Franz Schreker war ein wichtiger Vertreter der Wiener Moderne und einer der erfolgreichsten Opernkomponisten zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Als Abschlusskomposition seines Studiums am Wiener Konservatorium vertonte er den 116. Psalm für Frauenchor und Orchester (1900) und widmete ihn dem "geliebte[n] Lehrer Robert Fuchs verehrungsvollst". Robert Fuchs, der hochangesehene Kompositionslehrer, war ein enger Freund von Johannes Brahms und ein Verfechter von Brahms' romantischem Klassizismus. Schrekers Psalmvertonung ist denn auch eng an die Tonsprache von Brahms angelehnt. 1901 wurde der 116. Psalm in einem Konzert der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien uraufgeführt, im gleichen Jahr erfolgte die Erstveröffentlichung beim Wiener Verlag Adolf Robitschek. Die Besetzung des Psalms ist mit der von Brahms' "Deutschem Requiem" identisch, was als Anregung für gemeinsame Konzertaufführungen beider Werke dienen mag.
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Zusatzinformationen zum Werk
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Komponist*in
Franz Schreker
| 1878-1934Franz Schreker war ein österreichischer Komponist und Librettist. Zu Lebzeiten war Schreker, neben Richard Strauss als einer der bekanntesten Opernkomponisten nach Wagner bekannt. Seine spätromantische Musiksprache weist auch expressionistische Elemente auf. Seine Opernlibretti schrieb er größtenteils selbst. Darin schaffte er seelische Portraits seiner Protagonisten, die teils autobiografische Bezüge aufweisen.
Auch Franz Schrekers Musik wurde von den Nationalsozialisten als "entartet" diffarmiert und erst ab den späten 70er-Jahren setzte ein neue Beschäftigung mit der Musik Schrekers ein. Seitdem erscheinen immer mehr Aufnahmen seiner Musik.
zur Person
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Herausgeber*in
Christopher Hailey
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Herausgeber*in
Iris Pfeiffer