Die Kantate Uns ist ein Kind geboren zum 1. Weihnachtstag folgt einer ungewöhnlichen Anlage mit nur einer Arie, aber zwei Chorsätzen. Die Chorsätze rahmen das Werk, die Sopran-Arie steht, umgeben von zwei Secco-Rezitativen, im Zentrum der Kantate. Der sehr liedhafte B-Teil dieser Arie bildet die Symmetrieachse und nur hier erklingen außerhalb der Chöre die Trompeten (mit einem Zitat aus dem Eröffnungschor).
Beiden Chören liegt ein Bibeltext zugrunde: dem Eingangschor eine bekannte alttestamentarische Prophezeiung des Weihnachtsgeschehens (Jesaia 9,5) und dem Schlusschor ein Abschnitt über das Geheimnis des Glaubens aus dem Timotheus-Brief (1. Timotheus 3,16): „Kündlich groß ist das gottselige Geheimnis“. Eingangschor wie Schlusschor sind weitgehend homophon, doch der zweite, weihnachtliche Halbsatz als der Timotheus-Stelle („Gott ist offenbaret im Fleisch“) wird zu einer großen Schlussfuge entwickelt.
Es ist eine von vielen Kantaten Homilius‘, die nicht nur durch zeittypisch sehr gesangliche Linien zu oft spritziger Orchesterbegleitung auffällt, sondern auch durch eine überraschende Gesamtanlage.
Beiden Chören liegt ein Bibeltext zugrunde: dem Eingangschor eine bekannte alttestamentarische Prophezeiung des Weihnachtsgeschehens (Jesaia 9,5) und dem Schlusschor ein Abschnitt über das Geheimnis des Glaubens aus dem Timotheus-Brief (1. Timotheus 3,16): „Kündlich groß ist das gottselige Geheimnis“. Eingangschor wie Schlusschor sind weitgehend homophon, doch der zweite, weihnachtliche Halbsatz als der Timotheus-Stelle („Gott ist offenbaret im Fleisch“) wird zu einer großen Schlussfuge entwickelt.
Es ist eine von vielen Kantaten Homilius‘, die nicht nur durch zeittypisch sehr gesangliche Linien zu oft spritziger Orchesterbegleitung auffällt, sondern auch durch eine überraschende Gesamtanlage.
Kaufen
Zusatzinformationen zum Werk
-
Komponist*in
Gottfried August Homilius
| 1714-1785Gottfried August Homilius wurde am 2. Februar 1714 in Rosenthal (Sachsen) als Sohn eines Pastors geboren. Im Mai 1735 wurde er als Jura-Student an der Universität Leipzig immatrikuliert. Die durch Johann Adam Hiller bezeugte Schülerschaft bei Johann Sebastian Bach dürfte in diese Zeit fallen. Außer zu Bach bestand Kontakt zu dem Bachschüler und Nicolai-Organisten Johann Schneider, dessen Aufgaben Homilius vertretungsweise übernahm. Nach einer erfolglosen Bewerbung auf eine Organistenstelle in Bautzen erhielt Homilius 1742 eine Anstellung als Organist an der Dresdner Frauenkirche. 1755 trat er schließlich die Nachfolge Theodor Christlieb Reinholds als Kreuzkantor und Musikdirektor der drei Dresdner Hauptkirchen an, ein Amt, das er bis zu seinem Tod am 2. Juni 1785 inne hatte. zur Person
-
Herausgeber*in
Uwe Wolf
| 1961Dr. Uwe Wolf ist als Musikwissenschaftler vor allem im 17. und 18. Jahrhundert zuhause. Seine Arbeitsschwerpunkte reichen von der Zeit Monteverdis und Schütz über Bach und die Generation der Bach-Söhne und -Schüler bis hin zur Wiener Klassik. Seit Oktober 2011 leitet er das Lektorat des Carus-Verlags. Zuvor war er über 20 Jahre in der Bach-Forschung tätig. zur Person
Rezensionen
Eine schlichte, aber dennoch wunderbar strahlkräftige Kantate in frühklassischem Stil des Dresdner Kreuz- und Frauenkantors.
Württembergische Blätter für Kirchenmusik 4/2011
Die in jeder Hinsicht vorbildlichen Ausgaben der Werke von Homilius ermöglichen es, seine Stücke kennen zu lernen und sie als Beispiele für die protestantische Kirchenmusik nach 1750 in das wenig erschlossene Repertoire aufzunehmen.
Gottfried Gille, Forum Kirchenmusik 4/2012