Gabriel Fauré war nach seiner Ausbildung an der École de musique classique et religieuse in Paris bis zu seiner Berufung als Leiter des dortigen Konservatoriums vor allem als Kirchenmusiker tätig. Aufgrund seiner Überzeugung, dass geistliche Musik "menschlichen Ausdruck" tragen soll, bevorzugte er meist intimere, kammermusikalische Besetzungen gegenüber monumentalen Großwerken. Entsprechend den an seinen Wirkungsstätten vorhandenen Ressourcen schrieb er viel für gemischten Chor, gerne unterstützt durch Solisten und Orgel oder Harmonium, manchmal klanglich bereichert durch Harfe oder Kontrabass. Zu festlichen Anlässen konnten weitere Instrumente hinzutreten, vorzugsweise ein Streichquintett, manchmal ergänzt durch Bläser. Der kammermusikalische, "menschliche" Charakter bleibt jedoch immer erhalten.
Das Tantum ergo o. op. widmete Fauré seiner Mäzenin Gräfin Greffulhe, einer der herausragenden Persönlichkeiten der Pariser Aristokratie, zur Hochzeit ihrer Tochter Elaine in Sainte-Madeleine im Jahr 1904. Die Originalfassung für eine Solostimme, Chor und Orgel steht im Autograph in F-Dur, im Erstdruck jedoch in Ges-Dur. Die durch ein Streichquintett begleitete Fassung greift wiederum auf das leichter lesbare F-Dur zurück.
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Komponist*in
Gabriel Fauré
| 1845-1924Französischer Komponist, 1845-1924.
Er war Schüler von Camille Saint-Saëns und studierte an der Pariser Schule für Kirchenmusik. Fauré arbeitete als Organist, Chorleiter und gab Klavierunterricht und Klavierabende in Pariser Salons. Am Klavier konnte er glänzend improvisieren, was sich auch in seinen Kompositionen niederschlägt. 1905-1920 war er Direktor des Pariser Conservatoire.
Fauré schrieb vor allem Vokal-, Klavier- und Kammermusik. Am bekanntesten sind seine Klavierlieder für Solostimme und sein Requiem, das auch bei seiner eigenen Trauerfeier aufgeführt wurde.
zur Person
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Herausgeber*in
Jean-Michel Nectoux