Lobe den Herrn, meine Seele
Kantate zum 12. Sonntag nach Trinitatis BWV 69a (BWV3 69.1)
Bachs bis heute weithin unbekannt gebliebene Kantate BWV 69a aus dem Jahre 1723 wird mit dieser Carus-Edition zum ersten Mal in einer praktischen Ausgabe zugänglich. Zu Unrecht, wenn auch nicht zufällig war das Werk in den Schatten der gleichnamigen Kantate BWV 69 geraten, zu der Bach das Werk zur Feier der Leipziger Ratswahl 1748 umgearbeitet hatte. Bach hatte damals der Einfachheit halber die Stimmen von 1723 weiterverwendet und durch Streichungen, Änderungen und Ergänzungen für den neuen Zweck eingerichtet – was freilich für ihn keineswegs bedeutete, dass er damit die Fassung von 1723 verworfen hätte. Sie ist denn auch aus den Stimmen von 1723 ohne Weiteres wiederzugewinnen, wenn man hinter die Änderungen von 1748 zurückgeht. Mit ihrer reichen Bläserbesetzung und dem großen Eingangschor steht die Kantate von 1723 der späteren Festmusik an Klangpracht in nichts nach.
Der Text nimmt das Sonntagsevangelium von der Heilung des Taubstummen zum Anlass zu Lobpreis und Dank für die Wohltaten Gottes. Im Unterschied zu der späteren Fassung, in der Gott für die Weisheit der Leipziger Obrigkeit gedankt wird, ist die Urfassung von 1723 frei von solch zeitgebundenen Bezügen und in Gottesdienst und Konzert vielfältig verwendbar.
Dies ist die frühere Fassung der Kantate zum 12. Sonntag nach Trinitatis (BWV3 69.1). Die spätere Fassung als Kantate zur Ratswahl (BWV3 69.2) ist unter der Nummer Carus 31.069/00 erschienen.
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Komponist*in
Johann Sebastian Bach
| 1685-1750Johann Sebastian Bach zählt zu den bedeutendsten Komponisten der abendländischen Musikgeschichte. Er entstammte einer weit verzweigten Musikerdynastie, die im thüringisch-sächsischem Gebiet zahlreiche Stadtmusiker und Organisten hervorbrachte.
Bach vocal
Seit Gründung des Carus-Verlags ist die Edition der Musik von Johann Sebastian Bach für uns ein besonderer Schwerpunkt. Im Reformationsgedenkjahr haben wir das Projekt Bach vocal abgeschlossen. Bachs geistliche Vokalmusik liegt nun vollständig in modernen Urtextausgaben samt Aufführungsmaterial vor. Eine Gesamtedition aller Partituren in einem hochwertigen Schuber ist ebenfalls erhältlich. zur Person
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Herausgeber*in
Klaus Hofmann
| 1939
Rezensionen
Das mit Holz- und Blechbläsern opulent besetzte Werk verlangt vom Chor einiges an Virtuosität und Ausdauer im von jubelnden Koloraturen nur so sprudelnden Eingangschor. Klanglich besonders reizvoll ist auch das Zusammenspiel von Flauto dolce, Oboe da caccia und Vokalsolisten in der Tenor-Arie.
Andreas Peterl, singende Kirche, 1/18
... Zum ersten Mal ist diese großartige »Urfassung« nun in einer praktischen Ausgabe zugänglich. ... Erleichtert werden das Einstudieren und die Aufführung durch den guten Satz der Ausgabe und die durchdachten Seitenwender. An allen Orten, wo dieses Feuerwerk des Gotteslobes erklingen soll, sei auf die Ausgabe des Carus Verlages verwiesen ...
Joachim Werz, Musica Sacra, 2/2018