Das Requiem in B ist Johann Michael Haydns zweite Vertonung des liturgischen Textes der Totenmesse und zugleich sein letztes Werk, sein „Opus ultimum“ (ein weiteres Requiem MH 599 stellte sich als Werk von P. Georg Pasterwiz heraus). Auf Bestellung von Kaiserin Marie Therese begann er im Jahr 1805 mit der Komposition, kam aber aufgrund einer schweren Erkrankung nur langsam voran und konnte sein Requiem – wie auch W. A. Mozart – nicht zum Abschluss bringen. Vom Fragment sind 43 Seiten in Haydns Reinschrift erhalten. Im Jahr 1839 vervollständigte P. Gunther Kronecker, Benediktinerpater im traditionsreichen Stift Kremsmünster in Oberösterreich, den Torso „im Geist und Stil“ Haydns. Seine Ergänzung – getragen von lyrisch-kantabler, stellenweise volksliedhafter Melodik – schlägt eine stilistische Brücke zur Musik Schuberts und des Wiener Biedermeier.
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  • Requiem aeternam
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  • Dies irae
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  • Domine Jesu
  • Hostias et preces
  • Sanctus
  • Benedictus
  • Agnus Dei
  • Lux aeterna
  • Cum Sanctis tuis
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  • Introitus 1. Requiem aeternam (Solo S, Coro) Requiem aeternam dona eis, Domine:
    et lux perpetua luceat eis.
    Te decet hymnus, Deus, in Sion,
    et tibi reddetur votum in Jerusalem:
    exaudi orationem meam,
    ad te omnis caro veniet.
    Requiem aeternam dona eis, Domine:
    et lux perpetua luceat eis.

    2. Kyrie (Coro) Kyrie eleison.
    Christe, eleison.
    Kyrie eleison.

    Sequenz 3. Dies irae (Soli SA, Coro) Dies irae, dies illa
    solvet saeclum in favilla:
    teste David cum Sibylla.
    Quantus tremor est futurus,

    ...

  • Introitus 1. Requiem aeternam (Solo S, Coro) Lord, grant them eternal rest,
    and let the perpetual light shine upon them.
    Thou shalt have praise in Zion, oh God,
    and homage shall be paid to Thee in Jerusalem.
    Hear my prayer.
    All flesh shall come before Thee.
    Lord, grant them eternal rest,
    and let the perpetual light shine upon them.

    2. Kyrie (Coro) Lord, have mercy upon us.
    Christ, have mercy upon us.
    Lord, have mercy upon us.

    Sequenz 3. Dies irae (Soli SA, Coro) This day, this day of wrath
    shall consume the world in ashes,
    as foretold David and the Sibyl.
    What trembling there shall be

    ...

  • Introitus 1. Requiem aeternam (Solo S, Coro) Gib ihnen die ewige Ruhe, Herr,
    und das ewige Licht leuchte ihnen.
    Dir gebührt ein Lobgesang, Gott, in Zion,
    und dir erfülle man sein Gelübde in Jerusalem.
    Erhöre mein Gebet.
    Zu dir kommt alles Fleisch.
    Gib ihnen die ewige Ruhe, Herr,
    und das ewige Licht leuchte ihnen.

    2. Kyrie (Coro) Herr, erbarme dich.
    Christus, erbarme dich.
    Herr, erbarme dich.

    Sequenz 3. Dies irae (Soli SA, Coro) Tag des Zornes, jener Tag
    legt die Welt in glühende Asche,
    wie David und die Sibylle bezeugen.
    Welch ein Beben wird herrschen,

    ...

  • Texte du CD Carus 83.353

    Armin Kircher
    Traduction (abrégé) : Sylvie Coquillat

    « Tout amateur de musique et de sa littérature sait [...] que Michael Haydn, en tant que compositeur d’église, compte parmi les premiers du genre [...] », écrit avec enthousiasme le poète et compositeur romantique E. T. A. Hoffmann dans la revue musicale Leipziger Allgemeine Musikalische Zeitung (1812). Johann Michael Haydn naquit le 13 septembre 1737 à Rohrau (Basse-Autriche) et, comme son frère aîné de cinq ans Joseph, accomplit sa formation musicale à la maîtrise de la cathédrale Saint-Étienne de Vienne. Après un premier emploi auprès de l’évêque de Großwardein (aujourd’hui Oradea à la frontière roumano-hongroise), il s’établit en 1763 à Salzbourg où il resta au service de la cour des princes archévêques jusqu’à sa mort. A partir de 1780, sa création se concentra de la musique instrumentale sur le domaine vocal, surtout la musique

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  • Text from the CD Carus 83.353

    Armin Kircher
    Translation (abridged): John Coombs

    “Everyone with knowledge of music and its literature knows [...] that Michael Haydn, as a composer for the church, is one of the finest artists in this field […],” wrote the romantic poet-composer E. T. A. Hoffmann almost euphorically in the Leipziger Allgemeine Musikalische Zeitung (1812). Johann Michael Haydn was born on 13 September 1737 at Rohrau (Lower Austria), and like his brother Joseph, who was five years older, he was trained musically at the choir school of St. Stephan’s in Vienna. After a first appointment under the Bishop of Grosswardein (now Oradea on the Romanian-Hungarian border) he went in 1763 to Salzburg, where he remained in the service of the prince-Archbishop’s Court until his death. From 1780 onwards, however, the emphasis of his compositional output was on vocal rather than instrumental music, especially

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  • Booklet-Text der CD Carus 83.353

    Armin Kircher

    „Jeder Kenner der Tonkunst und ihrer Literatur weiß, und wußte schon längst, daß Michael Haydn, als Kirchenkomponist, unter die ersten Künstler dieses Faches, aus jeder Zeit und jeder Nation gehört“, schreibt der romantische Dichter-Komponist E. T. A. Hoffmann geradezu euphorisch in der Leipziger Allgemeinen Musikalischen Zeitung (1812) über die Bedeutung des „Salzburger Haydn“. Geboren wurde Johann Michael Haydn am 13. September 1737 in Rohrau/Niederösterreich, und wie sein um fünf Jahre älterer Bruder Joseph wurde er im Kapellhaus zu St. Stephan in Wien musikalisch ausgebildet. Nach einer ersten Anstellung beim Bischof in Großwardein (heute Oradea, eine Stadt an der rumänisch-ungarischen Grenze), kam er 1763 nach Salzburg, wo er bis zu seinem Tod am fürsterzbischöflichen Hof bedienstet war, anfänglich als Konzertmeister, seit 1782 in der Nachfolge Mozarts

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Dirigierpartitur, Erstausgabe Carus 54.838/00, ISMN 979-0-007-09112-5 224 Seiten, DIN A4 quer, kartoniert
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  • 1 x Stimmenset, Harmoniestimmen, leihweise, Oboe 1, Oboe 2, Fagott 1, Fagott 2, Horn 1, Horn 2, Trompete 1, Trompete 2, Posaune 1, Posaune 2, Posaune 3, Pauken (54.838/09)
     
    6 x Einzelstimme, Violine 1, leihweise (54.838/11)
     
    5 x Einzelstimme, Violine 2, leihweise (54.838/12)
     
    4 x Einzelstimme, Viola, leihweise (54.838/13)
     
    4 x Einzelstimme, Violoncello / Kontrabass, leihweise (54.838/14)
     
    1 x Einzelstimme, Orgel, leihweise (54.838/49)
     
Dirigierpartitur digital, PDF-Datei Carus 54.838/00-010-000, ISMN 979-0-007-26160-3 224 Seiten, DIN A4
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    4 x Einzelstimme digital, PDF-Datei, Violoncello / Kontrabass, leihweise (54.838/14-010-000)
     
    1 x Einzelstimme digital, PDF-Datei, Orgel, leihweise (54.838/49-010-000)
     
  • Johann Michael Haydn wirkte ab 1763 am renommierten geistlichen Fürstenhof in Salzburg. Stilistisch schlug er in seinem 43-jährigen dortigen Wirken die Brücke von der Frühklassik zum musikalischen Biedermeier. Entsprechend seinen dienstlichen Verpflichtungen hat Haydn praktisch zu allen in der katholischen Liturgie gepflegten Gattungen beigetragen: Das Wissen um die liturgische Funktion und die musikalische Ausdeutung der religiösen Texte zeichnet Haydns Kirchenmusik aus. Johann Michael Haydn wurde von den Zeitgenossen zunächst als gleichberechtigt neben Joseph Haydn gesehen. Erst der steile Aufstieg des älteren Bruders zum bedeutendsten Instrumentalkomponisten der Zeit rückte Johann Michael Haydn in den Schatten, aus dem ihn die musikalische Entdeckerfreude der letzten Jahre zunehmend herausholt. zur Person
  • Armin Kircher leitete bis zu seinem Tod das Kirchenmusikreferat der Erzdiözese Salzburg und war seit 1992 organisatorischer Leiter der Österreichischen Werkwoche für Kirchenmusik. Außerdem war Armin Kircher Stiftskapellmeister an der Stiftskirche St. Peter in Salzburg und Organist an der Kajetanerkirche in Salzburg. Die besondere editorische Zuwendung Kirchers galt der liturgischen Musik sowie der Musik der Wiener Klassik, allen voran der noch unerschlossenen Musik Johann Michael Haydns, dessen zahlreiche Messkompositionen er für die heutige Zeit in wissenschaftlichen Ausgaben erschloss. Die von ihm herausgegebenen Sammlungen für die katholische Liturgie sind heute Standardwerke, insbesondere die Chorbücher Mozart – Haydn, das Chorbuch Kirchenjahr und die Veröffentlichungen für Orgel und Chöre zum neuen katholischen Gesangbuch „Gotteslob“. Auch als Arrangeur klangschöner Chor- und Orgel-Sätze hat sich Armin Kircher einen Namen gemacht. zur Person

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