Dieterich Buxtehude Wär Gott nicht mit uns diese Zeit

BuxWV 102

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Die Vertonung des Luther-Liedes ist exemplarisch für die Grundkonzeption einer Choralkantate, wie sie Buxtehude wohl vorschwebte. Ein vierstimmiger, homophoner Satz trägt den Text der ersten beiden Strophen zeilenweise vor. Die beiden Violinen überbrücken mit Zwischenspielen den Choral und leiten in einer Art Ritornell zur nächst folgenden Strophe über. In der dritten und letzten Strophe weicht Buxtehude von diesem Modell ab, indem er die Violinen an dem Vortrag des Chorals beteiligt und Choralzeilen zusammenfasst. Die Kantate ist in einer Tabulatur aus der Düben-Sammlung überliefert. Sie gehört in den Kontext einer Zahl von Choralkantaten, die um das Jahr 1685 kopiert worden sind.
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  • If God were not on our side this day,
    Israel should say,
    if God were not on our side this day,
    we would have had to resign,
    being such a poor little band,
    despised by so many sons of man,
    all at war with us.

    So great is their wrath against us,
    that if God had allowed it,
    they would have swallowed us up
    life and limb entirely;
    we would have been engulfed
    and overwhelmed by the tide
    and drowned with violence.

    Praise and thank God, who did not let
    us be caught in their chasm.
    As a bird evades the snare,
    our soul has escaped.

    ...

  • Wär Gott nicht mit uns diese Zeit,
    so sollt Israel sagen,
    wär Gott nicht mit uns diese Zeit,
    wir hätten müssn verzagen,
    die so ein armes Häuflein sind,
    veracht’ von so viel Menschenkind,
    die an uns setzen alle.

    Auf uns ist so zornig ihr Sinn,
    wo Gott das hätt zugeben,
    verschlungen hätten sie uns hin
    mit ganzem Leib und Leben;
    wir wärn als die ein Flut ersäuft
    und über die groß Wasser läuft
    und mit Gewalt verschwemmet.

    Gott Lob und Dank, der nicht zugab,
    dass ihr Schlund uns möcht fangen.
    Wie ein Vogel des Stricks kommt ab,
    ist unser Seel entgangen.

    ...

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Zusatzinformationen zum Werk
  • Dokumente zum Leben Buxtehudes sind rar. Einer zeitgenössischen Mitteilung in Nova literaria Maris Balthici, kurz nach seinem Tod erschienen, entnimmt man, dass er „Dänemark als sein Vaterland“ ansah, „woher er in unsere Region kam“. Dieterich Buxtehude, die Schreibung seines Vornamens ergibt sich aus Buxtehudes Unterschrift in seinen Briefen, wurde um 1637 in Helsingborg geboren und war somit Untertan des dänischen Königs. Sein Vater, Johannes Buxtehude, war Organist und unterrichtete ihn so weit, dass Dieterich Buxtehude ab 1657 oder 1658 als Organist in Helsingborg und später in Helsingør arbeitete. 1668 wählte man Dieterich Buxtehude zum Organisten an St. Marien in Lübeck als Nachfolger Franz Tunders. Bis zu seinem Tod im Jahre 1707 blieb Buxtehude in diesem Amt, das zu den wichtigsten in Norddeutschland zählte. Nach seinem Tod rühmten sachverständige Musiker Dieterich Buxtehude vor allem aufgrund seiner Tastenmusik. So charakterisierte ihn beispielsweise Johann Mattheson als einen „hochgeschätzten, ehmaligen Lübeckischen Organisten“. Diese Wertschätzung gründete indes nicht auf veröffentlichten Drucken, sondern auf Abschriften der Kompositionen für Tasteninstrumente und auf dem Ruf als Virtuose, den Buxtehude in ganz Deutschland besaß. So waren 1703 Georg Friedrich Händel und Johann Mattheson und im Winter 1705 auf 1706 Johann Sebastian Bach in Lübeck, um sich bei Buxtehude in Komposition und Orgelspiel zu vervollkommnen. Neben der Vokalmusik und der Musik für Tasteninstrumente von Buxtehude sind zwei Publikationen von Triosonaten überliefert. Von den „Abendmusiken“ in Lübeck wissen wir aufgrund einiger Textbücher, die zu diesem Anlass gedruckt wurden. Die Musik hierzu ist leider verloren gegangen. Diese Tradition von konzertähnlichen Veranstaltungen übernahm Buxtehude von seinem Vorgänger Franz Tunder. zur Person

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