Heinrich Schütz Warum toben die Heiden

aus: Psalmen Davids SWV 23, 1619

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  • Why do the heathen rage, and the people imagine a vain thing? The kings of the earth set themselves, and the rulers take counsel together, against the Lord, and against his anointed, saying, Let us break their bands asunder, and cast away their cords from us. He that sitteth in the heavens shall laugh: the Lord shall have them in derision. Then shall he speak unto them in his wrath, and vex them in his sore displeasure. Yet have I set my king upon my holy hill of Zion. I will declare the decree: the Lord hath said unto me, Thou art my Son; this day have I begotten thee. Ask of me, and I shall give thee the heathen for thine inheritance, and the uttermost parts of the earth for thy possession. Thou shalt break them with a rod of iron; thou shalt dash them in pieces like a potter’s vessel. Be wise now therefore, O ye kings: be instructed, ye judges of the earth. Serve the Lord with fear, and rejoice with trembling. Kiss the Son, lest he be angry, and ye

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  • Warum toben die Heiden und die Leute reden so vergeblich? Die König im Lande lehnen sich auf, und die Herren ratschlagen miteinander wider den Herren und seinen Gesalbten. Lasset uns zerreißen ihre Bande und von uns werfen ihre Seile. Aber der im Himmel wohnet, lachet ihr. Und der Herr spottet ihr. Er wird einest mit ihnen reden in seinem Zorn, und mit seinem Grimm wird er sie erschrecken. Aber ich habe meinen König eingesetzt auf meinem heilgen Berge Zion. Ich will von einer solchen Weise predigen, dass der Herr zu mir gesagt hat: Du bist mein Sohn, heut hab ich dich gezeuget. Heische von mir, so will ich dir die Heiden zum Erbe geben und der Welt Ende zum Eigentum. Du sollst sie mit einem eisern Szepter zerschlagen, wie Töpfe sollst du sie zerschmeißen. So lasst euch nun weisen, ihr Könige, und lasst euch züchtigen, ihr Richter auf Erden. Dienet dem Herren mit Furcht und freuet euch mit Zittern. Küsset den Sohn, dass er nicht

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  • Text from the CD Carus 83.255

    Oliver Geisler
    Translation: Elizabeth Robinson

    “intended for singing”
    The “Psalmen Davids” and the art of consolation Heinrich Schütz was fortunate. In the years around 1600 the number of portents of the end of the world increased. And this would also naturally affect the Dresden court, even if it sometimes seemed to be in a world of its own. Constellations of stars, curious events, cometary impacts – all these happenings were rapidly broadcast through the mass media of the Baroque – pamphlets and articles. And the more frequently there were signs giving cause for concern, the nearer the predicted end approached. In the mid-16th century, 2046 was marked out as the end. But at the time when Schütz took up his post in Dresden, the year 1625 was regarded as the point in time when the ‘last trumpet’ would sound. None of this happened – as stated, he was fortunate,

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  • Booklet-Text der CD Carus 83.255

    Oliver Geisler

    „zum singen gemeint“
    Die Psalmen Davids und die Kunst des Zuspruchs Heinrich Schütz hatte Glück. In den Jahren um 1600 mehrten sich die Anzeichen für den Weltuntergang. Und der würde natürlich auch den Dresdner Hof betreffen, auch wenn dieser mitunter als eigener Kosmos erscheinen mochte. Sternenkonstellationen, kuriose Ereignisse, Kometeneinschläge – alle diese Geschehnisse verbreiteten sich rasant über die Massenmedien des Barock: Flugblätter und Sonderdrucke. Und je häufiger die besorgniserregenden Zeichen, desto näher rückte das prognostizierte Ende. Mitte des 16. Jahrhunderts war noch 2046 als Ende markiert. Zu jener Zeit, als Schütz in Dresden sein Amt antrat, galt das Jahr 1625 als Zeitpunkt, an dem die ‚letzte Posaune‘ erklingen würde. All das trat nicht ein – wie gesagt, er hatte Glück, aber eine Prognose bewahrheitete

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  • Heinrich Schütz gilt als der erste deutsche Musiker von europäischem Rang. Ab 1599 als Chorknabe am Hof des Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel erhielt er eine umfassende Schulbildung. 1608 begann er ein Jurastudium in Marburg, das er jedoch schon 1609 abbrach, um mit Unterstützung des Landgrafen bei Giovanni Gabrieli, Organist an San Marco zu Venedig, Komposition zu studieren. 1613 kehrte Schütz nach Kassel zurück, wurde aber schon zwei Jahre später vom Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen als „Organist und Director der Musica” an den Dresdner Hof „abgeworben“, wo er von 1617 bis zu seinem Tod das Amt des Hofkapellmeisters innehatte. Seine großen Vokalzyklen markierten den Höhepunkt von Schütz’ Ansehen in Deutschland und Nordeuropa. Doch diese stellen nur einen Teil des Schütz’schen Opus dar; einzelne Werke sind in Sammeldrucken mit Werken anderer Komponisten vertreten, andere nur handschriftlich überliefert, vieles ist verloren gegangen. Die Stuttgarter Schütz-Ausgabe erschließt Schütz‘ vollständiges Oeuvre, alle Werke erscheinen auch in praktischen Urtext-Ausgaben. zur Person
  • Der Verleger, Kirchenmusiker und Pädagoge Günter Graulich gehört zu den großen deutschen Verlegerpersönlichkeiten der Nachkriegszeit. Gemeinsam mit seiner Frau Waltraud gründete er 1972 den Carus-Verlag Stuttgart, den er vom 2-Mann-Familienbetrieb zum mittelständischen Unternehmen mit rund 60 Mitarbeitern ausbaute. Darüber hinaus leitete er, selbst ausgebildeter Kirchenmusiker und langjähriger Kantor an der Matthäuskirche Stuttgart, über 50 Jahre den Motettenchor Stuttgart. Mit seinem Chor realisierte er Einspielungen auf LP und CD, zahlreiche Konzertreisen führten ihn ins europäische Ausland und nach Amerika. zur Person
  • Paul Horn war ein deutscher Kirchenmusiker, Organist, Komponist und Musikwissenschaftler. Er studierte Kirchenmusik und Orgel an der Evangelischen Kirchenmusikschule Esslingen am Neckar bei Hans-Arnold Metzger und Musikwissenschaft, Theologie und Geschichte an der Universität Tübingen. Seine berufliche Laufbahn begann als Kantor an der Evangelischen Michaelskirche in Stuttgart-Degerloch. 1954 wurde er Kantor an der Evangelischen Stadtkirche Ravensburg, eine Position, die er bis zu seiner Pensionierung innehatte. Als Musikwissenschaftler arbeitete Horn bis ins hohe Alter eng mit Carus zusammen. So stammen zahlreiche Carus-Klavierauszüge aus seiner Feder. zur Person

Rezensionen

Schütz, Heinrich: Psalm 2 „Warum toben die Heiden”

Schütz, Heinrich: Psalm 2 „Warum toben die Heiden”

Dies ist eine der großartigsten Psalmvertonungen von Heinrich Schütz. Die Besetzung in vier Chören jeweils SATB sollte nicht schrecken. Man hat als Chorleiter alle notwendige Flexibilität der gemischten Besetzung mit Chor und Instrumenten. So könnte man die Kantorei so aufteilen, dass ein größerer Teil und der Posaunenchor die Capell-Chor-Teile übernimmt, ein kleinerer Chor zusammen mit einem Flötenkreis oder Streicherensemble die beiden Favorit-Chöre. Auch für ein Projekt, an dem gemeinsam mehrere Chöre teilnehmen, kann man dieses Werk vorsehen. Der Schwierigkeitsgrad der einzelnen Chöre übersteigt nie das Maß dessen, was ein Kirchenchor zu leisten imstande ist. Auf eine Continuo-Begleitung wenigstens von der Orgel sollte man aber nicht verzichten.

Michael Bender
Quelle: Württembergische Blätter für Kirchenmusik 6/2000, S. 27

Heinrich Schütz: „Warum toben die Heiden” (Psalm 2), Psalmkonzert für 2 Favoritchöre, 2 Capellchöre (Singstimme und Instrumente) und Orgel ad lib.; Orgelaussetzung von Paul Horn; hsgb.von Günter Graulich.

[schu] Ein weiterer Beitrag zur Schütz’schen Gesamtausgabe in gewohnt guter Carus-Editions-Qualität. Von der Vierchörigkeit sollte man sich im Blick auf die Realisierung nicht abschrecken lassen; die beiden die Favorit-Chöre verstärkenden Capell-Chöre kann man entsprechend historischem Beispiel getrost instrumental besetzen. Die ad-libitum-Orgel gehört auf jeden Fall dazu, ebenso ein l6’-Instrument im Bass. Auch die vokal ausgeführten Chöre können instrumental colla parte gestützt werden, so dass sich auch allein zwei versierte Chöre des klangprächtigen Werkes annehmen können, das sich für festliche Konzerte ebenso anbietet wie für einen gottesdienstlichen Kontext.

 Quelle: Musica Sacra 4/2003

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