Missa Sancti Cyrilli et Methodii
MH 13
Die gut 30 Messvertonungen Johann Michael Haydns sind Meisterwerke ihrer Gattung und waren zu seinen Lebzeiten äußerst beliebt. In seiner geistlichen Musik gelingt Haydn eine Synthese aus Kontrapunkt und liedhafter Melodik, die sich von der Gregorianik und der heimischen Volksmusik beeinflusst zeigt. Er hat sich mit dieser den Slawenaposteln Cyrill und Methodius gewidmeten Messe möglicherweise um eine Anstellung in Brünn beworben, und tatsächlich scheint es so, als habe der 21-jährige Komponist hier ein Musterstück seines Könnens präsentieren wollen. Die 1758 entstandene Komposition ist als Frühwerk noch der barocken Stiltradition des süddeutschen Raumes verpflichtet, zeigt aber zugleich schon eine subjektive Inspiration, die sie von vielen Messvertonungen der Zeitgenossen abhebt. Es handelt sich um eine Kantatenmesse, bei der die Ordinariumsteile in Einzelsätze gegliedert werden, die in unterschiedlichen, auf Abwechslung und Kontrast zielenden Besetzungen und Satztechniken den Text ausdeuten.
Die Messe ist bei Carus im Rahmen der Urtext-Gesamtausgabe als Erstausgabe erschienen.
Die Messe ist bei Carus im Rahmen der Urtext-Gesamtausgabe als Erstausgabe erschienen.
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Zusatzinformationen zum Werk
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Komponist*in
Johann Michael Haydn
| 1737-1806Johann Michael Haydn wirkte ab 1763 am renommierten geistlichen Fürstenhof in Salzburg. Stilistisch schlug er in seinem 43-jährigen dortigen Wirken die Brücke von der Frühklassik zum musikalischen Biedermeier. Entsprechend seinen dienstlichen Verpflichtungen hat Haydn praktisch zu allen in der katholischen Liturgie gepflegten Gattungen beigetragen: Das Wissen um die liturgische Funktion und die musikalische Ausdeutung der religiösen Texte zeichnet Haydns Kirchenmusik aus. Johann Michael Haydn wurde von den Zeitgenossen zunächst als gleichberechtigt neben Joseph Haydn gesehen. Erst der steile Aufstieg des älteren Bruders zum bedeutendsten Instrumentalkomponisten der Zeit rückte Johann Michael Haydn in den Schatten, aus dem ihn die musikalische Entdeckerfreude der letzten Jahre zunehmend herausholt. zur Person
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Herausgeber*in
Armin Kircher
| 1966-2015Armin Kircher leitete bis zu seinem Tod das Kirchenmusikreferat der Erzdiözese Salzburg und war seit 1992 organisatorischer Leiter der Österreichischen Werkwoche für Kirchenmusik. Außerdem war Armin Kircher Stiftskapellmeister an der Stiftskirche St. Peter in Salzburg und Organist an der Kajetanerkirche in Salzburg. Die besondere editorische Zuwendung Kirchers galt der liturgischen Musik sowie der Musik der Wiener Klassik, allen voran der noch unerschlossenen Musik Johann Michael Haydns, dessen zahlreiche Messkompositionen er für die heutige Zeit in wissenschaftlichen Ausgaben erschloss. Die von ihm herausgegebenen Sammlungen für die katholische Liturgie sind heute Standardwerke, insbesondere die Chorbücher Mozart – Haydn, das Chorbuch Kirchenjahr und die Veröffentlichungen für Orgel und Chöre zum neuen katholischen Gesangbuch „Gotteslob“. Auch als Arrangeur klangschöner Chor- und Orgel-Sätze hat sich Armin Kircher einen Namen gemacht. zur Person