Messa à quattro voci da cappella
aus: Messa à quattro voci et salmi 1650
Claudio Monteverdi bewegt sich oft im Spannungsfeld zwischen alter und neuer Praxis. Er gilt als der letzte große Renaissance-Madrigalist, Pionier der Barockoper und vielseitiger Kirchenmusiker, der sowohl vom „stile antico“ als auch vom „stile nuovo“ geprägt wurde. Besonders seine Marienvesper beeindruckt durch ihren modernen, ausdrucksstarken Stil. Auch seine anderen Kirchenkompositionen im traditionellen Stil der prima prattica, darunter Motetten, Psalmen, Litaneien und Messen, zeichnen sich durch schlichte Schönheit und erhabene Größe aus, werden jedoch oft übersehen.
Die Messa à quattro voci da cappella aus der 1650 von Alessandro Vincenti herausgegebenen Sammlung ist ein solches zu Unrecht vernachlässigtes Juwel seiner Kirchenmusik. Diese Edition wurde behutsam an die heutige Chorpraxis angepasst und auf Basis der Originalquelle modernisiert, um eine einfache Aufführung zu ermöglichen. Monteverdis Messa à quattro voci da cappella kann so in ihrer tiefen Spiritualität und musikalischen Raffinesse erlebt und zum Klingen gebracht werden.
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Komponist*in
Claudio Monteverdi
| 1567-1643Während seiner Jugend in Cremona erhielt Monteverdi seine erste musikalische Ausbildung bei Marc'Antonio Ingegneri, dem Kapellmeister der Kathedrale. Nachdem er sich mit ersten Veröffentlichungen, darunter sein 1. Madrigalbuch, einen Namen gemacht hatte, ging er 1590 nach Mantua an den Hof der Gonzaga: Er blieb 22 Jahre in Diensten der Familie, erst als Sänger und Violist, später als Kapellmeister. Hier schrieb er weitere Madrigalbücher und mit mit L'Orfeo 1607 eine der frühesten Opern der Musikgeschichte. Ebenfalls noch in Mantua entstand 1610 die Marienvesper. 1613 wurde Monteverdi Kapellmeister an St. Markus in Venedig. Auf dieser Position verbrachte er 30 musikalisch fruchtbare Jahre: Er komponierte sakrale Werke, blieb aber auch der weltlichen Musik verpflichtet und veröffentlichte mit den Madrigalbüchern 6 bis 8 seine umfangreichsten weltlichen Sammlungen. Nach der Eröffnung des Venezianischen Opernhauses 1637, der ersten öffentlichen Spielstätte überhaupt, trat er auch wieder als Opernkomponist in Erscheinung: Seine beiden späten Opern Il ritorno d'Ulisse in Patria und L'incoronazione di Poppea wurden hier uraufgeführt. zur Person
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Herausgeber*in
Rudolf Walter
| 1918-2009