierte thematische Arbeit, rauschende Harfenarpeggien und die Vorliebe für schwärmerische Cantilenen des Solocellos kennzeichnen diese Messvertonung. Das Aufführungsmaterial ist sehr gut und für alle oben genannten Fassungen erhältlich.
Musica Sacra, 5/1991
Häufige Fragen zum Werk
Man kann Francks Messe in verschiedenen Besetzungsvarianten aufführen. Welche sind dies genau? Es gibt von dieser Messe drei Fassungen: 40.646/00 für großes Orchester 40.646/50 Orgelfassung Chor dreistimmig STB 40.646/60 Orgelfassung Chor vierstimmig SATB Es ist auch möglich, die Orchesterfassung und die Orgelfassung (40.646/50 dreistimmig STB bzw. 40.646/60 vierstimmig) zu mischen (Vorschlag aus dem Vorwort): man benötigt dann: alle Streicherstimmen 1x /48 Orgel 1x /42 Harfe 1x /43 Harfe 1x /41 Pauke ad. lib. Statt der /42 und /43 könnte man auch die /53 Harfe (aus der Orgelfassung) verwenden. Die Harfenklänge fallen im Gloria dann etwas dünner aus, es fehlt aber nichts Substanzielles (Info von UW)
Es gibt zwei originale Besetzungsmöglichkeiten: Soli, Chor und Orchester (Originalfassung) sowie eine auf den Komponisten zurückgehende Reduktion auf Soli, Chor und ein kleines, aus Harfe, Violoncello, Kontrabass und Orgel bestehendes Ensemble. Da die Orgel in der Orchesterfassung nur an einem Satz beteiligt ist, bietet es sich an, alternativ alle Bläser auf die Orgel zu übertragen, so dass die Messe auch allein mit Streichern, Harfen und Orgel aufführbar ist.
Einer damaligen Mode zufolge hat Franck den Chor nur mit drei Singstimmen (STB) besetzt. Die obengenannten Aufführungsmöglichkeiten sind sowohl mit dem originalen dreistimmigen Chor als auch in einer an heutige Chorbesetzungen behutsam angepassten vierstimmigen Fassung aufführbar.
Die Partituren der Orgelfassungen (40.646/50 mit dreistimmigem Chor und 40.646/60 mit vierstimmigem Chor) können zur Korrepetition der Orchesterfassung verwendet werden.
Die Partitur verlangt zwei Harfen, bei der reduzierten Fassung kommt Franck mit einer Harfe aus. Ist auch die Orchesterfassung mit nur einer Harfe realisierbar?
Die Dopplung der Harfen dient hauptsächlich der akustischen Verstärkung durch Oktavversetzungen, aber die zweite Harfe hat keine eigene Funktion, kann also zur Not auch weggelassen werden (die Harfenstimme der reduzierten Fassung entspricht weitgehend der 1. Harfe der Orchesterfassung). Allerdings wird die Harfe dann Mühe haben, sich im Orchesterklang durchzusetzen. Bei der Fassung mit Orgel statt Bläsern hingegen ist eine Reduktion auf 1 Harfe gut möglich.